Die Sonnenbrillen werden immer größer: Schrecklich hässlich, findet Aileen Tiedemann. Hübsche Sache, hält Eike Schrimm dagegen. Ein Wortgefecht wegen der Mega-Sonnenbrille.

Contra: XXL-Fliegenaugen von Dior

Schrecklich häßlich oder einfach schön? Wie immer eine Frage des Geschmacks. (© Foto: Reuters)

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Von Aileen Tiedemann

Ihre Körper sind klein und schmal, ihre Sonnenbrillen dafür umso größer. Size-Zero-Girls wie Victoria Beckham oder Nicole Richie haben ähnliche Proportionen wie Insekten: Große Fliegenaugen und dünne Beine. Mit ihren Oversize-Brillen von Fendi oder Christian Dior wollen sie sich nicht nur vor aufdringlichen Blicken schützen, sondern vor allem Blicke auf sich ziehen. Dabei merken sie nicht, dass sie in Wirklichkeit wie kleine Mädchen aussehen, die sich die Sonnenbrille ihrer Mama aufgesetzt haben.

Ob infantil oder nicht: Die XXL-Brille scheint immer noch die wichtigste Waffe im Modearsenal eines jeden Starlets zu sein. Mit großen Brillengläsern schotten sie sich von der Welt der Normalsterblichen ab. Die Megabrille suggeriert ein Leben voll Glamour und Reichtum - und lenkt oft auch von mangelndem Talent ab. Können und Bekanntheitsgrad einer Yellow-Press-Schönheit verhalten sich meist genauso unproportional zueinander wie Körpergewicht und Sonnenbrillengröße.

Während Beckham & Co sich noch immer hinter monströsen Brillengestellen verstecken, beweisen Stars wie Mischa Barton, Chloe Sevigny oder Sienna Miller mehr modischen Weitblick. Bereits seit letztem Sommer tragen sie die "Wayfarer" von Ray Ban auf der Nase. Die kleine kantige Brille - berühmt geworden durch Tom Cruise in "Cocktail" - hat Ray Ban 2007 erstmals seit den späten Achtzigern wieder neu aufgelegt. Eine Sonnenbrille, die nicht mehr großflächig das Gesicht verdeckt, sondern einen eckigen Kontrast dazu bildet.

Wo dunkle Megabrillen wie eine Maske wirkten, dank der man Katie Holmes nicht mehr von Victoria Beckham unterscheiden konnte, sind die neuen Brillen weniger Schutzschild als Ausdruck von Individualität und Experimentierfreude. Ob in Schwarz, Weiß oder grellen New-Rave-Farben wie Gelb oder Pink - die "Wayfarer" und die vielen Abwandlungen des Klassikers dürfen wie in den Achtzigern auch in der Disco getragen werden.

"Look Sharp!" lautet der Slogan des neuen Modetrends, der die grafischen Formen der Eighties neu belebt. Eckig wie Schulterpolster sind die Brillen, die vor allem junge Männer in Röhrenjeans und spitz zulaufenden Herrenschuhen gerne tragen. Am besten ergattert man solch eine Sonnenbrille auf dem Flohmarkt: Bunt darf sie sein, gerne auch verspiegelt oder mit "Glow in the dark"-Effekt - Hauptsache, sie fällt aus dem Rahmen.

Retrofaktor und Einzigartigkeit sind derzeit wichtiger als ein großes Designerlogo am Brillenrand. Victoria Beckham hat das hinter den abgedunkelten Scheiben ihrer Limousine nicht mitbekommen. Sie sieht immer noch aus wie eine Siebenjährige, die sich als Power Ranger verkleidet hat.

Lesen Sie weiter: XXL-Brille auf, Diva fertig

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