Wie das Statistische Bundesamt herausgefunden hat, wachsen immer mehr Kinder heute mit nur einem Elternteil auf - meist bei den Müttern, von denen 60 Prozent berufstätig sind.
Immer mehr Kinder in Deutschland wachsen mit nur einem Elternteil auf. Wie das Statistische Bundesamt in Berlin mitteilte, ist mittlerweile jede fünfte Familie in Deutschland alleinerziehend - Tendenz steigend. Neun von zehn Alleinerziehenden sind Frauen, 60 Prozent der alleinerziehenden Mütter sind erwerbstätig.
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Immer mehr Kinder in Deutschland leben entweder nur mit der Mutter oder nur mit dem Vater zusammen. Häufig fehlt es in den Alleinerziehenden - zum größten Teil Mütter - an Geld. (© ag.ddp)
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"Alleinerziehende gehören heute zum normalen Bild unserer Gesellschaft", sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Roderich Egeler. Er betonte, dass das Familienbild sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt habe. 1996 waren es noch 14 Prozent der Minderjährigen, die nur mit einem Elternteil lebten - also jede siebte Familie. Da die Gesamtzahl der Familien mit Kindern seither sank, ergibt sich eine Steigerungsrate des Anteils der Familien mit Alleinerziehenden um 20 Prozent.
Für die Studie des Statistischen Bundesamts zu Alleinerziehenden wurden Mütter und Väter auf Basis des Mikrozensus 2009 gezählt, die ohne Ehe- oder Lebenspartner mit einem oder mehr minderjährigen Kindern zusammenleben. Dabei zeigte sich auch, dass Ein-Eltern-Familien häufiger in Großstädten wohnen. Zudem ist ihr Anteil in Ostdeutschland deutlich höher. Sind die Kinder jung, ist zudem oft das sehr Geld knapp.
Alleinerziehen ist Frauensache
Wenig überraschend: Alleinerziehen ist Frauensache. In neun von zehn Fällen betreute im Jahr 2009 die Mutter den Nachwuchs. Immerhin zwei von fünf alleinerziehenden Mütter arbeiteten Vollzeit. 58 Prozent schafften es, sich überwiegend aus eigener Arbeit zu finanzieren. Ein Drittel hatte aber weniger als 1100 Euro monatlich zur Verfügung, zwei Drittel kamen immerhin auf 1100 bis 2600 Euro.
Sind Kleinkinder im Haus, sieht es jedoch bei den Finanzen düster aus: Nur jede vierte alleinerziehende Mutter von Unter-Dreijährigen (23 Prozent) war 2009 überhaupt berufstätig. Mit Kindern zwischen 15 und 17 Jahren arbeiteten hingegen drei Viertel. In Ostdeutschland liegt der Anteil der Alleinerziehenden an allen Familien deutlich höher: Hier beträgt er 27 Prozent, im Westen dagegen nur 17 Prozent.
Auch in Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern sind Alleinerziehende häufiger: Sie stellen hier 26 Prozent aller Familien. In den großen Städten Ostdeutschlands, wo alternative Familienformen generell weiter verbreitet sind, sind es mit knapp einem Drittel (31 Prozent) sogar noch deutlich mehr. Knapp zwei Drittel der westdeutschen Alleinerziehenden waren 2009 geschieden oder lebten in Trennung vom Ehepartner.
Anders im Osten: Hier war über die Hälfte (54 Prozent) ledig. Gründe sind, dass Kinder in den neuen Ländern öfter unehelich geboren werden und zudem die Mütter tendenziell jünger sind.
Mehr Betreuungsplätze gefordert
Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisierte, dass nach wie vor viele Ein-Eltern-Familien auf Hartz IV angewiesen sind und ihr Armutsrisiko damit hoch ist. Im März bezogen rund 636.000 Alleinerziehende mit rund einer Million Kindern Arbeitslosengeld II, wie Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach berichtete. Sie forderte als Konsequenz bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Existenz sichernde Jobs.
Die Sprecherin der Grünen im Bundestag für Kinder- und Familienpolitik, Katja Dörner, erklärte, die nun geplante Abschaffung des Elterngelds für Hartz-IV-Bezieher und die Anrechnung des Elterngelds bei Mini-Jobbern und Aufstockern werde das Armutsrisiko gerade bei Alleinerziehenden verschärfen. Dörner forderte die Regierung auf, "bessere Rahmenbedingungen für Alleinerziehende" zu schaffen und klagte: "Ministerin Schröder lässt die Alleinerziehenden im Regen stehen". Daher verlange sie, den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Unter-Dreijährige unbedingt umzusetzen. Im Bundesgesetz müsse zudem klargestellt werden, dass Anspruch auf einen ganztägigen Betreuungsplatz bestehe.
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(AFP/AP/vs)
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@bringtheheat
das alles eitle Wonne war.
Aber sie werden doch nicht bestreiten, dass es für ein Kind besser ist, in einer intakten Familie (Mama, Papa, Kind) aufzuwachsen als entweder nur mit der Mutter oder mit mehreren "Onkeln"?
Da spreche ich noch gar nicht die gesellschaftlichen Probleme an, die in unserer Gesellschaft immer deutlicher zu Tage treten.
@gesabert
Was ist besser? Zu Hause alleine (mit Onkel-Option) ohne Job mit Kind von der Stütze lebend, oder Zu Hause nicht alleine mit Kind und einem erarbeiteten höheren Gehalt?
Müsste man bei einer chronologischen Betrachtung nicht zu dem Schluss kommen, das die 68er aus glücklichen und intakten Familien entstanden sind. Die hatten doch alles, was sie brauchten - wie konnten die nur........
Ein daumendicker Rohrstock hat die Basis der Gesellschaft zusammengehalten. Ich hätte mal gerne nen paar Infos (Zahlen) über die ach so heilen und glücklichen Familien der Prä-68er Zeit.
Dagobert, wie soll man das verstehen? Laut Artikel bleiben doch gerade die Alleinerziehenden häufiger ohne Job zu Hause als die verheirateten Mütter mit "klassischer" Familiensituation!
Das kann man gut finden (?!?) oder auch schlecht, aber man kann doch nicht Familie predigen und damit zu Hausebleiben meinen angesichts dieser Statistik!
*hust* auf jeden Fall, damit es noch attraktiver wird den Mann zu verlassen. Eigentlich sollte das Gegenteil passieren: mehr Hilfe für Familien, weniger für Alleinerziehende. Ich sehe es genauso, wie ihr 3: Eine gesunde Familie besteht immer noch aus Mutter, Vater und Kind und dafür sollte man alles tun und nicht das, was eine weibliche Grüne da fordert. Wundert mich auch gar nicht, dass sie mehr Hilfen für Alleinerziehende will.
Paging