Gambia Mit Bananen gegen Aids

Gambias Präsident ist sich sicher, die Immunschwächekrankheit mit seiner Medizinmann-Methode heilen zu können.

Yahya Jammeh murmelt Gebete und reibt den Brustkorb eines Patienten mit einer grünen Paste ein. Anschließend muss der schmächtige Mann eine bittere gelbe Flüssigkeit trinken und zwei Bananen essen:

Gambias Präsident Yahya Jammeh betet während einem seiner Heilungsrituale.

(Foto: Foto: AP)

So sieht sie aus, die selbst entwickelte Anti-Aids-Therapie des Präsidenten von Gambia.

"Meine Methode ist narrensicher", erklärt der Staatschef des afrikanischen Landes, umringt von seinen Leibwächtern. "Ich kann Aids heilen, und ich werde es tun."

Berichte über angebliche Wunderheilungen wie die von Präsident Jammeh lassen bei Medizinern in Gambia die Alarmglocken schrillen. Schon jetzt müssen sie gegen selbst ernannte Heilkünstler kämpfen, die in ihren Hütten Kräutermixturen verkaufen.

Die größte Sorge bei Jammehs Therapie ist jedoch: Die Patienten dürfen während der Behandlung keine antiviralen Medikamente mehr einnehmen.

Dadurch könne ihr Immunsystem gefährlich geschwächt werden, warnt Antonio Filipe von der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die Prozedur ist gratis

Obwohl die HIV-Rate in Gambia im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern mit 1,3 Prozent relativ niedrig ist, widmen sich ganze sechs Pressemitteilungen auf der offiziellen Web-Site Gambias Jammehs Behandlung.

Das Gesundheitsministerium hat sich offiziell hinter das angebliche Heilverfahren gestellt, und in Radio- und Fernsehsendungen wird regelmäßig darüber berichtet - auch, dass die Prozedur für alle Bürger kostenlos ist.

Internationale Organisationen wie UNAIDS wollen sich dazu nicht äußern, aus Furcht, die Beziehungen zur Regierung zu belasten. Die WHO respektiere die Ansichten Jammehs, erklärt Filipe lediglich.

Eines wolle die Organisation jedoch feststellen, betont der Mediziner: "Bislang gibt es kein Heilmittel gegen Aids."

Und damit widerspricht er Jammeh schließlich doch, der ja für sich in Anspruch nimmt, die Patienten von der Krankheit zu befreien.