Catherine Millet im Interview "Die Franzosen wollen, dass der Sex im Dunklen bleibt"

Catherine Millet gründete 1972 gemeinsam mit Freunden die Kunstzeitschrift Art Press, die sie bis heute leitet.

(Foto: AFP)

Catherin Millet wurde berühmt mit einem Buch über ihr ausschweifendes Sexleben. Nun hat sie über ihre Kindheit geschrieben, aber das bestimmende Thema bleibt die Erotik.

Interview von Alex Rühle

Paris, 12. Arrondissement, zweiter Hinterhof. Ein herrlicher Raum, hell und sehr hoch. Am Bücherregal steht Catherine Millets Mann Jacques und sagt, dass sie das Haus, eine ehemalige Werkstatt, Anfang der Achtzigerjahre gefunden haben. "Heute wär das unbezahlbar. Da hatten wir Riesenglück." Dann verabschiedet er sich, geht die Treppe hoch und murmelt noch mit kurzem Blick auf seine Frau: "Hatten wir eh."

SZ: Madame Millet, in Ihrem neuen Buch schreiben Sie über Ihre Kindheit im Frankreich der Nachkriegszeit. Eltern, die sich ...