Männer mit tiefer Tonlage haben - zumindest beim afrikanischen Stamm der Hazda - mehr Kinder als solche mit höheren Stimmen.
Im Chor stehen sie hinten und singen meist nicht die hervorstechenden Passagen eines Liedes: die Bässe. Doch jenseits der Bühne wirken sie dank ihrer tiefen Tonlage offenbar anziehender auf Frauen als die Tenöre. Das zeigt eine Studie des Psychologen David Feinberg von der McMaster University und seiner Kollegen von der Harvard und der Cambridge University.
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Männer mit tiefer Tonlage hatten bei dem von ihnen untersuchten afrikanischen Stamm mehr Kinder als solche mit höheren Stimmen, berichten die Forscher im Fachmagazin Biology Letters (doi 10.1098/rsbl.2007.0410).
Inwieweit eine höhere oder tiefere Tonlage in Sachen Fortpflanzung eher Vor- oder Nachteile mit sich bringt, lässt sich in unseren Breitengraden nicht feststellen - denn moderne Verhütungsmittel würden hier die Ergebnisse verfälschen, vermuten die Wissenschaftler.
Daher wählten Feinberg und seine Kollegen den Stamm der Haza in Tansania, um die Auswirkungen der Stimmlage zu überprüfen. Die Hazas praktizieren keine Geburtenkontrolle und haben jeweils nur einen Partner bzw. eine Partnerin, doch können diese im Laufe eines Lebens wechseln.
Feinberg und seine Kollegen baten 49 Haza-Männer, das Wort "hujambo", was in etwa einem "hallo" entspricht, in ein Mikrofon zu sprechen. Aus dieser Stimmprobe ermittelten sie die Tonlage und verglichen diese mit zusätzlichen Daten der Testpersonen - wie etwa Alter, Anzahl der Kinder und der Zahl der gestorbenen Kinder.
Über Geburtenmangel hatten die Haza dabei nicht zu klagen - jede der Testpersonen hatte im Schnitt fast fünf Kinder. Allerdings hatten die Männern mit super-tiefen Stimmen um 90 Herz im Vergleich mit den Hochtönern um die 160 Herz zwei Kinder mehr. Bei der Kindersterblichkeit gab es keinen Unterschied.
Dies zeige, so die Forscher, dass es einen Selektionsdruck hin zu tieferen Männerstimmen gegeben habe. Fruchtbare Frauen hätten anscheinend diese Männer bevorzugt.
Eine etwas andere Erklärung gibt der Anthropologe David Puts von der Penn State University: Er macht einen höheren Testosteron-Level für die tieferen Stimmen verantwortlich. Mehr Testosteron führt seiner Ansicht nach zu längeren und dickeren Stimmbändern und damit auch zu tieferen Tonlagen.
"Testosteron wird mit vielen Einflüssen assoziiert, so etwa mit hoher Libido und physischer Durchsetzungsfähigkeit", so Puts im Fachmagazin New Scientist. Zusätzlich sei die Qualität der Spermien bei Männern mit einem hohen Testosteronlevel besser.
Widersprechen müssen sich diese beiden Ansichten nicht - denn so könnten vor Urzeiten Frauen gelernt haben, dass Männer mit tiefen Tonlagen mehr Nachwuchs verheißen als die Tenöre. Und dann hätten sie über Jahrhunderte Zeit gehabt, ihr Verhalten entsprechend anzupassen.
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