DAK-Zahlen Mangelernährung bei Senioren nimmt zu

Ältere Menschen leiden häufiger als früher an Mangelernährung. Die Zahl der Fälle, in denen Senioren mit Mangelerscheinungen stationär behandelt wurden, stieg 2010 um 50 Prozent.

Vielen Senioren fehlt es an Vitaminen, Mineralstofffen und Eiweiß: Im vergangenen Jahr wurden deutlich mehr ältere Menschen mit Mangelernährung in Krankenhäusern behandelt als noch 2008. Das geht aus Zahlen hervor, die die Deutsche Angestellten-Krankenkasse DAK veröffentlichte. Demnach wurden 2010 bundesweit 17.091 Krankenhausbehandlungen mit der Diagnose Mangelernährung abgerechnet. 2008 waren es nur 11.173 Fälle - das ist ein Anstieg um mehr als 50 Prozent.

Vor allem Frauen sind von den Mangelerscheinungen betroffen, im Durchschnitt waren die Patienten 70 Jahre alt. In der Regel werden nach Angaben der Kasse solche Erkrankungen festgestellt, wenn Patienten wegen anderer Leiden, etwa Diabetes, Herzschwäche oder Oberschenkelhalsbruch stationär behandelt würden.

"Der drastische Anstieg der Senioren mit einer Mangelernährung ist erschreckend und setzt sich leider auch 2011 fort", hieß es in der Pressemittelung der DAK. "Wir rechnen in diesem Jahr mit mehr als 21.000 Klinikbehandlungen, in deren Verlauf ein Mangel an Nährstoffen diagnostiziert wird."

Nährstoffmangel macht die Therapie der eigentlichen Erkrankung nicht nur schwieriger, sondern auch deutlich teurer. Die DAK rechnet daher allein in diesem Jahr mit Mehrausgaben von bis zu 60 Millionen Euro, die durch Mangelerkrankungen ausgelöst wurden.

Dabei ließe sich die Krankheit oft einfach vermeiden, wenn erste Warnsignale wie Gewichtverlust und Schwächung beachtet würden. Nach DAK-Angaben geht die Deutsche Seniorenliga davon aus, dass bundesweit fast jeder zwölfte der über 60-Jährigen unter chronischer Mangelernährung leidet. Fehlt dem Körper ein Mindestmaß an Energie und Nährstoffen, kann der Organismus seine körperlichen und geistigen Funktionen nicht aufrechterhalten. Ohne die notwendigen Vitamine, Eiweiße, Spurenelemente und Mineralstoffe drohen Schwächezustände und Stoffwechselstörungen mit ernsthaften Folgeerkrankungen.