Von Werner Bartens

Offenbar können niedrige Blutfettwerte und Tumorrisiko in Zusammenhang stehen. Ist es weiterhin sinnvoll, Cholesterinsenker einzusetzen?

Niedrige Cholesterinspiegel können offenbar mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergehen. Von diesem möglichen Zusammenhang berichten Herzspezialisten aus den USA im Journal of the American College of Cardiology (online).

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Ist es sinnvoll, den Cholesterinspiegel mit Medikamenten zu senken? (© Foto: istock)

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Ursprünglich wollten die Ärzte an mehr als 41.000 Patienten untersuchen, warum die Medikamentengruppe der Statine Leber- und Muskelzellen schädigen kann. Statine senken den Cholesterinspiegel und gehören zu den am häufigsten verordneten Medikamenten weltweit.

Überraschenderweise beobachteten die Forscher jedoch, dass unter der Therapie ein zusätzlicher Krebsfall pro 1000 Patienten auftrat. "Das heißt nicht, dass Statine Krebs auslösen", sagt Richard Karas von der Tufts University im US-Bundesstaat Massachusetts.

"Aber wir müssen weiter erforschen, was bei der Cholesterinsenkung passiert." Noch sei unklar, ob das erhöhte Krebsrisiko eine Nebenwirkung der Medikamente oder des niedrigen Cholesterins sei. Patienten sollten ihre Statin-Therapie fortsetzen, raten Mediziner.

Der Nutzen sei größer als der mögliche Schaden. Die Studienautoren schlagen jedoch vor, mit verschiedenen Medikamenten mittlerer Dosis das Cholesterin zu senken, statt mit einer hohen.

"Die Ergebnisse werfen wichtige Fragen auf, aber sie zeigen keinen kausalen Zusammenhang zwischen Statinen und Krebs", sagt James Dove, Vorsitzender der amerikanischen Kardiologen-Vereinigung. "Diese Studie generiert Hypothesen - aber sie beweist sie nicht."

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(SZ vom 24.7.2007)