Expertentipps zur Erziehung "Mädchen müssen gestärkt werden - und Jungen"

Wenn die Spielkameradinnen von gestern plötzlich junge Frauen sind, die ihre Attraktivität testen, ist das auch für Jungs nicht einfach. Sie sind ja oft nicht so weit wie die Mädchen in ihrer Klasse.

Da wäre es toll, wenn die Jungen einen Vater haben, mit dem sie darüber sprechen können. Der auch mal nachfragt: "Wie wirkt das auf dich?" Und Verständnis hat, dass ein Junge davon durchaus irritiert sein kann. In dieser Zeit ist es immens wichtig, das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken, ob von Mädchen oder Jungen. Und sie dahin zu bringen, zu reflektieren, was ihnen gefällt und nicht nur der Gruppe zu folgen - eine immens schwierige Aufgabe in dieser Zeit.

Es gibt ja auch Mädchen, die sich am liebsten in weiten Kleidern verstecken. Zusätzlich wird in der Werbung oder in Formaten wie "Germany's Next Topmodel" das perfekte Aussehen unerreichbar idealisiert. Wie können Eltern ihren Töchtern helfen, sich in ihrer Haut wieder wohlzufühlen?

Es kann unheimlich sein, wenn mit dem Körper Sachen passieren, die das Kind nicht steuern kann: Die Brüste wachsen und werden unter weiten T-Shirts versteckt. Dann ist vielleicht eine Brust größer als die andere, manche Mädchen brauchen schon einen BH. Mit diesem veränderten Körper müssen sie sich erst einmal anfreunden. In dieser Zeit ist es ganz wichtig, dass Eltern die neuen Bedürfnisse ihres Kindes respektieren. Und der Vater nicht sagt, dass sich das Mädchen nicht so anstellen soll, wenn er auch ins Bad will. Eltern können sich als Gesprächspartner anbieten und ruhig erzählen, wie sie sich damals fühlten.

Sind also der knappe Rock und der tiefe Ausschnitt eigentlich ein gutes Zeichen? Denn offenbar gefällt diesen Mädchen im Gegensatz zu vielen ihrer Altersgenossen ihr veränderter Körper.

Da wäre ich mir nicht bei allen so sicher. Einige ziehen sich besonders sexy an und von außen sagen alle: Das sieht nicht schön aus, das ist viel zu eng. Manchmal ist das einfach ein missglückter Versuch, etwas von sich zu zeigen, um von etwas anderem abzulenken. Da sollen die anderen lieber in den tiefen Ausschnitt glotzen statt auf den vermeintlich dicken Hintern.

Die Diplom-Psychologin Elisabeth Raffauf leitet in einer Erziehungsberatungsstelle unter anderem Gruppen für Eltern pubertierender Jugendlicher. Für den WDR arbeitet sie an der Aufklärungsreihe "Herzfunk" mit, bei der Kinder Fragen zu den Themen "Liebe, Körper und Gefühl" stellen. Sie ist Autorin zahlreicher Erziehungsratgeber und Aufklärungsbücher, darunter "Pubertät heute - ohne Stress durch die wilden Jahre" und "Only for girls - alles über Liebe und Sex".

Der Rock war vor einem halben Jahr noch ein Gürtel, der Ausschnitt endet kurz vor dem Bauchnabel und die Eltern erkennen die brave Tochter nicht wieder. Beim Streit über die Kleiderwahl von pubertierenden Mädchen fallen dann Sätze, die Mütter und Väter eigentlich niemals sagen wollten - die Erziehungskolumne.

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