Jährlich sterben etwa eine Million Menschen an Malaria. Dennoch gibt es ein wenig Hoffnung.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Malaria-Bekämpfung berichtet das UN-Kinderhilfswerk Unicef über eine - wenn auch geringe - Verbesserung der Vorsorge. Immer mehr Kinder und Familien vor allem südlich der Sahara schützen sich mit Moskitonetzen vor der Infektionskrankheit, berichtete die Organisation am Mittwoch in Genf. Dennoch sterben in Afrika jährlich noch mindestens 800.000 Kinder unter fünf Jahren an der Infektionskrankheit, die durch Stechmücken übertragen wird.

Kind mit Malaria

Für kleine Kinder ist die Malaria besonders gefährlich. (© Foto: AFP)

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Eine Erfolgsmeldung aus der Forschung hatte die Unicef dabei noch gar nicht in ihren Bericht eingeschlossen. Ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten Mediziner um Pedro Alonso von der Universität Barcelona Testergebnisse eines Malaria-Impfstoffs, der sich bei Säuglingen in Mosambik als vielversprechend erwiesen hatte. Unter den geimpften Kindern registrierten die Ärzte zwei Drittel weniger Infektionen mit dem Malaria-Erreger, berichten sie im britischen Medizinjournal The Lancet (online). "Wir konnten zum ersten Mal zeigen, dass ein Impfstoff das Risiko einer Malaria-Infektion bei Kindern senken kann", sagt Studienleiter Alonso.

Trotz verbesserter Vorsorgebemühungen sterben jährlich etwa eine Million Menschen an Malaria, Säuglinge sind besonders gefährdet.

Die Ärzte um Alonso hatten 214 Babys im Alter von zehn Wochen entweder den Malaria-Impfstoffkandidaten "RTS,S/AS02D" oder einen bewährten Hepatitis-Impfstoff als Kontrolle gespritzt. Nach vier und acht Wochen bekamen beide Gruppen jeweils eine weitere Impfdosis. Anschließend wurden die Kinder sechs Monate lang beobachtet. Insgesamt infizierten sich in dieser Zeit 68 Kinder mit dem Malariaerreger, 22 von ihnen hatten den experimentellen Impfstoff bekommen, die restlichen 48 gehörten zur Kontrollgruppe.

Weitere Studien müssen nun klären, ob der Wirkstoff auch tatsächlich vor einer Erkrankung schützt, denn nicht jede Infektion mit dem Erreger löst zwangsläufig eine Malaria aus. Weltweit arbeiten Wissenschaftler an fast neunzig verschiedenen Impfstoffkandidaten gegen Malaria, gut zwanzig werden bereits an Menschen erprobt. Der bereits seit 20 Jahren bekannte Wirkstoff RTS,S gilt derzeit als derjenige, der am weitesten fortgeschritten ist. Sind weitere Studien ebenfalls erfolgreich, könnte der Impfstoff 2011 zugelassen werden.

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(SZ vom 18.10.2007)