Sie sind die Ökos der zweiten Generation. Mit ihrem Konsum wollen Lohas die Welt nachhaltig verbessern. Doch laut einer Studie nur für sich selbst.
Sie tragen T-Shirts aus Bio-Baumwolle mit der Aufschrift "Care or die", lesen Bücher mit Titeln wie "Shopping hilft die Welt verbessern" und sind immer über die neuesten Eco-Trends informiert. Als Neo-Ökos verstehen sie sich - die Bio-Fanatiker der zweiten Generation. Jetzt bezeichnet eine Studie die engagierten Weltverbesserer als "unpolitisch", "ich-bezogen" und "konservativ".
Mit der Ökobewegung von 1987 haben die modernen Anhänger des Lohas nicht mehr viel zu tun. Sie besitzen viel Geld und haben Spaß am Konsum. Die ökologisch einwandfreien Produkte dürfen auch gerne ein schönes Design haben. (© Foto: istock)
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"LOHAS - Mythos und Wirklichkeit" ist der Titel der Studie, die das Strategiebüro &EQUITY im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und dem Beratungsunternehmen Stratum durchgeführt hat. Es ist der Versuch, eine Zielgruppe genauer zu definieren, die schon seit rund acht Jahren die Marketing-Abteilungen beschäftigt. Es ist die Suche nach dem Schlüssel zur grünen Seele, hinter der viele Unternehmen einen Dukatenesel vermuten. Rund 12,5 Millionen Menschen in Deutschland zählen laut einer früheren Erhebung bereits zu den potentiellen Anhängern des Lebensstils. 12,5 Millionen potentielle Kunden, die es zu erobern gilt.
Die Studie ist Teil des Projekts "Die Marke Nachhaltigkeit", in dem es langfristig darum gehen soll, Zielgruppen und Märkte für eine effektive Nachhaltigkeitskommunikation zu analysieren. Stratum beschreibt Lohas zusammenfassend als "unauffällig normal und schwer erreichbar für die Protagonisten der Öko-Aufklärung als auch für die Kapitalisierung durch das Lifestyle-Marketing". Die Suche nach Authentizität sei ein wesentlicher Trend in der Einstellung des Konsumenten. Letztendlich müssten Öko-Themen zu Ego-Themen gemacht werden, um diese Zielgruppe zu erreichen.
Wer sind Lohas?
Lohas, das Akronym für "Lifestyle of Health an Sustainability", bedeutet frei übersetzt: "Lebensstil auf der Basis von Gesundheit und Nachhaltigkeit". Der amerikanische Soziologe Paul Ray beschrieb das Phänomen zum ersten Mal im Jahr 2000 in seinem Buch "The Cultural Creatives: How 50 Million are changing the World." Gefördert durch Diskussionen über Klimaschutz, Naturkatastrophen und Genmanipulation, wuchs die anfänglich kleine Gruppe von "Kulturkreativen" zu einer neuen großen Zielgruppe heran.
Eine Zielgruppe, die aktiv in den Markt eingreifen möchte und mit ihrem Konsum eine Verbesserung der Welt für nachfolgende Generationen erreichen will. Der Lohas-Weg soll zu transparenteren Unternehmen führen, die fair und umweltbewusst handeln. Dabei sind sie jedoch weniger politisch-ideologisch als vielmehr sinnlich-ästhetisch orientiert. Es geht nicht um Verzicht, sondern um Genuss mit gutem Gewissen.
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wenn etwas leicht fällt?
Das 11. Gebot, gilt nur für Deutsche: Macht es euch schwer.
Deutschland verblödet offensichtlich in atemberaubender Geschwindigkeit. Scheint mir kein sonderlich weiterführender Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu sein!
[Ohjemine, was da Studierte so von sich geben. Wir haben da wahrlich ein Problem im Bildungsbereich! Die da nach oben rausfallen, scheinen sich nur in der Position von denen zu unterscheiden, die schon einige Jahre vorher ausgesiebt wurden. Die einen langweilen im deutschen Hip-Hop, die anderen bei Tagungen! ;-) ]
Und das ist vermutlich auch das Motiv dieser Kampagne. Für große Konzerne ist eine Zielgruppe wie die LOHAS einfach nicht zu erreichen, es sei denn sie krempeln ihre gesamte Firmenpolitik und -moral um. Nur mit ein paar lustigen Werbespots kann man LOHAS nicht gewinnen. "Greenwashing" wird von LOHAS schnell enttarnt und gar bestraft. Deswegen verstehe ich nicht, was die Krombacher Werbung mit den LOHAS zu tun haben soll!?
Ich stimme nur insofern zu, dass Konsum immer etwas egoistisch ist. Mal mehr und mal weniger. In diesem Fall ist es weniger egoistisch als der übliche Konsum. Nachhaltiger und fairer Konsum erfordert meistens Recherchen und der Einkauf kann nicht auf die schnelle erledigt werden. Oft zahlt man auch mehr, als beim normalen Einkauf. Dafür schont es die Umwelt und/oder es unterstützt die Arbeiter in der Dritten Welt. Wenn das egoisitisch ist, dann wünsche ich mir mehr solcher Egoisten!
Die Neo-Ökos unterscheiden sich von den frühen Ökos nur in einer Sache: Sie akzeptieren, dass das wirtschaftliche System auf Konsum basiert. Wenn sie schon konsumieren, dann wollen sie es aber wenigstens fair und nachhaltig tun.
Mein Respekt.
Liebe Süddeutsche Redaktion,
kommen Artikel, die es nicht wert sind gedruckt zu werden in die kostenlose Onlineausgabe?
So scheint es, denn dieser Artikel ist ein Lästerartikel ohne Fakten.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Ihre Online Redaktion etwas ernster nehmen würden, denn dies ist ja wohl eher das Medium der Zukunft als eine gedruckte Zeitung.
Für investigativen Journalismus bezahle ich auch gerne online.
Beste Grüße
Karlimops
Paging