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Rainer Weisbecker, Frankfurter Buchmesse; Foto: Michael Hauri

Der Lokalpoet

Rainer Weisbecker hat einen Gedichtband veröffentlicht: "Erotik, Blues und alte Grießbrei". Das ist kein Verschreiber, sondern Frankfurterisch. Nun steht der schmächtige Herr mit dem Schnurrbart in Halle 3.0, wo all die Großschriftsteller eine Wolke der Wichtigkeit hinterlassen. Weisbecker ist hessischer Mundartdichter. Seit 2001 kann er von seiner Kunst und seinen Büchern leben, 16 Auftritte hat er allein im Oktober. Und, wie viel Erotik steckt in seinem neuesten Werk? "Ach, der Titel", sagt der Autor und grinst verlegen. "Sex sells, haben die Verlagsleute gesagt. Ich geh' aber nicht so sehr unter die Gürtellinie." Die Buchmesse empfindet Weisbecker als Reizüberflutung; deshalb bleibt er lieber am Stand und bei seinen vom Äppelwoi inspirierten Werken, die in einer Erstauflage von tausend Stück erscheinen. "Mir reicht mein kleiner Frankfurter Ruhm - es ist schön, wenn man nicht belästigt wird." Aber was hat es mit dem Grießbrei auf sich? Die Antwort ist Poesie: "Merr habbe dehaam en alte Grießbrei. De Vadder sächt: ,Den schütte merr ins Klo nei. Die Mudder sächt: ,Den duhn merr behalte, den Grießbrei, den alte."

Foto: Michael Hauri

18. Oktober 2009, 12:27 2009-10-18 12:27:00