Auf der Frankfurter Buchmesse hat Günter Wallraff seinen Auftritt. Er war als Somalier in Deutschland unterwegs - und wäre gerne mal in China.
Frankfurt ist einmal im Jahr Mittelpunkt der Bücherwelt. Drei Tage lang wird Christina Maria Berr in einem Blog über den großen Autoren-Auftrieb am Main berichten, über all die kleinen Pressekonferenzen und großen Partys, über die Wichtigen und die Wichtigtuer. Teil eins handelt von Günter Wallraff ("Ganz unten", "Der Aufmacher").
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Er war mal wieder mit einer anderen Identität unterwegs: Auf der Buchmesse in Frankfurt stellt Investigativjournalist Günter Wallraff sein neues Buch vor. (© Foto: dpa)
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Jetzt geht das Ganze schon wieder los. Buchmesse in Frankfurt am Main, das heißt vor allem: Durch endlos lange Gänge rennen, Rolltreppen rauf, Rolltreppen runter, von Termin zu Termin, immer auf der Suche nach dem nächsten Interviewpartner, der richtigen Halle. Auf welcher Ebene gleich wieder?
Die Halle stimmt, aber wo um Himmels willen, ist der Raum "Expose"? Dort will der Investigativjournalist Günter Wallraff sein neuestes Buch "Aus der schönen neuen Welt" vorstellen. Investigativ ist jedoch nur die Suche nach ihm.
Da, gut versteckt, umrahmt von Fernsehkameras und Journalisten, erklärt Sonderreporter Wallraff, mit welcher Identität er gerade wieder unterwegs war: als Dunkelhäutiger in der Bundesrepublik - und in weiteren Undercover-Rollen. Mit seinen Berichten und denen von Betroffenen sei "ein Kaleidoskop der sozialen Wirklichkeit" entstanden. So sagt's sein Verleger von Kiepenheuer & Witsch, Helge Malchow.
Wallraff, im lila Hemd, nickt bedächtig. Wissend. Er zupft an seinem Schnauzer, zieht die linke Augenbraue bedeutungsvoll hoch. Erzählt von seinen Erlebnissen in der Rolle als Somalier, davon, wie er im Fußballfan-Zug beinahe verprügelt worden wäre.
Unterwegs in einer anderen Identität - neu ist das Vorgehen nicht, wohl aber die Rollen. Und Wallraff, stets auch auf besondere Weise von seiner eigenen Recherche fasziniert, erzählt begeistert, als habe zumindestens er die Welt neu verstanden. "Zweckoptimist", so nennt er sich. Wallraff verbreitet Optimismus im Weltwirtschaftskrisengebräu, das auch auf der Buchmesse zu spüren ist. Das ist doch etwas.
Dann ist er schon bei seiner eigentlichen Botschaft dieser Pressekonferenz: Prozesse wären ihm durchaus willkommen. Firmen, bei denen er heimlich jobbte, sollten ihn doch bitteschön anzeigen, meint Wallraff. Er habe bislang alle Prozesse gewonnen, seine Fakten seien wasserdicht, er besitze eidesstattliche Erklärungen. Überhaupt habe er alles noch viel zu harmlos dargestellt.
Wo Wallraff all die Zeugenaussagen wohl aufbewahrt? Hat er sie in einer Schublade, bei seinem Anwalt oder vielleicht in einem Bunker? Und ist der Mann rechtsschutzversichert? Wie man eine dunkle Haut bekommt, will ein Journalistenkollege wissen. Wallraff nickt wieder.
Da meldet sich ein Mann, der Horst Schlämmer sein könnte, und nuschelt irgendetwas Unverständliches. Ein anderer Journalist will allen Ernstes wissen, ob Herr Wallraff denn noch so joggen könne wie 1980, als er ihn auf dem Herzogstand beim oberbayerischen Walchensee getroffen habe
.... Die lieben Kollegen ... Wenn das so weitergeht, wird der erste Blogeintrag um Mitternacht fertig. Dabei lockt der Auftritt der Chinesen im Gastland-Bereich. Auch Walllraff bringt das Thema auf. Dort, im Reich der Mitte, würde er gerne mal recherchieren. Unterwegs als chinesischer Autor, der nicht ausreisen durfte, das wär's, meint der Mann, der bei Bild mal als Hans Esser tätig war.
Vielleicht gucke ich später noch mal nach Günter Wallraff in der Gastlandabteilung - wenn ich ihn erkenne, als Chinesen.
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(sueddeutsche.de/jja)
Umweltstiftung WWF in der Kritik
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Das passt einigen nicht - wie gestern abend in den Gesichtern von Herrn Hans-Olaf Henkel, Helmut Naujoks und auch - so gut konnte er sich doch nicht verstellen, Michael Fuchs zu sehen war.
Das passte den Feudalherren gar nicht, was Sie zu sagen hatten.
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...die arme Journalistin. Rolltreppe rauf, Rolltreppe runter, was für ein Stress. Das einzig Interessante - die Antworten von Günter Wallraf zu verbreiten und sich nicht auch noch über die angeblich so unfähigen Kollegen lustig zu machen - fällt leider aus. Und überhaupt: Dass die Frankfurter Buchmesse von sueddeutsche.de in die Abteilung Leben&Stil gesteckt wird, ist ja wohl das größte Armutszeugnis. Seit wann gehört Literatur denn nicht mehr zur Kultur?
nachdem ich nun einige Vorkommentare gelesen habe, die sich über die Verfasserin des Artikel beschwert haben. Ich finde ihn ganz gut. Er ist die Einführung zu einer grösseren Darstellung in Blog. Dafür ist der Artikel doch ganz gut. Also meine liebe Christina Maria Berr lassen Sie sich nicht entmutigen und ich hoffe, dass Sie sicherlich eine interessante Recherche präsentieren können.
Paging