Ist das Radl erstmal geklaut, bleibt es meistens weg - die Aufklärungsrate ist sehr gering. Deshalb: Codieren lassen und in Schlösser investieren, raten Experten.
1000 Fahrräder werden durchschnittlich jeden Tag in Deutschland gestohlen, die der Polizei gemeldeten Diebstähle summierten sich 2008 auf eine Gesamtschadenssumme von 123 Millionen Euro. Und aufgeklärt werden nur wenige Fälle, zwischen vier Prozent in Bremen und 16 Prozent in Bayern liegt die Wiederbeschaffungsrate. Karsten Hübener vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) rät deshalb zur bestmöglichen Sicherung: "Ein gutes Schloss schreckt Diebe ab. Am sichersten sind hochwertige Bügelschlösser von Markenherstellern." Als Faustregel gelte, in das Schloss etwa fünf bis zehn Prozent des Neupreises des Fahrrads zu investieren.
Viele Schlösser sind schnell geknackt. Wer sein Fahrrad richtig sichern will, muss oft tief in die Tasche greifen. (© Foto: ddp)
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Zusätzlich zum Schloss gibt es noch eine weitere Möglichkeit, Räder für Diebe unattraktiv zu machen: die Codierung. Dabei wird ein Code in den Rahmen eingraviert oder mit stark haftenden Aufklebern aufgebracht. "Dieser Code enthält alle notwendigen Daten, um den Besitzer des Rades schnell und eindeutig zu identifizieren", sagt Hübener. Die Polizei kann bei Kontrollen den Code eindeutig zuordnen und die Eigentumsverhältnisse prüfen - ähnlich wie bei der Fahrgestellnummer eines Autos.
In manche Hausratversicherungen kann man sein Fahrrad explizit mit aufnehmen lassen, für teure Räder lohnt sich vielleicht eine eigene Radversicherung. Der ADFC empfiehlt dafür die Gesellschaft Pergande & Pothe, bei der man je nach Kaufpreis eine Teil- oder Vollkaskoversicherung für Räder abschließen kann, die sogar den Fall einer Explosion mit einschließt. Egal, wie man sein Rad versichert: Der Schutz ist immer daran gebunden, dass das Rad zum Zeitpunkt des Diebstahls mit einem adäquaten Schloss abgeschlossen wurde. Ein solches hat seinen Preis: 109 Euro kostet zum Beispiel das City Chain X-Plus 1060 von Abus, eine "spezialgehärtete Zehn-Millimeter-Sechskant-Kette mit sehr hohem Kneifwiderstand und der patentierten Abus-Kraftzellentechnologie mit direkter Verriegelung der Kette im Schlossgehäuse ", wie es in der Information des Herstellers heißt. Erhältlich ist es in den Längen 85, 110, 140 und 170Zentimeter, es wiegt ab 2100 Gramm.
Der ADFC rät, Fahrräder immer am Rahmen an unbeweglichen Gegenständen festzuketten, damit am Ende eines Kneipenbesuchs kein einsamer Reifen am Laternenpfahl baumelt. Schnellspanner an Reifen und Sätteln laden auch zur schnellen Mitnahme ein; sie kann man einfach durch Schrauben ersetzen.
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(SZ vom 19.03.2010/bilu/leja)
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