Diesel-Gründer Renzo Rosso Der Jeans-König
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Seit 30 Jahren gibt es das Modelabel Diesel. Gründer Renzo Rosso rieb erst Jeans auf Beton, nun bringt er eine Luxus-Kollektion auf den Markt. Bleibt er sich noch treu?
Mit seiner saloppen, italienischen Art hat sich Diesel-Gründer Renzo Rosso ganz sonderbar in die Modemaschinerie eingefügt. Er gibt den bodenständigen Jungen vom Land, er preist die Familienidylle auf der Diesel-Ranch mit 100 Kühen, sechs Kindern und einer treuliebenden Ehefrau. Er kommt einem so anders vor als viele seiner Kollegen in der Modebranche. Nur der Privatjet, in dem er den 30-jährigen Geburtstag seines Imperiums Diesel auf drei Kontinenten an einem Tag feierte, die neue Luxus-Kollektion "Black Gold" und 1,3 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2007 wollen nicht so ganz zum Image des Bauernjungen passen.
Renzo Rosso bei der Eröffnung seines ersten japanischen Flagship-Stores in Tokio.
(Foto: Foto: AFP)Renzo Rosso ähnelt einem Chamäleon. Nicht nur weil er mit einem Stab von 30 Designern, unter ihnen Kreativ-Direktor Wilbert Das, jede Saison rund 400 neue Trend-Stücke entwirft. Er passt sich auch noch perfekt seinen Kunden an. "Die Amerikaner hielten mich lange für einen von ihnen", erzählt er oft mit einem lauten Popstar-Lachen. Was die Kunden früher wollten, waren coole Jeans, heute wollen sie anscheinend mehr: Möbel, Wein, Hotelzimmer - Luxus. Der Diesel-Gründer gibt es ihnen und findet auch selbst Gefallen daran.
"Genieße" und der Erfolg kommt von allein
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Dabei beruft er sich sonst eigentlich gerne auf seine Wurzeln, spricht stolz von seinen Anfängen in dem kleinen norditalienischen Dörfchen Brugine bei Padua. Hier schneiderte er seine erste unangepasste Used-Look-Jeans auf der Nähmaschine der Mama. Eine dunkelblaue "Langweiler"-Hose schliff er so lange auf Beton, bis sie begann sich weich an den Körper zu schmiegen. Schließlich startete er von dort aus zum ersten Mal seine Reise ins ferne Deutschland - mit einem Fiat voller zerschlissener Hosen.
Der Designer liebt seine eigene Erfolgsgeschichte. Mit hellblauen Augen, verschmitztem "Kleine-Jungen-Blick" und italienischen Löckchen beteuert er immer wieder, er lebe nur in den Tag hinein - man möchte es ihm nur zu gerne glauben. Mit einer jugendlichen Leichtigkeit kritzelt er noch schnell hinter jedes Autogramm "enjoy". "Enjoy" - "Genieße" und der Erfolg kommt von ganz allein.