Essay über Debattenkultur Schusswechsel

Wer sich über "Zuwanderung" unterhält, muss dieser Tage besondere Vorsicht walten lassen.

(Foto: dpa)

Während die einen den täglichen Tabubruch feiern, alarmieren die anderen bei jedem Reizwort die Moralpolizei: Warum es in Deutschland gerade sehr schwierig ist, ganz normal miteinander zu diskutieren.

Von Hilmar Klute

Ende Dezember bilanzierte der "Heute-Journal"-Moderator Claus Kleber das so gut wie erledigte Jahr mit einer Würdigung all jener Deutschen, die den Kriegsflüchtlingen einen freundlichen Empfang bereitet hatten: "Hilfsbereitschaft, Empathie, Willkommen stellen in den Schatten, was Fremdenfeinde, Nationalisten und Zweifler auf die Straße bringt."

Auf den ersten Blick ist an dieser Äußerung nichts auszusetzen, ein ganz normaler Gut-gegen-Böse-Satz, freundlich und konsensorientiert. Und trotzdem: Kleber musste sich für diese Äußerung öffentlich entschuldigen. Was war der Fehler, den er begangen hatte? Kleber hatte ...