Noch ein Grund, nicht zu rauchen: Die Zahl derjenigen, die an der Atemwegserkrankung COPD leiden, ist offenbar größer als gedacht.
Regeln zum Nichtraucherschutz wie die, die ab 1. September in Deutschland gelten, könnten weltweit möglicherweise helfen, einen tödlichen Trend zu bremsen.
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In Zukunft in Deutschland nur noch eingeschränkt möglich: Qualmen. (© Foto: ddp)
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Denn: Lungenkrankheiten nehmen nicht nur zu - sie sind bereits weiter verbreitet als bislang gedacht. Und Rauchen spielt dabei eine wichtige Rolle.
Wie ein internationales Team von Forschern um Sonia Buist von der Oregon Health and Science University in Portland berichtet, leiden derzeit fast zwölf Prozent der Männer und 8,5 Prozent der Frauen unter einer moderaten oder schweren "chronisch obstruktiven Lungenerkrankung", kurz COPD (Lancet, Bd. 370, S.741, 2007).
Unter diesem Leiden versteht man eine chronische Bronchitis, die darauf zurückgeht, dass Lungenbläschen platzen und sich die Lunge überbläht. Insbesondere Raucher jenseits des vierzigsten Lebensjahres sind davon betroffen.
Vierthäufigste Todesursache 2030
Die Weltgesundheitsorganisation hatte erst letztes Jahr Schätzungen veröffentlicht, denen zufolge COPD 2030 weltweit die vierthäufigste Todesursache sein wird, in Schwellenländern wird sie sogar an dritter Position stehen, in den Industrienationen auf Platz fünf (PloS Medicine, Bd. 3, S.2010, 2006).
Ihre sogenannte BOLD(Burden Of Obstructive Lung Disease)-Studie, so berichten die Forscher nun, zeige höhere Level und weiter fortgeschrittene Stadien von COPD, als bislang berichtet worden sei.
Die Wissenschaftler hatten 9425 über 40-jährige Männer und Frauen in zwölf Ländern untersucht, darunter Deutschland, Norwegen, Polen, Kanada, Australien, die Türkei, die USA und China.
Dabei hatten sie jeweils eine Stadt pro Land berücksichtigt. In Deutschland war die Wahl der Forscher auf Hannover gefallen. Hier waren fast sechs Prozent der Studienteilnehmer von einer moderaten oder schweren COPD (Stufe II oder höher) betroffen.
Wie sie berichten, ist die Häufigkeit der Krankheit weltweit sehr unterschiedlich. So litten in Kapstadt, Südafrika, mehr als 19 Prozent der Probanden an einer COPD von mindestens der Stufe II, in Guanzhou in China mehr als sieben Prozent, in Krakau (Polen) fast elf Prozent und in Salzburg 10,6 Prozent.
Zwar stellten die Forscher fest, dass das Risiko der Krankheit mit dem Alter wächst. So verdoppelt es sich bei Menschen jenseits der 40 fast alle zehn Jahre.
Doch der wichtigste Risikofaktor ist ihnen zufolge tatsächlich das Rauchen - was auch die unterschiedliche Häufigkeit bei den Geschlechtern erklären soll. Noch immer konsumieren mehr Männer als Frauen Zigaretten und Zigarren.
Doch "obwohl es für eine alternde Weltbevölkerung zunehmend wichtig wird, das Rauchen aufzugeben, ist es notwendig, andere Faktoren, die COPD verursachen können, besser zu verstehen, damit örtliche Gesundheitsbehörden die beste Vorbeugungspolitik entwickeln können", so die Wissenschaftler.
Denn es gibt weitere Ursachen für das Leiden. So beobachteten Buist und ihre Kollegen überraschend viele COPD-Fälle bei Studienteilnehmern, die niemals geraucht hatten. Dies könnte ein Hinweis auf eine genetisch bedingte Anfälligkeit sein; als Auslöser diskutiert werden auch Luftverschmutzung und Infektionen.
Bereits letztes Jahr hatte die WHO gemeldet, dass die Zahl der Todesfälle aufgrund von COPD in Entwicklungs- und Schwellenländern wachsen wird, weil dort auch die Luftverschmutzung zunimmt.
In den Industrieländern dagegen erwarten die Wissenschaftler eine Abnahme der Todeszahlen - weil immer weniger Menschen rauchen.
Vielleicht, so kann man hoffen, führen die Maßnahmen zum Schutz der Nichtraucher auch dazu, dass noch mehr Raucher ihr Laster aufgeben - zum eigenen Nutzen.
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de)
Abholzungen im Amazonas-Gebiet
Wenn der Staat meint, die Raucher immer mehr drangsalieren zu müssen, dann mache ich das nicht mehr mit. Seit gestern ist Schluß mit Rauchen und dem Staat entgehen bei meinem Konsum von 2 Schachteln am Tag monatlich rd. 200 Euro Zigarettensteuer, hehehe.
Weibliche Raucher sind auch deshalb noch in der Minderheit, da im Alter ab ca. 50 Jahren kaum weibliche Raucher vorhanden sind, im jugendlichen Alter sind die Quoten dagegen irgendwo bei gefühlten 70 - 80%. Das wird auch im Zusammenhang mit der Pille noch zu erhöhten Problemen in Bezug auf Herzinfarkt und Schlaganfall eine Rolle spielen. Ich bin der festen Überzeugung, dass dies auch bald an den Sterbetafeln und der Lebenserwartung zu sehen sein wird. Frauen die gerade auf Gifte durch ihr geringeres Körpergewicht und ihren Stoffwechsel stärker ansprechen sind gerade im Bereich der 40 jährigen mit hohem Raucherinnen Anteil angekommen. Die Probleme werden zunehmen.
Insofern kann der Weg nur hin zu klarem Nichtraucherschutz führen, damit zumindest die Vernünftigen geschützt werden und nicht in ihrem frei gewähltem gesünderen Lebensstil durch unbelehrbare Raucher torpediert werden. Und an alle Frauen: RAUCHEN MACHT ALT. Wenn die Damen früh Falten wollen, dann sollen sie rauchen. Da helfen dann auch keine Cremes. Rauchen macht alt.
Digital_Data
Im Artikel heißt es auch, dass Lungenerkrankungen "bereits weiter verbreitet [sind] als bislang gedacht".
Außerdem: Woher stammt Ihre Information dass weltweit immer weniger geraucht wird?
Mein Eindruck ist, dass zumindest das Alter, in dem man mit dem Rauchen anfängt, abnimmt. Und in vielen Ländern nimmt wohl auch der Gesamt-Zigarettenkonsum zu: Wenn in China ein paar Prozent mehr rauchen, fällt das wesentlich mehr ins Gewicht, als wenn in ein paar europäischen Ländern der Nichtraucherschutz verbessert wird.
Atemwegserkrankungen nehmen zu.
Na so was.
Die müsssten ja eigentlich abnehmen, wo doch immer weniger geraucht wird.
Ob man wohl mal daran gedacht hat, dass es womöglich AUCH noch andere, weitere Ursachen für Atemwegserkrankungen gibt ?