Alle sagen: Eltern opfern sich, sie sind die Helden der Gesellschaft. Das kann man auch anders sehen.
Haben Sie Kinder? Früher wurde die Frage teilnahmslos gestellt, man hatte schließlich Kinder. Zwischenzeitlich - es war die Ära der Atomraketen, des Waldsterbens, der Selbstverwirklichung - klang sie mitleidig. Verantwortungslos, wer Kinder in diese Welt setzte. Von berufstätigen Frauen ("Aber Kinder haben Sie sicher keine?") erwartete man es schon gar nicht, schließlich galt es als unmöglich, Job und Nachwuchs miteinander zu vereinbaren. Und heute: Sie haben doch Kinder? Eine leichte Drohung im Unterton. Selbstverständlich haben wir Kinder.
Mutter und Vater - die neuen Helden. Sie schenken Deutschland Kinder und retten das Land. (© Foto: iStockphotos)
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Die Stimmung ist gekippt. Mit der ihnen eigenen Gründlichkeit führen die Deutschen eine neue Kinderdebatte. Heute gilt es als asozial, im besten Fall als egoistisch, keine Kinder zu haben. Mit zufriedenem Lächeln tragen die Schwangeren ihre Bäuche vor sich her, kampfeslustig schieben Väter Kinderwägen, die nirgendwo auf der Welt so groß sind wie in Deutschland. Das Baby ist zum Symbol des politisch korrekten Deutschen geworden, auch des Mannes, der sich nun um seinen Nachwuchs zu kümmern hat (dass die meisten Herren es zu wenig tun, ist eine andere Geschichte). Und der gerne damit prahlt, dass er abends um acht Uhr daheim ist, um noch eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen.
Kinder sind Stress
Mutter und Vater - das sind die neuen Helden. Sie schenken Deutschland ein Kind und retten das Land. Eltern laden viel auf sich, damit die deutsche Gesellschaft nicht einmal aus lauter Greisen besteht. Mütter verzichten leise grollend auf ihre Jobs, weil man schließlich nicht Kinder bekommt, um sie dann Fremden zu überlassen. Oder sie befinden sich am Rande des Wahnsinns, weil sie sich aufreiben zwischen ihrem Halbtagsjob und der Hausaufgabenbetreuung. Kinder sind Stress, Kinder sind Mühe, so das Fazit jeder Familienserie.
Aber Eltern nehmen es nun mal auf sich - aufopferungsvoll. Wir haben uns schließlich für Kinder entschieden, heißt es voller Hingebung.
Und dazu gehört das volle Programm: Geburtsvorbereitungskurs, Kochen in der Elterninitiative, Chauffieren zur Reitstunde. Wenn wir schon Eltern sind, dann wollen wir perfekte sein. Und wer wie Ursula von der Leyen, scheinbar mühelos, sieben Kinder, Hund, Ziegen und Ministerposten vereinbart, wird gerne als Supermensch verspottet. Das kann ja nicht mit richtigen Dingen zugehen.
Ja, eine Gesellschaft braucht Kinder, und der Staat sollte die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Alles andere ist Privatsache. Niemand bekommt Kinder, weil er das Land vor dem Aussterben bewahren oder die Renten sichern will. Die Gründe sind vielfältig und fast immer sind sie egoistisch. Die einen wollen nicht allein mit ihrem Partner leben, andere im Alter nicht ohne Familie dastehen. Manche wollen ihrer eigenen Hilflosigkeit oder auch prekären Lebensverhältnissen entgehen. Manche finden, dass eine echte Familie aus Vater, Mutter und zwei Kindern bestehen muss, andere wiederum sehen ein eigenes Kind als einzige Möglichkeit, sich von ihren Eltern zu emanzipieren. Auch der Wunsch, im Nachwuchs fortzuleben, ist ein legitimer.
Haben Sie Kinder? Ja - und zwar gerne! Kinder sind wunderbar, weil sie uns Eltern bedingungslos lieben und weil sie dafür sorgen, dass wir uns und unsere Probleme nicht zu ernst nehmen. Wir Eltern haben Kinder, weil wir sie brauchen.
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
(SZ Kinderleben. Das Familienmagazin, 3/2007)
Partyzone Flußufer
He, sind wir hier im Traumland?
Die Masse der Kinder wird gemacht, weil sie gemacht werden.Er und sie denken sich nichts dabei und immer wieder sieht man Menschen die verdutzt sind das ihnen sowas
passiert. Sie fügen sich aber danach. Dann kommen die Kinder zur Welt und die Mehrheit meint, na, sie werden sich doch wohl selber großziehen. Man braucht nur was zum essen reinschmeißen und ein paar Klamotten zu geben. Alles geschieht vollkommen ergebnisoffen. Das sind 70% unserer Bevölkerung die so zur Welt kommt und so
großgezogen wird. Diese 70% haben auch in der Regel keine Perspektiven und es gelangen nur wenige aus Zufall in die Gunst gesellschaftlich aufzusteigen.
Diese 70% lesen in der egel auch keine SZ oder Faz, gehören also nicht zu der Zielgruppe
dieser Zeitung.
Das was hier kommentiert wird betrifft also nur die restlichen 30%.
Noch Fragen? Wenden sie sich bitte an ihr zuständiges Sozial-oder Jugendamt.
@wischiwaschi:
Also wenn sie ebenfalls der Argumentation folgen das keinen Kinder das geringste Zukunftsrisiko darstellen,(immerhin bringen keine kInder auch keine Polizei ins Haus) dann offenbaren Sie hier beängstigende Einblicke in Ihre Psyche. Ich mutmaße mal dass es keinen "vernünftigen" Menschen gibt der bei Kindern, vor allem den potentiell eigenen automatisch an Jugenkriminalität und Konflikte denkt Dazu muss man schon über eine sehr seltsame Sicht auf die Welt verfügen.
Ich pers. finde übrigens das Wort "Kinderhalter" ebenfalls disqualifizierend. Sie sollten Eltern nicht so respektlos gegenüberstehen Noch dürfen Sie lachen, passen Sie aber auf das es nicht Sie sind der später einmal ausgelacht wird, vielleicht wenn Sie im Altersheim stumpf und einsam vor sich hin vegetieren während ihr Flurnachbar wieder mal ein Rudel Enkel zu Besucht hat....
Von berufstätigen Frauen ("Aber Kinder haben Sie sicher keine?") erwartete man es schon gar nicht, schließlich galt es als unmöglich, Job und Nachwuchs miteinander zu vereinbaren....
Das ist leider immer noch so, geradde auch in Bayern.
Als ich das einmal auf dem Arbeitsamt sagte, wurde einige Sachbearbeiterin und die Leiterin einer Außenstelle regelrecht hysterisch. Keine der Damen hatte Kinder.
Ich hasse solch eine Meinungsmache. Wer auf sich was hält, kauft Mercedes, BMW, er/sie
ist wer. Dann folgt die übliche Argumentationskette.
Der Trend ist, man schafft sich schon ein Zweitkind an, wer sich gar ein Drittkind leisten
kann ja, der hat eine angesehene Position in der Gesellschaft.
Frau von der Leyen hat gar sieben an der Zahl und man höre, ne Ziege ein Meerschweinchen und einen Elefanten!!!!!!
Leute, Leute erklär das mal jemanden aus den sozialen Brennpunkten unserer Städte.
Da kommen übrigens die meisten Kinder her - vergessen?
Heroin ist nicht der richtige Vergleich, sondern sich verlieben. Wer heroinabhängig ist, kann nicht mehr anders, wenn man sich verliebt, will man nicht anders. So ist es mit Kindern. Sie bereiten uns unheimlich viel Spaß, und kein Tag gleicht dem anderen. Man geht nicht mehr ins Kino, weil man diese Distraktion von der Welt nicht mehr braucht. Die Wirklichkeit mit Kindern ist genauso vielfältig und bunt, ist aber auch realitätsgebunden. Wenn die Kinder im Bett sind, hat man auch seine Auszeit. Da sind Großeltern auch nützlich. So ausschließlich sind Kinder auch nicht. Ich wusste vorher nicht, wie viel Spaß es machen würde, die große Abenteuer des Kinderkriegens.
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