Mediziner vermuten schon lange, dass Toner-Staub nicht besonders gesund ist. Eine neue Studie zeigt, dass die Schadstoffbelastung dadurch tatsächlich erheblich ansteigt.
Für die meisten Angestellten ist dicke Luft im Büro eine gewohnte Erfahrung.
Wie gefährlich Drucker wirklich sind, ist weiter unklar. (© Foto: pixelquelle)
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Dies stimmt leider auch im Wortsinne, denn wer einer Schreibtischtätigkeit nachgeht, ist regelmäßig Ausdünstungen von Druckern und Kopierern ausgesetzt.
Dass diese Emissionen nicht besonders gesund sind, vermuteten Mediziner schon länger. Jetzt sind erste Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie im Auftrag des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) bekannt geworden. Sie zeigen, dass die Schadstoffbelastung am Arbeitsplatz durch Toner-Staub zwar erheblich ansteigt. Kein Experte will sich jedoch bisher festlegen, welchen Risiken Büromenschen dadurch ausgesetzt sind.
"Eine konkrete Einschätzung der Gesundheitsgefahren gibt es derzeit noch nicht", sagt Miriam Ewald vom BfR. "Die wissenschaftliche Bewertung und Analyse der Daten wird noch dauern und wohl erst im Sommer bekanntgegeben."
Dabei wurde erheblicher Aufwand betrieben, um dem Feinstaub aus Druckern und Kopierern auf die Spur zu kommen. Eine Arbeitsgruppe um den Umwelttoxikologen Volker Mersch-Sundermann von der Universität Gießen untersuchte 63 Büroräume in vier Städten. Sogar die Luft in Abgeordnetenbüros des Bundestages wurde analysiert.
Die Forscher untersuchten die Raumluft in Büros nach der Nachtruhe, wenn eine festgelegte Menge Papier bedruckt wurde, und während des täglichen Arbeitsbetriebs. Sie fanden schädliche organische Verbindungen, Ozon, aber auch giftige Nickel-, Eisen- und Siliziumbestandteile in der Luft.
Die meisten Messwerte lagen jedoch unter den gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen. Es gab allerdings einige Ausreißer oberhalb der Grenzwerte.
Unklare Bedeutung der Messwerte
Besonders bei Inbetriebnahme der Geräte maßen die Forscher einen schlagartigen Anstieg der ultrafeinen Partikel in der Größe zwischen 10 und 1000 Millionstel Millimeter.
Da viele Faktoren auf das Raumklima einwirken, können die Forscher jedoch nicht genau sagen, welche Drucker oder welche Toner besonders belastend sind.
Die Gießener Studie war zwar die erste größere Untersuchung unter realen Bürobedingungen. Das heißt aber auch, dass die Messwerte davon beeinflusst wurden, wie viel gelüftet wurde, ob es eine Klimaanlage gab, wie viel Betrieb in den Büros herrschte und sogar welche Bodenbeläge dort vorhanden waren.
"Die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Krankheit und Druckerstaub kann nicht befriedigend beantwortet werden", sagt Richard Gminski aus der Gießener Forschergruppe. Versuche mit Tieren und Zellkulturen seien bisher widersprüchlich.
Untersuchungen an Menschen weisen zwar darauf hin, dass Toner-Staub Allergien auslösen, das Erbgut schädigen und Krebs fördern könnte. Aber Indizien sind keine Beweise. Manche Forscher erinnert die Situation an die Diskussion um Elektrosmog; andere an die fünfziger Jahre, als der Nachweis, dass Rauchen schädlich ist, nahelag, aber noch nicht erbracht war.
Für die Interessengemeinschaft Tonergeschädigter ist hingegen klar, dass Ausdünstungen von Druckern Husten, Halsschmerzen und langfristig sogar Asthma auslösen.
Wer nicht auf die letzte Weisheit der Forscher warten, sondern jetzt schon die Belastung vermindern will, sollte Drucker in belüfteten Fluren oder anderen Räumen stehen haben und nicht im eigenen Büro. Lässt sich dies nicht vermeiden, sollte häufig gelüftet werden und der Abstand zum Gerät möglichst groß sein. Beim Wechseln des Toners schützen Handschuhe.
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(SZ vom 27.1.2007)
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