Was wurde eigentlich aus der "Superweib"-Autorin? Sie wirbt in österreichischen Hotelbars und auf der Skipiste für ihr neues Buch .
Schnee, Sonne und Skilifte, das reichte früher für einen gelungenen Skitag. Heutzutage müssen Wintersportorte schon etwas mehr bieten, um aus der Masse der Angebote hervorzustechen. Ischgl hat es vorgemacht: Schillernde Figuren wie Tina Turner, Elton John oder Paris Hilton werden für ein schönes Honorar auf eine Alm gestellt, wo sie singen, hüpfen oder einfach nur dekorativ herumstehen. Prominente funktionieren hervorragend als Touristenmagnet.
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Der schöne Skiort Warth-Schröcken, bisher etwas im Schatten der berühmteren Nachbarorte Lech und St. Anton im hinteren Lechtal gelegen, hat Hera Lind engagiert, die ,,Grand Dame der Frauenliteratur'', wie es in der Ankündigung des Tourismusbüros heißt.
Die PR-Agentur des Ortes verspricht unter der Überschrift ,,Champagnerdiät im Schnee'' Folgendes: ,,klingende Gläser, prickelnder Wortwitz und frischer Pulverschnee.'' Auf dem Programm stehen eine Lesung in der Kaminbar des Sporthotels Steffisalp, ein ,,gemeinsamer, genussvoller Frühlingsskitag'' mit Hera Lind, eine Lesung auf einer Hütte in 2000 Metern Höhe und ein festliches Captains Dinner im Hotel. Das Ganze kann man pauschal buchen, als ,,Hera-Lind-Package'' inklusive Skipass, Begrüßungscocktail, Skitest, Lind-Skitag, Lind-Dinner und Lind-Lesung.
Drei Stunden Verspätung
Der Beginn des Events ist etwas problematisch, da Herlind Wartenberg, wie Hera Lind eigentlich heißt, und ihr Mann Engelbert Lainer über den Arlbergpass angereist sind, weil sie nicht wussten, dass die kleine Straße zwischen Lech und Schröcken wegen Lawinengefahr gesperrt ist.
150 Kilometer Umweg! Gefühlte 10.000 Kurven! Drei Stunden Verspätung! Hera Lind erzählt dem Publikum bei der Lesung im Hotel gut gelaunt von der Panne: ,,Die Fahrt war wunderschön. Man muss alles positiv sehen!'' Aus der Warte eines Warth-Touristen muss man sogar positiv sehen, dass Hera Lind bei der ORF-Show ,,Dancing Stars'' in der zweiten Runde ausgeschieden ist, denn sonst wäre sie nicht ins Lechtal gefahren, sondern hätte mit ihrem jungen Tanzpartner Alexander Kreissl weiter Rumba und Tango trainiert.
Das hätte sie auch gerne getan, denn ,,wenn ich etwas dazulernen kann, mache ich es auch,'' sagt sie.
Für diese fröhliche Grundhaltung lieben die Leserinnen Hera Lind, die Literaturkritiker schmähen sie deswegen. Die Gesamtauflage ihrer Bücher liegt nichtsdestotrotz bei mehr als zwölf Millionen Exemplaren, die bekanntesten Titel sind ,,Ein Mann für jede Tonart'' und ,,Das Superweib'', beide wurden verfilmt.
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