Lange galt: Wer viel Obst und Gemüse isst, senkt sein Krebsrisiko. Das aber scheinen Forscher nun endgültig widerlegt zu haben.
Es gibt 5-am-Tag-Rezepte, die Aktionen 5-am-Tag-in-der-Schule und 5-am-Tag-am-Arbeitsplatz. Der Comedian Atze Schröder unterstützt die Kampagne ebenso wie die Boxerin Regina Halmich und der unvermeidliche Johann Lafer. Gemeint ist damit, fünfmal am Tag Obst oder Gemüse zu essen - am besten jedesmal eine Hand voll oder mehr, um sich vor vielen Krankheiten bis hin zu Krebs zu schützen. Dieser Ratschlag geht zurück auf das Jahr 1990, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Menschen mindestens 400 Gramm Grünzeug am Tag nahelegte, um Tumoren vorzubeugen. Krebs- und Ernährungsgesellschaften weltweit schlossen sich der Empfehlung an.
Obst hält gesund - das lernen schon die Kinder in der Schule. Doch gegen Krebs schützen die Vitamine nicht. (© Foto: dpa)
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Doch was so frisch, sympathisch und gesund klingt, lässt sich zumindest in einem Punkt kaum halten. Dass Obst und Gemüse vor Krebs schützen, ist allenfalls Wunschdenken. Die Belege dafür sind äußerst dünn, schreibt ein internationales Forscherteam im Fachmagazin Journal of the National Cancer Institute (Bd.102, S.1, 2010) vom heutigen Mittwoch.
Die Wissenschaftler hatten die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten von mehr als 470.000 Menschen aus zehn westeuropäischen Ländern prospektiv untersucht - darunter auch Deutschland. Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von fast neun Jahren waren mehr als 30.000 der Teilnehmer an einem Tumor erkrankt.
Jene Probanden, die täglich viel frisches Obst und Gemüse zu sich nahmen, erkrankten fast genauso häufig an Krebs wie die Menschen, die kaum Frisches aßen. "Der statistische Unterschied von vier Prozent ist bestenfalls als gering einzustufen - sofern er überhaupt auf die Ernährung zurückgeht", schreiben die Autoren um den New Yorker Krebsforscher Paolo Boffetta. "Denn Menschen, die viel Obst und Gemüse essen, treiben meist auch mehr Sport, rauchen und trinken weniger, sodass ihr Krebsrisiko auch aus diesen Gründen niedriger ausfallen kann."
In jüngster Zeit wurde immer wieder angezweifelt, dass sich Krebs mit einer vermeintlich gesunden Ernährung verhindern oder hinauszögern lässt. Die Idee von den gesunden Früchten schien jedoch so überzeugend zu sein, dass die Kritik lange nicht gegen die von Lebensmittelkonzernen unterstützten Ernährungskampagnen ankam. Einige Forscher hielten gar eine Senkung des Tumorrisikos um die Hälfte für möglich. Forschungsgruppen wurden gegründet und gefördert, um Antioxidantien, Phytochemikalien und andere vermeintlich die Krebszellen bekämpfenden Substanzen in den Pflanzen zu identifizieren.
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Abholzungen im Amazonas-Gebiet
Empfehlenswert ist The China Study von Colin Campbell. Wahrscheinlich sinken gerade mal wieder die Umsätze der Fleisch- und Milchindustrie und deswegen lässt sie die Wissenschaft auf die Medien los. Das ist vergleichbar mit dem Auftauchen der Beweise, dass Schokolade doch keine Migräne verursacht, immer genau kurz vor Ostern.
Mit anderen Worten: Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs nehmen überall dort weniger als die Hälfte des normalen Vorkommens ein, wo man sich vegetarisch oder besser noch vegan (ohne tierisches Eiweiß), biologisch und regional ernährt.Aber am besten nichts einfach glauben, sondern selber ausprobieren. Sieben Tage lang vegan ernährt, und jeder fühlt selbst, was Sache ist. Gute Appetit miteinander!
...und wer finanziert wohl die im Journal of the National Cancer Institute veröffentlichten Studien? Weltweit verdienen mehr Menschen ihr Gehalt mit der pharmazeutischen und medizinischen Bekämpfung von Krebs, als es Erkrankte gibt! Das sollte zu denken geben, da es überall nur um Profit und Arbeitsplätze geht. Jede Studie beweist nur das, was der Auftragerteiler zu beweisen beabsichtigt.
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung verspricht jedoch bei Weitem nicht so hohe Margen wie Medikamente und Behandlungen.
könnten durch gesunde Ernährung vermieden werden. Insbesondere das Risiko für Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes könnte durch regelmäßigen Verzehr von 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag erheblich verringert werden. In den Mittelmeerländern, in denen Obst und Gemüse einen hohen Anteil an der Volksernährung haben, leiden weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Beschwerden und Krebs. In Deutschland sind wir vom empfohlenen Minimum von 400 bis 800 g täglich noch weit entfernt.
"Also der Zusammenhang Klima und Gesundheit ist schon sehr abstrakt..."
Find ich gar nicht. Wenn ich Gemüse oder Obst esse, das via Flugzeug und Lastwagen aus ganz anderen Kontinenten importiert wurde, dabei durch spezielle Kühlung künstlich frisch gehalten wird, sieht die Umweltbilanz ziemlich mies aus. Und büssen muss es letztlich dann doch, noch dazu auf mehreren "Kanälen", der Verbraucher.
Man ist, was man isst..
Ein gesundes Körpergefühl und wenig Billgfrass scheint wohl tatsächlich das Beste zu sein. Da würde man in Zukunft ja am liebsten die Damen und Herren Ernährungsberater ignorieren, da ihre Erkenntnisse wohl kaum als ausreichend bezeichnet werden können.
Die jeweiligen Ratschläge gelten wohl nur bis zur nächsten schlagzeilenheischenden Studie.
Wie sich industrielle Zusatz- und Konservierungsstoffe + Umweltgifte zum Risiko einer Krebserkrankung verhalten, wäre auch interessant.
Paging