Verwahrlost mein Kind in der Krippe oder werden dort die Weichen für eine spätere Karriere gestellt? Wenn es um die Betreuung von Kleinkindern geht, prallen gegensätzliche Überzeugungen aufeinander. Beide Seiten liegen falsch - sagt die Wissenschaft.
Schadet es einem Kind, wenn es eine Kinderkrippe besucht, weil seine Bindung an die Eltern darunter leidet? Nützt es ihm vielleicht, weil es neue Erfahrungen macht? Oder ist es im Normalfall gar nicht so wichtig, ob ein Zweijähriger in eine Kita geht, weil die wichtigsten Weichen ohnehin in der Familie gestellt werden? Mit diesen weltanschaulich aufgeladenen Fragen beschäftigten sich Wissenschaftler seit einigen Jahrzehnten; genau vor zwanzig Jahren begannen sie mit der weltweit wichtigsten wissenschaftlichen Untersuchung dieser Fragen: dem NICHD-Projekt in den USA, die Abkürzung steht für den Auftraggeber "National Institute of Child Health and Human Development".
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Es schadet Kleinkindern nicht, in einer Tagesstätte betreut zu werden, sagen Wissenschaftler - der Nutzen hält sich jedoch auch in Grenzen. (© ddp)
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Eine zufällig ausgewählte Gruppe von mehr als 1300 Krippenkindern wird seitdem immer wieder untersucht. Inzwischen kann man mit Sicherheit feststellen, dass der Besuch einer Krippe ein Kind weder zu einem aggressiven Soziopathen noch zu einem intellektuellen Überflieger macht. Die Effekte, die Krippenbetreuung hat, sind relativ moderat. Probleme können entstehen, wenn Kinder sehr früh und sehr lange in Krippen sind. Wobei "früh" und "lange" etwas meint, was deutsche Eltern sowieso kaum wollen: mehr als zehn Stunden täglich bei Kindern unter einem Jahr. "Es spricht grundsätzlich nichts gegen die Krippe", sagt der Pädagoge Hans-Günter Rossbach von der Universität Bamberg, "sie sollte nur nicht zu früh beginnen und zu lange dauern". Also: Ein zweijähriges Kind wird durch fünf oder sechs Stunden Krippe täglich nicht geschädigt; ein großer Nutzen lässt sich im Normalfall aber auch nicht nachweisen.
Anders ist die Situation bei Kindern aus stark benachteiligten Familien. Kleinere Langzeitstudien wie das Perry Preschool Project konnten bei ihnen beeindruckende Erfolge nachweisen. Kinder, die dort im Alter von drei Jahren eine exzellente Betreuung genossen hatten, waren als Erwachsene seltener kriminell, erreichten bessere Schulabschlüsse und hatten höhere Einkommen. Allerdings waren es Kinder, die sonst extrem schlechte Startbedingungen gehabt hätten. Eine US-Kita mit einem vergleichbaren pädagogischen Konzept, die von Kindern aus allen Schichten besucht wurde, hatte keinen messbaren Effekt.
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
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(SZ vom 07.11.2011/leja/gba)
Also wenn ich mir die Realität der deutschen Familienlandschaft so anschaue, würde es unzähligen Kindern nur guttun, aus den Klauen der
A) Alleinerziehenden, die das Kind als Ihr Eigentum sehen,
B) entsozialisierten Alkoholiker- und Drogenfamilien
mal für 6 Stunden raus zu kommen.
Statt dessen gibt es "erziehungsgeld" welches dann wieder In Alkohol und Zigaretten umgesetzt wird.
Immer diese Frage nach "direktem Nutzen" zu lesen, ist ermüdend- auch in Zeiten der Karrieregeilheit.
Wichtig ist es, dass ein Kind mit möglichst vielen verschiedenen Menschen zusammenkommt- und die Gesellschaft als positiv erfährt.
Und vor allem : es muss lernen auch mal was für ander zu tun.
Es reicht nicht "nur seine spielsachen" aufzuräumen.
Es ist ein weltanschaulich aufgeladener Irrtum zu meinen, "wissenschaftliche Studien" seien nicht weltanschaulich aufgeladen. Wer sich ein wenig mit Statistik auskennt, weiß, wie viele Annahmen und Hochrechnungen enthalten sind. Genug, um sagen zu können - "glauben heißt nix wissen!"
Eltern brauchen nicht die Kita, sie brauchen Unterstützung bei Wohnraum und Finanzen. Eltern könnten die Kita ersetzen und ihre Kinder gezielter fördern, haben aber oft keine Wahl.
Der Staat verheizt hier Zukunftschancen um den Arbeitsmarkt zu unterstützen, was letztendlich die Löhne niedrig hält und viele Eltern in den sozialen Missstand treibt.
Die Kita kann Familien unterstützen, sollte aber nicht dazu benutzt werden den Eltern ihr Kinder zu nehmen.
"Eigentlich sollte man den Ausbau an die Nachfrage koppeln, oder liege ich da falsch?"
Richtig. Die Nachfrage nach KITA-Plaetzen ist enorm! Ich wohne in Baden und hier sind die Wartelisten mindestens ein Jahr lang.
Nehmen wir an, Sie wollen ihren Saeugling im Altern von 2 Monaten in die Krippe geben, weil ihr Mutterschutz nur so lange laeuft und sie Angst um ihren Job haben, wenn Sie laenger pausieren als das gesetzlich vorgeschriebene Minimum. In diesem Fall muessen Sie sich auf die Liste setzen, einen Monat BEVOR Sie schwanger werden! Das laesst sich nur eben nicht so gut planen ...
Anderer Indikator: KITA-Plaetze kosten in der Regel 500 Euro/Monat oder gar mehr.
Lange Wartelisten, hohe Preise, klarer Fall von Nachfrage viel groesser als Angebot.
Nur was tun die Laender? Nichts! Nicht weil keine Nachfrage da waere, sondern weil die Laender nicht WOLLEN. Frau Schroeder war insofern naiv als sie glaubte, es laege am Geld. Das Geld war bisher eine bequeme Ausrede der Laender nichts zu tun. Der eigentlich Hauptgrund ist jedoch Ideologie. Kindergaerten sind Teufelszeug, aus welchen Gruenden auch immer. Sei es "verwahrlost mein Kind", "agressive Soziopathen" oder ein banals "Kindergaerten gab's in der DDR, also ist es per se schlecht". Die Argumente sind manchmal nicht tumb genug.
Wer wissenschaftlich gearbeitet hat weiss, dass das gewünscht Endergebniss zumindest das Erbniss beeinflusst. Auch wenn man mit statistischen Methoden versucht das Problem objektiv zu vertuschen. Natürlich werden weniger Menschen in Harlem kriminell, wenn sie in eine Kindertagesstätte in einem Nobelbezirk NY. gehen. Aber gerade in Gebieten, wo die sozialen Brennpunkte sind, werden ja selten mehr als weniger Personal eingesetzt, denn ein Bundesrichter macht auf andere Weise Dampf wie ein Hartz IV Empfänger.
Sieht man nach Schweden so hat man die höchste Zahl an Asthma, eines dessen Risikofaktor häufige fiebrige obere Luftwegsinfektionen bis zum 1. Lebensjahr ist. Daneben, dürfte es auch einen Rekordverbrauch an Antidepressiva und ADHD Medizin geben. Auch Asperger gehört zum Alltagsbild. Nun hat man in Schweden schon in den 70ziger Jahren Kita gehabt. In wieweit das in Ostdeutschland so war, wo es ja ähnliche Strukturen gab, würde mich ehrlich interessieren. Leider ist das Thema aber so emotional behaftet, dass man kaum etwas wie Objektivität finden wird.
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