Bei den Filmfestspielen von Venedig gibt es nur ein Thema: Die Hollywoodstars Clooney und Pitt.
Was könnte für die Fotografen noch interessanter sein, als George Clooney auf einem Motorboot vor der Kulisse Venedigs? Brad Pitt mit seinem Sohn Pax auf einem Motorboot in der Lagunenstadt - im Partnerlook!
Brad Pitt und George Clooney spielen in der CIA-Farce der Coen-Brüder "Burn After Reading" zwei ausgemachte Trottel. (© Foto: Reuters)
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Am Mittwochabend wurde das 65. Filmfestival von Venedig eröffnet. Und bisher scheint man am Lido nur ein einziges Thema zu kennen: die beiden Hollywoodstars, die in der CIA-Farce der Coen-Brüder "Burn After Reading" zwei ausgemachte Trottel spielen.
Beide Herren von der Führungsspitze der "Sexiest-Men-Alive"-Listen weilen zur Freude der Venezianer länger in der Stadt: Die Beute-Europäer, Clooney kam im Helikopter rüber von seinem Haus am Comer See, Pitt vom neuen Familiensitz auf einem französischen Weingut, reisten schon am Dienstag an. Um mit einer Benefiz-Veranstaltung auf die humanitäre Katastrophe in Darfur aufmerksam zu machen.
Genervt von den immer gleichen Fragen der Reporter
Den dazugehörigen Empfang im Hotel Cipriani lassen sie so langsam ausklingen - Clooney blieb bis halb vier Uhr früh - dass sie tags darauf eher mürrisch in der Vormittags-Pressekonferenz zum Film sitzen. Genervt von den immer gleichen Fragen der Reporter, sagt Clooney, der vergangenes Jahr in Venedig seine mittlerweile wieder "Verflossene" Sarah Larson vorstellte: "Heiraten? Werde ich sofort heute und Kinder bekommen wir auch!"
Dafür antwortet er gern mal anstelle seines Kumpels Brad Pitt, der seine beiden ältesten Adoptivsöhne nach Italien mitbrachte: "Danke, den Zwillingen geht es gut." Den Doppelpack-Neuzugang in der Brangelina-Familie kennt man vor allem von einer Fotostrecke, die dem US-.Magazin People 14 Millionen Dollar wert war.
Flanieren auf dem roten Teppich
Am Abend bei der Premiere ist die Laune wieder besser. Clooney und Pitt marschieren geduldig die Fanmeile am roten Teppich ab. "No George, No Party!", steht auf einem Schild. Das kann man wohl sagen: Im Saal verbeugt sich Clooney stellvertretend für Kollegin Francis Mc Dormand - die Gattin Ethan Coens wollte den Moment nützen, sich schnell nochmal die Nase zu pudern.
Brad Pitt holt indessen im vergangenen Jahr Versäumtes nach: Er nimmt mit zwölf Monaten Verspätung die Coppa Volpi in Empfang, den Schauspielerpreis der Mostra, den er 2007 für seine Darstellung des Westernhelden Jesse James gewonnen hat.
Die Eröffnungsparty danach, unterm Sternenschein am Sandstrand des Lido vor dem Excelsior, verlässt die Filmcrew noch vor Claudia Schiffer. Das Model strahlt mit seiner Elfenbeinhaut heller als Tilda Swinton, der zweite weibliche Star des Coen-Films. Die unkonventionelle, rothaarige Aktrice erfreut die Klatsch-Fans, weil sie ihren jungen Liebhaber mit nach Venedig gebracht hat, während ihr Ehemann in Schottland die Kinder hütet.
Luxus-Poolparty zum Abschluss des Abends
Das Brüderpaar Coen hat später zur privaten Afterwork-Party geladen: ins Cipriani. Und so schließt sich am Riesen-Pool des Luxushotels der Kreis wieder. Brad Pitt hat seine Pilotensonnenbrille endlich abgenommen; und Clooney feiert bis nach zwei Uhr.
Dabei sieht er immer noch aus wie in der Martini-Werbung. Kein Härchen liegt krumm. Frauen umlagern ihn. Notfalls fragen sie ihn über die Lage in Darfur aus, um ein wenig an seinem Eau der Toilette zu schnuppern. Zarte Zitrusnote!
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
(SZ vom 29.08.2008/viw)
Solche Berichterstattungen mag der europäische Leser: er fühlt sich reingelegt. Eine Sorte von Amis reißt nun wirklich alles an sich, was nur irgendwie attraktiv und vermarktbar.