Inzwischen dürfte der großen Mehrheit unseres Volkes klar geworden sein, dass begabte und leistungsbereite Menschen in Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst unerlässlich sind.
Elite stellt eine gesellschaftliche Minderheit dar, die aufgrund allgemein anerkannter persönlicher Qualitäten eine herausragende Rolle in der Gesellschaft spielt.
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Der Begriff "Elite" war in Deutschland viele Jahre wegen einer Begriffsverwirrung mit der Geburts- oder Machtelite verpönt und ganz allgemein weil die mit diesem Begriff verbundenen Werte Fleiß und Leistungsbereitschaft als "Sekundärtugenden" vielen Mitbürgern suspekt erschienen.
Elite und Elitetheorie wurden eher als Begründung oder Rechtfertigung für soziale Ungleichheiten angesehen.
Inzwischen dürfte der großen Mehrheit unseres Volkes klar geworden sein, dass begabte und leistungsbereite Menschen in Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst unerlässlich sind.
Das Bayerische Eliteförderungsgesetz vom 30. Juni 2005 hat die Förderung von besonders begabten Studierenden, von Graduierten und Postgraduierten zum Inhalt. Voraussetzung für die Umsetzung des Gesetzes in die Praxis ist aber die Identifikation von hochbegabten Studierenden nicht erst am Abiturzeugnis, sondern bereits in der Schulzeit im Gymnasium.
Die Technische Universität München hat ein solches Programm bereits 1996 entwickelt und die Zusammenarbeit mit den Gymnasiallehrern gesucht.
Hochschullehrer der TU arbeiten mit den Gymnasiallehrern eng zusammen, um die betreffenden Schüler und ihre Eltern möglichst früh über Studienmöglichkeiten an den Universitäten, natürlich insbesondere an der TU München zu informieren. Hochbegabte Studenten, die dort bereits studieren, können helfen, indem sie in den Gymnasien über ihr Studium berichten.
Die Betreuung begabter Studenten wird von emeritierten Hochschullehrern als Mentoren getragen. Die finanzielle Unterstützung dieses Vorhabens wurde von der Robert-Bosch-Stiftung in Stuttgart nur im Hinblick auf die Reaktivierung der Emeriti bewilligt.
Die Emeriti kümmern sich um fakultätsspezifische Aktivitäten, also Forschungsprojekte, Anleitung zu wissenschaftlichen Arbeiten, Rhetorik-Übungen, Anleitung für Anträge zur Einwerbung von Drittmitteln, Stipendien im In- und Ausland für ihre Studentengruppe. Ferner werden sogenannte persönlichkeitsbildende Seminare in bedeutenden Institutionen abgehalten.
Die Einbindung in das Elitenetz Bayern ist ebenfalls geplant. Ich bin selbst - mit großer Freude - Betreuer von fünf Studenten. Das Programm für die Förderung Hochbegabter an der TU München wird eine Zukunft haben, wenn es gelingt, die gemeinsamen Zielvorstellungen umzusetzen.
Zielvorstellung ist, Exzellenz in der klinischen und wissenschaftlichen Ausbildung zu erzielen, damit diese Persönlichkeiten in ihrem späteren Leben Verantwortung in Kliniken, Forschungseinrichtungen und der Gesellschaft übernehmen können.
Professor Dr. Meinhard Classen ist ehemaliger Direktor der II. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München.
Professor Paul Gerhardt ist emeritierter ordentlicher Professor für Röntgendiagnostik an der Technischen Universität München.
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