Von Daniel Hautmann

Nur so groß wie eine Elektrozahnbürste und viel praktischer als Tabletten oder mechanische Filter: Dem Wasserentkeimer SteriPen fehlt nur eine einzige Fähigkeit.

Unterwegs auf einer Mehrtageswanderung: Hitze, Staub, trockene Lippen. Riesendurst, aber längst alle Wasservorräte aufgebraucht. Da taucht ein Brunnen auf, neben dem kleine, schmutzige Kinder im Sand spielen. Was außerdem auftaucht, ist die Erinnerung an den letzten Genuss vermeintlich frischen Brunnenwassers. Kurz darauf machte man enge Bekanntschaft mit einem gewissen Montezuma, dem Schrecken der Wanderer und Backpacker.

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(© Foto: oh)

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Um diese Bekanntschaft nicht zu einer dauerhaften werden zu lassen, greift der Trekker also bei Wasser ungewisser Herkunft normalerweise zu Filtertabletten oder mechanischen Wasserfiltern. Das ist meistens umständlich, denn die Tabletten entkeimen das Wasser zwar, es dauert aber mindestens 30 Minuten.

Außerdem schmeckt das Wasser nach der Tablettenbehandlung erst recht brackig. Mechanische Filter sind meistens unhandlich und schwer - also alles nicht so richtig praktisch, vor allem auf langen Wanderstrecken.

Umso begeisterter erfährt man vom Steripen (rund 100 Euro). Das elektrozahnbürstengroße Gerät wiegt inklusive der Batterien rund 130 Gramm und es nutzt ultraviolettes Licht. Mit dessen kurwelliger Strahlung attackiert es die Zellen aller bösen Mikro-Organismen, die in dem Wasser herumdümpeln und nur darauf warten, im Magen des Trinkers LaCucaracha zu singen und tanzen.

Grundbedingung klares Wasser

Die Strahlen verändern lebenswichtige Enzyme und die DNS - und der Mikro-Organismus stirbt. Feine Sache. Zur Strecke gebracht werden damit Keime wie Bakterien, Viren, Pilze und Protozoen. Grundbedingung für die Entkeimung ist allerdings klares Wasser - sonst kommt nicht genügend Strahlung an. Deshalb gibt es zum Stab eine Wasserflasche aus dem Haus Nalgene dazu - mit integriertem Wasserfilter. Ein Knopfdruck und eine Schwenkbewegung genügen, und nach 90 Sekunden steht ein Liter keimfreies Trinkwasser bereit; mit vollen Batterien kommt man laut Hersteller 100 Behandlungen weit.

Das haben wir nicht ausprobiert. Aber mutig haben wir den Pen in das Wasser aus dem Brunnen gehalten, und das Wasser im Anschluss ängstlich getrunken. Die Sorge war unbegründet, Montezuma blieb fern. So haben wir nur einen Verbesserungsvorschlag: Die nächste Generation des Pens könnte aus Wasser Wein machen.

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(SZ vom 09.11.2009/pfau)