Ein neuer Schwangerschaftsmythos? Die Beobachtung britischer Forscher, dass Müsli essende Frauen häufiger Jungen zur Welt bringen, wird bezweifelt.

Die Studie hatte vor knapp einem Jahr großes Aufsehen erregt: Mit der Ernährung vor der Schwangerschaft könne eine Frau das Geschlecht ihres Kindes beeinflussen, behaupteten englische Forscher damals. Bei hoher Kalorienaufnahme - etwa durch reichlich Müsli - werde der Nachwuchs eher männlich, schrieben die Wissenschaftler im Fachblatt Proceedings of the Royal Society B.

Mädchen Müsli

Ob Mama gerne Müsli ist, ist ihr egal. (© Foto: iStockphotos)

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Damit landeten sie in den Schlagzeilen - und weckten gleichzeitig Zweifel bei Experten. Nun melden sich in der gleichen Zeitschrift Mitarbeiter des amerikanischen Nationalen Instituts für Statistik zu Wort.

Sie machen statistische Ausreißer für das damalige Resultat verantwortlich. "Es fällt schwer zu glauben, dass Frauen die Chance für männlichen Nachwuchs erhöhen können, indem sie mehr Bananen, Getreide oder Salz essen", schreiben sie.

In der Studie hatten die Forscher der Universitäten Exeter und Oxford 740 Frauen für zwei verschiedene Zeiträume über den Verzehr von 132 Lebensmitteln befragt und dies dann mit dem Geschlecht der später geborenen Kinder abgeglichen. Dass dabei gewisse Unterschiede aufgetreten seien, sei nicht weiter verwunderlich, betonen nun die Kritiker.

Die Autoren hätten es aber versäumt, den Einfluss von Zufallsfaktoren durch weitere statistische Tests auszuschließen. Dies holten die US-Forscher nun nach: Dabei verschwand der Zusammenhang zwischen hoher Kalorienaufnahme und männlichem Nachwuchs.

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(AP/mmk)