Familie 40 Mütter, die wir lieben

Mütter im Uhrzeigersinn: Licia Ronzulli, Marge Simpson, Marie Curie, Liv Tyler, Chimamanda Ngozi Adichie, Pink, Orca-Weibchen, Patti Smith, Maria Theresia und Daenerys Targaryen

(Foto: Getty, AFP, AP, Imago, Instagram,)

Weil es viel zu selten passiert, singen wir hier ein Loblied auf Mütter. Für das, was sie alles schaffen. Oder einfach dafür, wie sie sind.

Von SZ Familie

Sarah Blaffer Hrdy - Forscherin

Oft wird sie als "Charles Darwin als Frau" beschrieben. Dabei müsste man eher über Darwin als "Sarah Blaffer Hrdy als Mann" schreiben. Schließlich sind Hrdys Forschungen über das So­zialverhalten von Lebewesen und zum Thema Mutterschaft wesentlich komplexer als Darwins Theorien. In den 1950ern in Texas aufgewachsen, kam sie 1970 nach Harvard, machte Unikarriere, wurde Feministin, bekam drei Kinder und verließ mit 41 Jahren die Uni wieder, um sich - nach einem harten Jahr, in dem auch ihre Mutter starb - aufs Schreiben und die Familie zu konzentrieren. Ihr Buch "Mutter Natur: Die weibliche Seite der Evolu­tion" ist ein Segen für Frauen, weil es nachweist, dass Mutterliebe kein exklusives Naturgesetz ist, sondern auch gut geteilt werden kann.

Liv Tyler - Handyliebe

Bei "misslivalittle" auf Instagram kann man verfolgen, wie es aussieht, wenn eine Holly­wood-Schauspielerin sehr verknallt in ihre Familie ist und in das Chaos dazu auch: ziemlich schön normal.

Licia Ronzulli - Abgeordnete und Symbol

In der Grauhaar-Männer-Krawatten­-Zone EU-Parlament war sie die erste Mutter, die ihr Kind zur Arbeit mitnahm. Sehr viele Parlamentssitzungen hat Tochter Vittoria auf dem Schoß der Mama miterlebt. Und sich dabei auch auf der ein oder anderen Gesetzes­vorlage mit dem Malstift verewigt.

Rike Drust - Bloggerin gegen Elternfrust

Elternsein ist manchmal anstrengend. Überall Ansprüche und Erwartungen, echte und eingebildete. Rike Drust schreibt, seit sie Mutter ist, dagegen an. Ihr Buch "Muttergefühle. Gesamtausgabe" erschien zwei Jahre nach der Geburt ihres ersten Sohnes und wurde zu einer Mutmacher-Bibel für junge Mütter. Dabei bleibt Drust, die im Hauptberuf Werbetexterin ist, immer umwerfend ehrlich, charmant und vor allem entspannt. In ihrem neuen Buch, "Muttergefühle. Zwei", beschwört sie etwas, das Eltern gut gebrauchen können: Solidarität und Mitgefühl - mit sich selbst und mit den anderen.

Süddeutsche Zeitung Familie
SZ Familie Heft Januar/Februar

Dieser Text stammt aus der aktuellen Ausgabe von SZ Familie, dem 2in1-Magazin für Eltern und für Kinder. Hier bestellen!

Anna Dimitrova - Führend

Ihre Tochter unter der Woche kaum zu sehen, sei hart, hat die 41-Jährige Vodafone-Geschäftsführerin erklärt, aber sie wolle Mutter und Führungskraft sein. Auch wenn die Diskussion über die Vereinbarkeit von beidem zu Recht oft streitlustig geführt wird: wie angenehm, wenn eine Beteiligte dabei so unaufgeregt bleibt.

Rabe - Vorbild-Vogel

Kümmert sich um ihre Kinder wie kaum eine andere Vogelmutter, ist freu und teilt sich mit dem Rabenmann die Erziehung.

Marie Curie - Zeitreisende

Die zweifache Nobelpreisträgerin war nicht nur als Wissenschaftlerin ihrer Zeit voraus. Früh verwitwet, unterrichtete sie ihre Tochter Irène selbst. Sie sagte: "Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen."

Chimamanda Ngozi Adichie - Politische Autorin

Im Grunde verließ das Wort "Feminismus" endgültig die uncoole Ecke, als Beyoncé einen Vortrag der nigerianischen Autorin mit dem Titel "Wir sollten alle Feministin sein" sampelte. Adichie ist eine politische Schriftstellerin im besten Sinne, neben ihren saftig­-subtilen Romanen schreibt sie kleine Pamphlete für den Alltagsgebrauch, zuletzt: "Wie man eine feministische Tochter großzieht."

Marge Simpson - Mutti-Taskerin

Sie trägt eine blaue Turmfrisur, kann einen Fisch mit drei Augen braten und brachte Präsidentengattin Barbara Bush dazu, sich bei ihr zu entschul­digen, nachdem diese die Simpsons "als das Dümmste, was ich je im Fernsehen gesehen habe" bezeichnet hatte. Seit fast 30 Jahren erzieht sie Mann und Kinder, dabei schafft sie es, inmitten des größten Wahnsinns stets geduldig und liebevoll zu bleiben. Doch Marge Simpson ist mehr als die Hausfrau und die Stimme der Vernunft. Hinter ihrem Pragmatismus liegt eine Einsamkeit, die jede Mutter kennt,die zu lange allein auf dem Spielplatz he­rumgestanden hat. Mitunter lebt sie ihre wilde Seite aus: 2009 schaffte Marge es auf das Cover des US-Playboy. Jetzt weiß jeder Mann, dass man der Fas­sade der braven Mutter nie, niemals trauen darf.

Steffi Graf - Nicht-Tennismutter

Dass die Kinder von Steffi Graf und Andre Agassi alle Sport­arten lernen durften, nur kein Tennis, zeugt von großem elterlichem Weitblick und Unehrgeiz. Außerdem sehr sympathisch: dass sie ihr Familienleben nie vermarktet hat.

Katrin Suder - Fachkraft

Vermeintliche Männer­domänen schrecken Katrin Suder wenig. Die Physikerin und Unternehmensberaterin ist Deutschlands erste Rüstungsstaatsse­kretärin: Auch ihre Partnerin kennt sich in Männerdomänen aus. Im Frühjahr hat Suder die frühere HSV-Managerin und Fußballnationalspielerin Katja Kraus geheiratet, zusammen haben sie drei Kinder.

Stella McCartney - mehr als Style

Modedesignerin mit vier Kindern und klaren Prinzipien - kein Leder, kein Pelz. Bestandteil ihrer Kollektion: ein BH für Brustkrebspatientinnen.

Frau Waas - Kauffrau

Die fürsorgliche Ersatzmutter von Jim Knopf weiß, was man auf Abenteuerreisen braucht: einen Korb mit Butterbroten.

Pink - Kämpferin

Pink, das ist Alecia Beth Moore, Drogen mit elf, Schulabbruch mit 16, heute Mutter von zwei Kindern. In Pennsylvania, wo sie herkommt, ist Trump-Land. Der Weg von dort zum Star war weit und holprig. Vor Kurzem hat ihre Tochter zu ihr gesagt: "Ich glaube, ich bin das hässlichste Mädchen der Welt. Ich sehe aus wie ein Junge mit langen Haaren." Pink erzählte davon bei einer Preisverleihung. Ihre Reaktion? Sie hat ihr Bilder von David Bowie gezeigt und gesagt: "Mir war immer egal, ob der ein Mann oder eine Frau ist, er ist Bowie! Du musst weghören, wenn andere über dich reden. Sei, wer du willst."

Daenerys Targaryen - unbeirrbare Drachenmutter

Sie hat in der TV-Serie "Game of Thrones" drei heiß geliebte Drachen im Feuer zur Welt gebracht, auf denen sie gegen das Unrecht zu Felde zieht. Natürlich wird sie die Eiszombie­apokalypse stoppen!

Saralisa Volm - Turbo mit Herz

Es macht Spaß, Saralisa Volms Leben zu verfolgen. Denn die 32-Jährige ist der beste Beweis dafür, dass es vollkommen okay ist, alles zu wollen. Sie ist Schauspielerin (als H&M-Verkäuferin entdeckt von Regisseur Klaus Lemke), führt selbst Regie und hat gerade ihren ersten eigenen Film "Fikkefuchs" produziert. Sie hat eine Ausstellung kuratiert und das lustige Buch "Mamabeat" geschrieben, in dem es darum geht, auch mit Kindern weiter Party zu machen. Auf Facebook und in Talkshows mischt sich Volm überall ein, Politik, Bildung, Geschlechterdebatte. Wenn sie zu wenig Schlaf hatte, beginnt sie zu schielen, was sehr schön aussieht und wo­rüber sie selbst lachen kann. Und, ach ja, ganz bald bekommt Volm ihr viertes Kind.

Ursula von der Leyen - Politikerin

Lange Diskussion, ob sie in diese Liste passt. Aber: Sie ist die politische Mutter von Elterngeld, Vätermonaten und Krippenausbau. Konservative hassen sie dafür. Die anderen betonen, eine Großfamilie zu haben, sei bei ihrer privilegierten Herkunft keine Kunst.

Mareice Kaiser - für mehr Teilhabe

Ob sich Mareice Kaiser wohl da­rü­ber freut, in einer Mütter­-Liste gelandet zu sein? Schließlich war es ihr immer wichtig, berufstätig zu sein, nie "nur" Mutter. Und dann ist sie doch vor allem als Mutter von zwei Töchtern bekannt geworden. Greta, die eine, mehrfach behindert. Über das Leben mit ihr schrieb sie den Blog "Kaiserinnenreich", wo sie zwischen Lieblingsliedlisten, Alltag und Texten über den Vereinbarkeitswahnsinn immer wieder mehr Teilhabe forderte. Für ihre Tochter, aber auch für sich selbst. Als berufstätige Mutter eines Kindes mit Behinderung musste sie viel Kritik ertragen. Greta ist im Dezember 2015 gestorben. Mareice Kaiser kämpft weiter für Inklusion und Gleichberechtigung. Dafür, dass behinderte Kinder mehr sein dürfen ­als Diagnosen - und Eltern mehr als Pflegekräfte.

Linda Boström Knausgård - die andere

Wer die Romane ihres Ex-Mannes gelesen hat, meint, Linda Boström zu kennen: Die hypersensible und beißend intelligente Frau im Leben von Karl Ove Knausgård. Eine Mutter, die ehrlich mit ihren eigenen Dämonen ringt und ihren vier Kindern trotzdem immer voller Liebe begegnet. Nun hat sie mit "Willkommen in Amerika" gezeigt, dass sie viel mehr ist als eine Protagonistin. Eine Erzählerin, die nur wenige Worte braucht, um dunkelste Abgründe des Menschlichen zu beleuchten.

Susie Orbach - Körper und Seele

Vor fast 40 Jahren schrieb sie den Bestseller "Fat is a Feminist Issue" über das zerstörerische Körperbild von Frauen, berühmt wurde sie als Therapeuthin der bulimiekranken Prinzessin Diana. Ihr Forschungsgebiet der vergangenen Jahre: wie Mütter das Selbstwertgefühl ihrer Töchter beeinflussen. "Mütter tendieren dazu, ihre Söhne Grenzen austesten zu lassen und ihren Töchtern Grenzen aufzuzeigen", sagt sie, selbst Mutter einer Tochter und eines Sohnes. Vom Vater der Kinder lebt sie seit ein paar Jahren getrennt und hat neu geheiratet - die Schriftstellerin Jeanette Winterson.

Gianna Nannini - Ü 50

Mick Jagger wurde mit 72 noch mal Vater, Robert De Niro mit 68, George Lucas mit 69 - die Reihe der späten Väter ist lang und prominent. Doch als Gianna Nannini mit 54 Jahren Mutter wurde, war das Geschrei groß: Weiß diese verantwortungslose Person überhaupt, was sie ihrem Kind antut? Gianna Nannini hat diese Vorwürfe zum Problem anderer Leute erklärt. Wer kann schon voraussehen, welche Erwachsenen gute Eltern sind? Und was ist das überhaupt: eine gute Mutter? Das Thema "Mütter mit 50" ist ohnehin schon längst passiert: Die Menschen werden immer älter, Frauen sichern ihre Fruchtbarkeit in einer Kryobank ab und die Reproduktionsmedizin kann Mäuseeierstöcke mit dem 3-D-Drucker herstellen. Und da soll Gianna Nannini so ein großes Thema sein? Eine Mutter, die aus einer großen Konditorenfamilie stammt, ein Philosophiestudium mit "summa cum laude" abgeschlossen hat und den ganzen Tag Liedchen vor sich hinsummt, kann man ja nur jedem gönnen. Und gewünscht und geliebt zu sein sowieso.

Orca - Avantgarde

Helikopter-Mum in der Wasserversion: Die Söhne bleiben bei ihr ein Leben lang.

Erykah Badu - Familien-Musikerin

Die Schriftstellerin Alice Walker wurde mal gefragt, ob Künstlerinnen Kinder bekommen sollten. "Wenn sie Lust darauf haben, schon", antwortete sie, "aber nur eins. Mehr Kinder machen zu unbeweglich." Ob das so stimmt? Die Soulsängerin Erykah Badu ist eine der kreativsten Musikerinnen ihrer Generation, so ziemlich das Gegenteil von unbeweglich. Und sie hat drei umtriebige Kinder (von drei Männern). Ihren Sohn Seven Sirius unterrichtete sie jahrelang zu Hause. Ihre mittlere Tochter Puma Sabti Curry ist ein Gesangs- und Performancetalent, und auch die Kleinste, Mars, turnt, singt und dreht lustige Filmchen. Badu brachte sie zu Hause zur Welt und twitterte währenddessen live - wegen einer Wette. Für die Künstlerin ist die Familie keine Fessel, sondern Inspiration und Kreativlabor. Sie sagt: "Was auch immer sie werden wollen, ich unterstütze sie. Sie müssen keine Mini­-Mes werden. Ich bin dankbar, dass sie mich in allem unterstützen, was ich mache. Mama geht arbeiten, und sie sind dankbar."

Maria Theresia - die Kaiserin (1717-1780)

Sie führte Kriege, reformierte den Staat und bekam 16 Kinder. Und soll trotzdem eine warmherzige Frau geblieben sein.

Esther Wojcicki - Pädagogin vs. Perfektionistin

Erfolgreiche Frauen großzuziehen, war nicht Esther Wojcickis Ziel. Lieber ermutigte die Lehrerin ihre eigenen Töchter dazu, Dinge zu hinterfragen. Gut lesen und rechnen sollten Susan, Janet und Anne können, sich souverän ausdrücken, gut schwimmen. Alles Rüstzeug für ein selbstbestimmtes Leben. Obwohl Esther Wojcicki die Beschäftigung mit Mode, Aussehen und Deko überflüssig fand, kaufte sie der fünfjährigen Susan den neon­pinken Teppich, den sich die Kleine für ihr Zimmer wünschte und holte sie und ihre Schwestern auch schon mal früher von der Schule ab, um gemeinsam im Sale zu shoppen - Teil eines Anti-Perfektionismus-Plans, den die 76-Jährige in ihrer Zeit als Lehrerin fasste. Damals erlebte sie, wie viel Druck auf Mädchen lastet, die alles richtig machen möchten. Das wollte sie ihren Töchtern ersparen, über die sie sagt: "Sie geben ihr Bestes, aber sie vergeben sich auch." Mit dieser Einstellung sind sie sehr erfolgreich geworden. Die Älteste: Youtube-Chefin. Die Mittlere: Anthropologin und Epidemiologin. Die Jüngste: schwerreiche Biotech-Unternehmerin.

Julia Reiche - Rollentauscherin

Zwei Kinder in zwei Jahren, Unternehmensberaterin. Personalchefin einer Kanzlei und dann vier Jahre sehr gern Vollzeitmutter. Heute? Ehrenamtliche Führungskraft bei der NGO Ashoka.

Aliza Olmert - Vereinigerin

Wie viel Uneinigkeit verträgt eine Familie? Die Olmerts haben die Extreme ausgelotet: Ehud Olmert, konserva­tiver Politiker in Israel und seine fünf Kinder, linke Aktivisten: Er lehnt fast jedes Zugeständnis an die Palästinenser ab, Sohn Schaul weigert sich, seinen Reservedienst jenseits der Green Line zu leisten. Er streicht als Bürgermeister von Jerusalem Zuschüsse für die "Pride Parade". Tochter Dana bekommt mit ihrer Partnerin ein Kind. Er zieht als Ministerpräsident gegen die Hisbollah in den Krieg, Sohn Ariel flieht vor dem Militärdienst nach Frankreich. Mittendrin: Aliza Olmert, 71, politische Künstlerin, Ex-First-Lady, Ruhepol. Wenn die Zwölffach-Oma mit dem gepanzerten Wagen nach Tel Aviv fährt, steht ein Topf mit Gemüsesuppe im Fußraum des Beifahrersitzes, für ihre Enkel. Wegen Korruption musste Ehud Olmert ins Gefängnis. Mitte dieses Jahres kam er raus. Wer wieder dastand: Aliza.

Ma Dalton - Clanchefin

Manchmal sind Kinder kleine Gangster. Was dann? Ma Dalton backt Kuchen.Mit Feile drin.

Mama Bär - Walderzieherin

"Die Luft roch nach Schnee. Der Wind ­wehte so kalt, dass der kleine Bär zitterte. Da wusste Mama Bär, dass es Zeit war. 'Ab ins Bett, kleiner Bär', sagte sie."

Judy Murray - Spielermama

Hat als Trainerin aus ihren Söhnen Andy und Jamie nicht nur Toptennisspieler gemacht, sondern, viel wich­tiger, sie zu den womöglich einzigen Feministen im männlichen Profitennis erzogen.

Alicia Florrick - "The Good Wife"

Geniales Geheimrezept der Serienmutter gegen den gemeinen Working-Mum-Frust: jeden Abend eine Flasche Rotwein öffnen.

Rona Duwe - Aktivistin

Rona Duwe ist die Gründerin der "Phönix­-Frauen". Ihr Ziel: Frauen emotional dabei zu unterstützen, sich aus Gewaltbeziehungen zu lösen. Dafür führte sie zahlreiche Interviews mit Frauen, denen das gelungen ist. Seit August dieses Jahres ist jedoch Ruhe auf der Website. "Gerade Müttern kann ich nicht mehr guten Ge­wissens zur Trennung raten", sagt sie. Es gehe immer weniger darum, eine Trennung psychisch durchzustehen, sondern um juristische und finanzielle Probleme. Da könne sie aber nicht helfen. Über Facebook und Twitter schaltet sich die Aktivistin trotzdem regelmäßig in aktuelle Debatten ein und steht dabei immer konsequent auf der Seite der Frauen und Mütter. Die Pausetaste drückte sie aus Selbstschutz. Von ihr kann man also nicht nur lernen, wie man für etwas brennt - sondern auch, wie man nicht ausbrennt.

Jacqueline Flory - Macherin

Nach einer Reise in den Libanon, auf der sie das Elend der dorthin geflüch­teten 700 000 syrischen Kinder sah, rief Jacqueline Flory an der Münchner Grundschule ihrer Tochter die Initia­tive "Zeltschule" ins Leben. Die Idee: Geld auf Schulbasaren, Bücher­ständen, Benefizkonzerten zu sammeln, um im Libanon eine Schule aufzubauen. "Dort wächst sonst eine ganze Generation syrischer Kinder im Analphabetismus auf." Alle haben mitgeholfen, Schüler, Lehrer, Eltern - mit unglaublichem Erfolg: Heute, ein Jahr nach der Vereinsgründung, entsteht die siebte Zeltschule im Libanon.

Und außerdem:

Für Ihre Coolheit: Patti Smith - Punkpoetin, die für ihre beiden Kinder pausiert hat.

Für Ihre Beherztheit: Tanja Doretti - die Mutter aus dem Film "Rico, Oskar und der Tieferschatten" erzieht hemdsärmelig mit viel Humor.

Für ihre Souveränität: Beyoncé - muss man können: sehr lässig die eigene Mutterschaft zelebrieren.

Für ihre Handfestigkeit: Béa Beste - "Tollabea" ist der tollste Netztreffpunkt für große und kleine Kinder.

Für Ihre Unabhängigkeit: Charlotte Rampling - nahm ihre Söhne überallhin mit.

Für die Unbeirrbarkeit: Hildegard Hamm-Brücher - Nazi-Repressalien, uneheliches Kind, prägende Frau der deutschen Politik.

Für das Stilbewusstsein: Gesa Hansen - zeigt auf Instagram schöne Designentwürfe - und ihr Familienglück.

Süddeutsche Zeitung Familie
SZ Familie Heft Januar/Februar

Dieser Text stammt aus der aktuellen Ausgabe von SZ Familie. Weitere Themen:

  • Erziehen wir unsere Kinder zu Egoisten? Ein Gespräch mit Juli Zeh
  • Handy am Steuer gelten als häufigste Unfallursache. Warum wird nichts dagegen getan?
  • Patch-Work-Familien sind die Zukunft? Unsere Autorin lebt in einer und findet es zum Kotzen.

Im Kinderheft: Was ist eigentlich Feminismus? | Warum schwimmt so viel Plastik im Meer? | Ein Tag im Ballettinternat | Zimtschnecken backen | Tierspuren erkennen | Masken basteln | Familienwappen malen | Und natürlich: Comics, Rätsel, Poster, Aufkleber und ganz viele Witze.

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