Strafbar, aber keine Körperverletzung: Opfer von Nachstellungen können selbst bei schweren gesundheitlichen Folgeschäden nicht auf finanzielle Entschädigung hoffen.
Stalking-Opfer können nicht auf Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz hoffen - auch wenn sie in Folge des Psychoterrors unter schweren psychischen Traumatisierungen leiden. Wie das Bundessozialgericht in Kassel nun entschied, ist das beharrliche Verfolgen oder Belästigen von Personen nicht generell als tätlicher Angriff im Sinne des Gesetzes zu werten. Voraussetzung für eine Entschädigung bleibt damit eine körperliche Gewalttat.
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Auch wenn psychische Schäden durch Stalking-Attacken schlimmer sein können als die Folgen körperlicher Gewalteinwirkung - eine Entschädigung nach dem Opferentschädigungsgesetz gibt es dafür nicht. (© ddp)
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Das Bundessozialgericht richtete sich damit gegen die Entscheidung einer Vorinstanz, die einer inzwischen 60-jährigen Frau eine Beschädigtenrente zugesprochen hatte, weil sie als Stalking-Opfer an einer Belastungsstörung mit Erschöpfungs- und Angstzuständen erkrankt war. Die Frau gilt heute als schwerbehindert und ist erwerbsunfähig.
Eine Gewaltandrohung alleine reicht nicht
Die Drohung mit Gewalt sei nur dann als tätlicher Angriff zu werten, wenn die Gewaltanwendung unmittelbar bevorstehe, urteilten die Bundesrichter in Kassel. Der Fall wurde an das Landessozialgericht zurückverwiesen, das die Hansestadt Bremen zur Zahlung einer Beschädigtenrente verurteilt hatte. Das Gericht soll nun prüfen, ob im Fall des 60-jährigen Stalking-Opfers ein tätlicher Angriff in den vom Bundesgericht ausgelegten engen Grenzen vorlag.
Die Frau hatte über zwei Jahre unter den Nachstellungen eines alkoholkranken Mannes gelitten, von dem sie sich nach einer mehrmonatigen Beziehung getrennt hatte. Nach Angaben des Gerichts lauerte er ihr immer wieder auf, rief sie zu jeder Tages- und Nachtzeit an und veranlasste missbräuchlich Einsätze von Polizei, Notarzt und Feuerwehr zu ihrer Wohnung. Wiederholt habe er auch Bomben- oder Todesdrohungen gegen die Frau ausgesprochen.
Trotz zweier gerichtlicher Schutzanordnungen habe der Mann nicht von der Frau abgelassen, bis er schließlich wegen mehrfachen Verstoßes gegen die Schutzanordnungen zu Freiheitsstrafen verurteilt worden sei. Abgesehen von einem Griff an den Arm und dem "Herumreißen" der Klägerin vor einem Geschäft sei es aber nicht zu körperlichen Übergriffen gekommen.
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(sueddeutsche.de/Reuters/feko/jobr)
Partyzone Flußufer
Der Mensch hat eben nur einen Körper und keine Seele. Aber warum schließen Juristen damit auf andere?
P.S.
Ausserdem ist nicht alles Gold was glänzt. Alle möglichen Leute erheben sich selbst in den Therapiehimmel mit dem was sie von sich geben und therapieren.
Fakt ist, daß z.B. in München jeder sein Süppchen kocht und für die Wahrheit erklärt. Da als Patient sich durchzuwühlen und für sich was anständiges rauszupicken, dauert auch Jahre. Kein Mensch blickt da durch- erst nach Jahren Therapieerfahrung versteht man vielleicht was schlecht für einen war/ist und was evtl. hilft.
In diesen Jahren bluten die meisten Patienten schon finanziell, sozial und psychisch aus. Klar gibt es welche, die schnell in diesem System an die richtige Stelle kommen und Hilfe bekamen.
Es gibt aber genügend andere, bei denen es solange dauerte- bis die Therapie einem nur noch Dinge beibringt- die man nicht mehr üben kann, weil das normale Leben weg ist und man schon seit Jahren isoliert lebt.
Was nützt es mir, wenn ich lerne was mir hilft- wenn ich mein Umfeld schon verloren habe, weil ich meine Arbeit verloren habe und durch das finanzielle ausbluten sozial isoliert bin? Wo ist das Umfeld dann geblieben- wo ich meine toll erlernten Dinge ausprobieren kann?
Es ist nicht alles so schön, wie manch Statistik es von sich gibt.
ja genau- und ich bin der Nikolaus.
Das gut ausgebaute Therapieangebot -von dem Sie reden- ist total überlaufen-besonders für PTBS,BPS. Auch, weil viele Therapeuten keine Mehrfach/Langzeit-traumatisierten aufnehmen. Oft nicht mal mehr Wartelisten.
Und das NETZ ist katastrophal. Es gibt an sich keins.
Paar Tagesstätten- die aber auch allgemeinpsychiatrisch ausgelegt sind und nicht sehr individuell (dafür fehlt auch einfach Geld).
Arbeitsangebote so gut wie keine-ausser 1EuroJobs.
Und schnelle Aussortierung in die Rente.
burntstar schreibt
"Traumatisierte Menschen verrotten in Psychiatrien und Rente, (...)"
es gibt inzwischen ein gut ausgebautes Angebot an psychiatrischer bzw. psychotherapeutischer Traumatherapie -- Sie sollten Ihre Einschätzung hierzu auf einen aktuellen Stand bringen
...sind ja was schönes aber wer zahlt das alles? Die Täter? Nein die bekommen Therapien und klagen ihrer seits Rechte ein. Ich finde wir müssen unser Justiz und Vollzugssystem reformieren.
Opferrente ist so eine Sache. Viele Opfer gibt es weil wir nett sein wollen zu Flüchtlingen oder Migranten. Andere weil man zulange Chancen gibt und die Konsequenzen fehlen.
Opfer vermeiden ist viel besser als Opfer entschädigen meiner Meinung nach. Ein Opfer ist eben ein Opfer geworden da hilft Geld nun auch nicht weiter. Wenn ein Opfer wierder ins Leben findet ist das gut, tut es das nicht ist es eben schlecht. So ist die Welt.
Hier beist sich die Katze in den Schwanz. Man will es eben allen Recht machen. Tätern, Opfern, Täter die eigentlich Opfer waren, sind und sein könnten.
Im Grunde bauen wir eine Geselschaft der Entschuldigungen und Rechtfertigungen. Selbstbestimmung und Eigenverantwortung nehmen immer mehr ab.
Das ist ein Problem das ist Sozialismus.
Paging