Von Stefan Ulrich, Paris

Frankreichs Präsidentengattin Carla Bruni heizt Gerüchte um ihre Schwangerschaft an - und nennt sich inzwischen "Ultra-Sarkozystin". Das hat einen Grund: Ein Baby könnte ihrem Mann auch politisch helfen.

Nur eines erscheint sicher: Es wird eine neue Carla Bruni geben, unter allen Umständen. Einst verkehrte sie in linken Künstlerkreisen, später, zur Gattin des französischen Präsidenten geworden, gab sie sich politisch bedeckt. Nun versichert die Ehefrau Nicolas Sarkozys, sie sei "Ultra-Sarkozystin" geworden. "Ich glaube an ihn", bekennt sie in einem Gespräch mit Lesern der Zeitung Le Parisien, das diese Woche veröffentlicht wurde. "Ich bin überhaupt nicht mehr links."

Anzeige

Sie selbst würde gerne ein ruhigeres Leben mit Sarkozy führen. Für Frankreich aber sei es besser, wenn er 2012 als Präsident wiedergewählt werde. "Seine Kaltblütigkeit ist phantastisch. Ich glaube, er ist der Beste."

Das klang nicht immer so. Vor vier Jahren prophezeite das ehemalige Topmodel: "Ich werde immer links wählen." Vergangenen Dezember meinte sie im französischen Fernsehen kühl: "Wenn er wieder antritt, dann ist das seine Sache." Diesen Januar sagte sie, Politik sei wie Boxen. Dafür habe sie nicht die Statur.

Karitative Taten und repräsentative Auftritte

Konsequenterweise hielt sich die Chanson-Sängerin, die gerade an ihrem vierten Album arbeitet, bislang politisch zurück. Sie wohnte lieber im eleganten 16. Arrondissement als im opulenten Élysée-Palast und beschränkte ihr Wirken als Première Dame auf karitative Taten und repräsentative Auftritte etwa bei Auslandsreisen Sarkozys.

Nun verteidigt Carla Bruni plötzlich die unpopuläre Rentenreform ihres Gatten und verheißt: "Ich werde vielleicht mehr am politischen Leben teilnehmen und ihn zu Wahlkampfauftritten begleiten."

Beobachter in Paris erwarten nun einen Rollenwechsel Carla Brunis und das nicht nur in politischer Hinsicht. "Die kleine, singende Prinzessin mit der heiseren Stimme wird zur Königinmutter", ist etwa auf der Internetseite des Magazins Nouvel Observateur zu lesen.

Enthüllungsblätter berichten von Ultraschall-untersuchungen, von runderen Wangen der Präsidentengattin, von einem ungewohnt weiten Mantel und einem Schal, mit der die 43 Jahre alte Ex-Femmefatale ein beginnendes Bäuchlein verberge. Außerdem habe sie das Rauchen aufgehört. Mit anderen Worten: Carla Bruni ist schwanger. Raunen jedenfalls die Auguren.

Das Gerücht - mehr war es bislang nicht - wurde über Ostern von einem Klatschmagazin in die Welt gesetzt. Das bedeutete nicht viel. Denn wenn es nach der Presse ginge, wäre Carla Bruni bereits seit drei Jahren schwanger. Doch nun nutzten die Leser des Parisien die Gelegenheit, aus bester Quelle Verlässlicheres zu erfahren.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt Unter allen Umständen
  2. Weitschweifige Erklärung
Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Die Wüste bebt

Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...