2006 wurden rund 100 Fälle von Hantavirus-Infektionen gemeldet. 2007 sind es erheblich mehr. Doch diesmal ist offenbar nicht das Klima schuld.
Die Zahl gefährlicher Hantavirus-Erkrankungen bei Menschen ist in diesem Jahr besonders hoch.
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Elektronenmikroskopische Aufnahme von Hantaviren, Typ Sin Nombre. (© Foto: CDC)
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So habe es im vergangenen Jahr bundesweit rund 100 Fälle der meldepflichtigen Krankheit gegeben, in diesem Jahr aber bereits mehr als 1200, sagte der Direktor der Klinik IV für Innere Medizin an der Universität Köln, Thomas Benzing.
Im Jahr 2005 waren nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin 448 Fälle registriert worden.
Die Infektion mit Hantaviren kann zu Nierenversagen oder anderen lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Es gebe eine hohe Dunkelziffer bei den Infektionen, da die Krankheit noch weitgehend unbekannt sei, sagte Benzing.
Zunahme bei den Überträgern
Der Grund für die gestiegene Zahl der Infektionen hängt laut RKI in erster Linie mit einem natürlichen Phänomen zusammen:
Alle zwei bis vier Jahre kommt es in Europa zu einem zyklischen Anstieg der Mäusedichte - die Nagetiere sind dann auch häufiger infiziert. Der in Deutschland verbreitete Hanta-Untertypus wird vor allem von Rötelmäusen übertragen.
Die infizierten Nagetiere selbst werden nicht krank, scheiden aber in großen Mengen die Erreger aus. Die Übertragung auf den Menschen erfolge fast immer über das Einatmen kleinster Partikel der Ausscheidungen, erklärte Benzing. Nur in seltenen Fällen sei das Virus durch einen Biss übertragen worden. Die Sterberate bei dem von den Mäusen übertragenen Typ liegt für den Menschen bei unter einem Prozent.
Jogger, Landwirte, spielende Kinder und alle, die sich im Freien aufhalten, könnten sich nicht vor den Erregern schützen. Umso wichtiger seien Aufklärung und auch Informationsangebote für Allgemein-Mediziner.
Wenn eine grippeähnliche Erkrankung, Fieber und veränderte Nierenwerte zusammenkämen, solle man immer an das Hantavirus denken und einen Spezialisten aufsuchen, rät Benzing.
Ihm sei in Deutschland kein Fall bekannt, in dem das Hantavirus als Todesursache diagnostiziert wurde, sagte der Nieren-Spezialist. Es gebe zwar kein Mittel gegen die Erkrankung, Komplikationen könnten aber bei medizinischer Kontrolle und der Behandlung in der Klinik verhindert werden.
Die Krankheit war seinen Angaben zufolge erstmals bei amerikanischen Soldaten im Koreakrieg am Hantaan-Fluss beschrieben worden und hatte damals auch Todesopfer gefordert.
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(dpa)
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"Alle zwei bis vier Jahre kommt es in Europa zu einem zyklischen Anstieg der Mäusedichte ". Muss die SZ deswegen nun alle zwei bis vier Jahre Panik schieben?