Ein Tag zum Küssen, Lippenbekenntnisse

Ist Küssen nichts anderes als symbolischer Geschlechtsverkehr, wie die Bremer Kulturwissenschaftlerin Ingelore Ebberfeld behauptet? Hoffentlich nicht. Wie sollte man sonst den Kuss der Oma, der Tante oder der Schwiegermutter psychisch und physisch aushalten? Der Omakuss fühlt sich weich, kalt und feucht an und ist begleitet von Kopftätscheln und der Feststellung: "So groß bist du geworden!". Man hat ihn als Kind durchgestanden, um anschließend Geschenke in Empfang nehmen zu können. Der Omakuss hat also keine sexuelle Komponente, eher eine finanzielle. Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt leitet das Küssen vom Saugen an der Mutterbrust ab. Das wirkt als Erklärung für den Omakuss und sonstige unsexuelle Familienküsse weitaus erträglicher.

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13. Februar 2009, 18:19 2009-02-13 18:19:00