Angst vor einem übermüdeten Arzt oder Piloten? US-Forscher arbeiten an einem Schnelltest, der zeigen soll, wer unter Schlafmangel leidet.
In manchen Berufen kann Schlafmangel den Tod bedeuten. So sterben etwa bis zu drei Mal mehr Menschen, die von übermüdeten Ärzten behandelt werden, als Patienten ausgeruhter Mediziner.
Schlafmangel? Ein Speicheltest soll es beweisen. (© Foto: Reuters)
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Das berichten jetzt Wissenschaftler von der Harvard Medical School in Boston im Journal PLoS Medicine.
Forscher vom Washington University Sleep Medicine Center in St. Louis hoffen nun, Ärzten und anderen Berufsgruppen wie etwa Busfahrern oder Piloten in Zukunft einen Müdigkeits-Schnelltest anbieten zu können.
Denn: Schlafmangel lässt sich offenbar im Speichel nachweisen.
Die Forscher um Paul Shaw hatten zunächst an Fruchtfliegen geforscht, die sie auf Schlafentzug gesetzt hatten. Bei den Tieren nimmt die Aktivität eines Amylase genannten Moleküls nach längerem Schlafentzug zu.
Deshalb betrachteten die Wissenschaftler das Enzym als möglichen biologischen Hinweis auf die Schläfrigkeit.
Weitere Versuche zeigten, dass auch bei Menschen, die 28 Stunden nicht geschlafen hatten, die Amylase-Aktivität zunahm.
Das Molekül weist demnach auch beim Menschen auf ein erhöhtes Schlafbedürfnis hin, berichten die Wissenschaftler in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS, DOI: 10.1073/pnas.0609463104).
Sie hoffen nun, dass Schlafmangel bei gefährdeten Personengruppen sich mit Hilfe eines Speicheltests schnell messen lassen wird.
In westlichen Industriegesellschaften habe Schlafmangel mittlerweile epidemische Ausmaße angenommen, schreiben die Forscher. Als Gesellschaft schliefen wir heute im Schnitt zwei Stunden weniger als noch vor 40 Jahren.
Inwieweit sich das Molekül aber wirklich als ein so genannter Biomarker eignet, müssten allerdings weitere Untersuchungen zeigen.
Auch die Genauigkeit eines Tests auf Basis der Amylase-Aktivität ist noch offen. Frühere Versuche hatten ergeben, dass sich bei Menschen mit nur geringerem Schlafentzug die Aktivität nicht verändert.
Zudem sei unklar, wie empfindlich das Molekül beim Einzelnen Schlafmangel anzeigt. Schließlich unterscheiden sich Menschen sehr in ihrer Reaktion auf fehlenden Schlaf.
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(dpa)
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