Verbraucherschützer fordern schon seit Jahrendie klare Kennzeichnung des Nährwerts - ein heikles Thema.
Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner aufgefordert, sich vehement für die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln einzusetzen. Bei dem Spitzentreffen an diesem Dienstag mit Vertretern der Ernährungsindustrie dürfe die Ministerin "nicht davon abrücken", sagte Foodwatch-Gründer Thilo Bode der Süddeutschen Zeitung. "Wenn sie keine Politik für die Industrie, sondern für die Verbraucher machen will, kann das Ergebnis nur die Ampel sein." Aigner trifft sich mit Vertretern der Ernährungsindustrie und Verbraucherschützern, um über eine sinnvolle Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln zu diskutieren.
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In Großbritannien bereits eingeführt: Klare Kennzeichnung von Lebensmitteln. (© Foto: dpa)
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Das Ampelmodell wurde in Großbritannien entwickelt, um bei Lebensmitteln die Gehalte an Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren und Salz transparent zu machen. Auf der Verpackung signalisieren die Farben Rot, Gelb und Grün, ob der Gehalt alarmierend hoch oder eher niedrig ist.
Die Lebensmittelindustrie lehnt das Modell als irreführend ab. Aigners Vorgänger Horst Seehofer hatte als Alternative das sogenannte 1plus4-Modell entwickelt. Danach sollen Lebensmittelverpackungen zwar im Großen und Ganzen die gleichen Angaben enthalten wie bei der Ampel, sie sollen sich aber jeweils auf eine Portion beziehen und in Prozent zum Tagesbedarf eines Erwachsenen gesetzt werden.
Eine farbliche Kennzeichnung hatte das Ministerium anfangs abgelehnt, schließt sie mittlerweile aber nicht mehr aus. Dennoch kritisieren Verbraucherschützer Seehofers Modell als zu kompliziert und zu wenig aussagekräftig. "Das 1plus4-Modell verwirrt durch Nährwertangaben für willkürliche Portionsgrößen", sagte Bode. "Die Ampel dagegen ist einheitlich, eindeutig und einfach zu verstehen."
Bei der Ampel sollen sich die Angaben auf jeweils 100 Gramm oder 100 Milliliter beziehen. Nach einer von Foodwatch in Auftrag gegebenen Umfrage sind zwei von drei Verbrauchern für die Ampelkennzeichnung.
Auch die Verbraucherschutzminister der Länder hatten sich im September dafür ausgesprochen und die Bundesregierung aufgefordert, sich auf EU-Ebene für eine "verpflichtende Nährwertkennzeichnung" einzusetzen, die "den Gehalt der Nährwerte in den Farben Grün, Gelb und Rot kennzeichnet". Bode befürchtet, dass das Treffen am Dienstag dazu dienen soll, dieses "klare Mandat" aufzuweichen.
Dem widerspricht man im Ministerium. Es gehe nur darum, mit der Industrie und dem Bundesverband der Verbraucherzentralen zu diskutieren und sich eine Meinung zu bilden, sagte eine Sprecherin. Aigner sei grundsätzlich offen für eine "Visualisierung" der Angaben auf den Verpackungen. "Das ist einer der Punkte, um die es bei dem Treffen gehen wird", sagte die Sprecherin.
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Dieses selbstlose Bemühen von Foodwatch, den mündigen Verbraucher von der Verantwortung des eigenen Essverhaltens zu entlasten, ist schon sehr rührend. Mir will sich allerdings einfach nicht erschließen, was an einer letztlich willkürlich festgelegten Farbmarkierung transparenter sein soll als an genauen Prozentangaben..vielleicht liegt das aber auch nur an meinem Optimismus, dem Durchschnittsbürger einen Alphabetisierungsgrad zu unterstellen, der eine Informationserfassung selbst ohne poppige Piktogramme ermöglicht.
Unsere Regierung schickt sich an, unter der im Betreff genannten Bezeichnung in die Geschichte einzugehen.
1. Umweltplakette für Autos
2. FSK-Alterskennzeichnung auf auf der Vorderseite von Bildträgern (DVD usw.)
3. und nun die "Ampel auf Lebensmittel"
Was dürfen wir noch erwarten?
Vielleicht eine "Ampel" auf Zeitungen, damit man nicht ene der falschen politischen Couleur kauft?
Vielleicht eine "Alterskennzeichnung" auf Büchern?
Vielleicht eine "Umweltplakette" für Eisenbahnen?
Vielleicht eine "Ampel" auf Zahnpasta?
Vielleicht eine "Alterskennzeichnung" auf Rasierklingen?
Vielleicht eine "Umweltplakette" auf Kaffee-Maschinen?
Vielleicht eine "Ampel" auf Damenstrümpfe?
Vielleicht eine "Alterskennzeichnung" auf Kondome?
Weitere Vorschläge werden gerne angenommen.
Alternativ (und viel besser) wäre es, diese Belehrungs-Regierung demnächst deutlich und gründlich abzuwählen.
@bee-mann:Bis auf den Teil mit der Schulbildung finde ich das sie recht haben. Nur Schuldbildung alleine besagt eben sehr wenig. Ich kenne aus meinem Berufsleben Leute die nicht die entsprechende Ausbildung genossen haben und trotzdem die Tätigkeit besser ausführen, als Leute die eben diese Ausbildung gemacht haben. Somit nicht wirklich ein Kriterium, sondern mehr ein Standesdünkel.
nach dem gespräch mit der industrie aber dann doch ablehnend.....
wo kommt sie her ? ach ja, süddeutschland, ist csu-mitglied.....hmmm auch seehofer-hörig ?
bestimmt.
parteitreu ? bestimmt.
na dann wird sie sich der "richtigen" lobby anschliessen (wie beim umweltgesetzbuch in bayern.....csu und cdu - fördern das unternehmertu´m)
was hat sie gelernt ?
Nach der Mittleren Reife 1981 in Bad Aibling absolvierte Ilse Aigner bis 1985 eine Lehre zur Radio- und Fernsehtechnikerin und arbeitete danach im elterlichen Elektrohandwerksbetrieb. Von 1988 bis 1990 besuchte sie eine Technikerschule, die sie als staatlich geprüfte Elektrotechnikerin beendete. Anschließend war sie bis 1994 bei der Eurocopter Group in der Entwicklung von Systemelektrik für Hubschrauber tätig.
verbraucherschutz......naja
wie hans eichel [siehe wikipedia , hier auszug : Studium der Germanistik, Philosophie, Politik, Geschichte und Erziehungswissenschaften mit erstem und zeitem Staatsexamen....auf Lehramt] --- na klar kommt auch mir irgendwann der Gedanke, mensch, ich mach jetzt mal mit Zahlen.....
da oben braucht niemand eine voraussetzung, nur das passende parteibuch......
im normalen berufsleben wäre sowas seltener möglich...(was nicht heissen soll unmöglich....auch hier gibts sippen-wirtschaft und seilschaften)