"Club 27": Amy Winehouse Schnell leben, jung sterben

Kurt Cobain und Janis Joplin - geniale Musiker auf einem selbstzerstörerischen Trip, die sich dem Motto "live fast, love hard, die young" verschrieben hatten. Sie und einige andere Künstler vereint eine unheimliche Gemeinsamkeit: Alle wurden nur 27 Jahre alt. Nun hat der "Club 27" ein neues Mitglied.

Die Nachricht vom Tod der britischen Soulsängerin Amy Winehouse versetzte die Fans in eine Art Schockstarre. Die zierliche Frau mit dem dunklen Haarturm, deren ständige Begleiter Drogen und Alkohol zu sein schienen, wurde am Wochenende tot in ihrem Bett aufgefunden. Sie starb mit 27 Jahren.

Genug gelebt

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"Wieder ein Engel, der im Alter von 27 Jahren abgestürzt ist", schreibt die spanische Zeitung El Mundo. Und reiht Winehouse damit ein in die Galerie jener Musiker, die in der Musikszene etwas taktlos dem sogenannten Club 27 zugeschrieben werden. Zwar gibt es bisher keinen statistischen Beweis dafür, dass besonders viele Musiker in diesem Alter gestorben sind. Dennoch ist der Club eine Art Legende.

Charles Cross, Biograph von Jimi Hendrix und Kurt Cobain, fand die Zahl auf jeden Fall bemerkenswert: "Mögen Menschen in jeder Altersgruppe sterben, so ist da doch eine statistische Spitze bei Musikern mit 27."

Die berühmtesten Beispiele

Brian Jones ertrank im Juli 1969 im Swimming Pool seines Anwesens. Der Mitbegründer der Rolling Stones stand unter Drogeneinfluss - doch da seine Leiche nie obduziert wurde, kursieren bis heute Gerüchte um einen Mordanschlag.

Ein Jahr später - im September 1970 - starb Jimi Hendrix - der legendäre Gitarrist hatte sich einen Cocktail aus Schlaftabletten und Rotwein verabreicht und erstickte an seinem eigenen Erbrochenen.

Nur zwei Wochen später, im Oktober 1970, erlag Hippie-Legende Janis Joplin in Los Angeles ihrer Drogensucht - wieder war eine Mischung von Alkohol und Tabletten die Ursache.

Und nicht einmal ein Jahr danach wurde The Doors-Sänger Jim Morrison tot in seiner Pariser Wohnung gefunden. Die Todesursache wurde nie ganz geklärt, aber der exzessive Drogenkonsum dürfte der Hauptgrund sein. Bei ihm war seine Freundin Pamela Courson, die drei Jahre später selbst an einer Überdosis starb - ebenfalls im Alter von 27 Jahren.

Von einem "Club" war nach diesen Todesfällen zunächst keine Rede. Zwar hatten einige Beobachter der Musikszene die traurige Gemeinsamkeit bemerkt, doch wurde das Phänomen in den Medien zunächst nur am Rande erwähnt. Erst als Kurt Cobain, Sänger und Gitarrist der Band Nirvana, sich 1994 mit einer Schrotflinte das Leben nahm, wurde die Idee des "Club 27" in die öffentliche Wahrnehmung gerückt.

In der Liste befinden sich aber noch viele andere, weniger bekannte Musiker: Ron McKernan, der die Band "Grateful Dead" mitbegründete und den eine Freundschaft zu Janis Joplin verband, starb im Alter von 27 Jahren - an Magenblutung durch Drogenmissbrauch. Leslie Harvey, Mitglied der Band "Stone the Crows" starb 1972 durch einen Stromschlag am Mikrofon. Maria Serrano Serrano von der Band "Passion Fruit" kam im Jahr 2001 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Auch die deutsche Sängerin Alexandra ("Mein Freund der Baum") erlebte ihren 28. Geburtstag nicht - sie fuhr 1969 in Schleswig-Holstein mit ihrem Mercedes in den Tod.

Nun also Amy Winehouse. Doch was sie mit den anderen Mitgliedern dieses spektakulären "Club 27" verbindet, ist weit mehr als das frühe Todesalter. Es ist ihr außergewöhnliches Talent, ihr musikalischer Einfluss - und ein Hang zur Selbstzerstörung, dem sich begabte Menschen oft verschreiben. Ihr Motto: "Live fast, love hard, die young".

"... lebe für immer"

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