Eine Studie zeigt: Öko-Produkte sind nicht unbedingt besser als konventionelle.
Bio-Produkte sind auch nicht viel besser als konventionell erzeugte Lebensmittel. Diese Aussage trifft zu, wenn man als Bewertungsgrundlage die Hauptmotivation der meisten Kunden für den Bio-Kauf zugrunde legt: dass Bio-Produkte irgendwie gesünder sind, weil sie mehr Vitamine und Mineralstoffe enthalten.
Zumindest sind Bio-Lebensmittel weniger Stickstoff- und Pestizidbelastet als konventionelle. (© Foto: dpa)
Anzeige
Eine umfassende Auswertung von Studien zeigt nun abermals, dass die Unterschiede zwischen biologisch und konventionell erzeugten Lebensmitteln erstaunlich gering sind. Die Wissenschaftler um Alan Dangour von der London School of Hygiene and Tropical Medicine verglichen im Auftrag der britischen Lebensmittelbehörde FSA mehr als 3500 Analysen, die in den vergangenen 50 Jahren veröffentlicht wurden.
"Ökologisch und konventionell erzeugte pflanzliche Lebensmittel und tierische Produkte haben weitgehend vergleichbare Inhaltsstoffe", schreibt die Arbeitsgruppe in ihrer Analyse. Bei Vitamin C, Calcium, Kalium, Eisen und einer ganzen Reihe weiterer Inhaltsstoffe gab es keine Hinweise darauf, dass die Anbau- oder Wirtschaftsweise einen Einfluss zeigt.
Lediglich Stickstoff ließ sich in konventionell erzeugten Lebensmitteln in etwas größerer Menge nachweisen. Eine wenig überraschende Erkenntnis, da es eine der wichtigsten Kriterien des Ökolandbaus ist, auf mineralischen Stickstoffdünger zu verzichten.
Zudem fanden die britischen Wissenschaftler in den ausgewerteten Studien Hinweise, dass Öko-Produkte etwas mehr Phosphor enthalten und der Gehalt mancher Säuren in Bio-Produkten etwas höher ist. Dies verändere aber den Geschmack der Produkte, nicht deren physiologischen Wert, sagte Dangour der Times. Und der Unterschied beim Phosphor sei so minimal, dass er keine Auswirkungen auf die Gesundheit habe.
Die britische Studie bestätigt, was in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt wurde. So kam im Jahr 2003 eine Untersuchung der Bundesforschungsanstalten zu dem Schluss, dass es kaum anbauspezifische Unterschiede bei den erhährungsphysiologischen Inhaltsstoffen gebe. Weder bei Vitaminen noch bei Mineralstoffen ließen sich nennenswerte Gegensätze erkennen. Im September 2007 zog die Stiftung Warentest in einem Vergleich konventioneller und biologischer Lebensmittel das ernüchternde Fazit: "In der Summe unterscheidet sich die Qualität von Öko- und konventionellen Lebensmitteln kaum."
Britische Bio-Verbände kritisierten die Studie, da sie nicht auf Pestizidrückstände eingeht. Tatsächlich lassen sich bei diesen am ehesten Unterschiede nachweisen. Auf Bio-Produkten sind in der Regel weniger Rückstände zu finden.
Zweimal ist er in Deutschland dem Tod entkommen: in Bergen-Belsen und in München. Der Geher Schaul Ladany gehörte 1972 zu Israels Olympiateam. Das ist jetzt 40 Jahre her, doch die Erinnerung folgt ihm auf Schritt und Tritt. Seite Drei. Jetzt lesen ...
- Lebensmittel "Bio" bedeutet nicht "sicher" 16.10.2008
- Bio-Eier-Betrug Doch keine Mogelpackung? 05.12.2008
- Biologische Lebensmittel Gut, besser, ökologisch? 01.10.2008
- Anspruch und Wirklichkeit Ist Bio besser? 20.02.2008
- Anti-Diät-Tag Ein dickes Ding 06.05.2010
- Lebensmittelskandal Ein Pfund Lachsschinken, geklebt 13.04.2010
- Ernährung Gegen Krebs sind Vitamine machtlos 07.04.2010
(SZ vom 31.07.2009)
Bruce Springsteen in Frankfurt
...mal wieder.Gähn. Und die SZ übernimmt das mal wieder.
Leider nicht das erste Mal, daß in der SZ und/oder ihren Ablegern sehr negativ und nicht fundiert über ökologischen Anbau berichtet wird.
Ich bin wirklich keine Hardcore Öko Tante, aber mit ein bischen Ahnung mit Chemie und Biologie.
Eine solche "Studie" zu machen und den Sachverhalt der Pestizidbelastung bei konventionellem Gemüse und Obst ausser acht zu lassen, ist so als ob man über den Mond schreibt, der offensichtlich von selber leuchtet, weil die Sonne so weit weg ist.
Eigentlich könnte man den Schuh sogar umdrehen und sagen: Erstaunlich, daß Ökolebensmittel die selben Nährstoffgehalte haben wie konventionelle, wo sie doch gar nichts von dem guten Kunstdünger und den Pestiziden abbekommen? Darf das sein?
Ich kaufe Bio aus dem einfachen Grund, weil es mir und meiner Familie besser schmeckt. Und die Tiere besser gehalten werden. Und die Bauern bekommen mehr Geld für Ihre Milch.
Wo ist das Problem?
Das es in der Ökobranche auch schwarze Schafe gibt, macht mir nichts aus.
So ist nunmal das Leben. Bisher sind diese schwarzen Schafe aber immer noch genannt worden. Mehr Sorgen bereitet mir einfach die zunehmende, OFFENSICHTLICHE Lobbyarbeit der konventionellen Nahrungsmittelindustrie in allen Medien.
Wenn ich denke, wieviele Studien belegen, daß gerade bei Bioprodukten soviel gemauschelt wird.
Da kommt dann die Vogelgrippe, seitdem gibt es Bundesländer die verbieten die Freilandhaltung! Die Tiere sind eingesperrt wie eh und je; die Käfige genauso groß wie immer, aber weil es ja eine Anordnung von den Behörden gibt ist das ganze Bio!
Wenn ich selbst Himbeeren im Wald pflücke, sind diese nicht biologisch angebaut, also konventionell?
Wer nennt denn schon Roß und Reiter, wenn da was falsch ist?
Dann wird Bio oft nicht kontrolliert oder es kann garnicht kontrolliert werden.
Artgerecht und gut für die Umwelt ist dieses Label nicht, sondern nur, wenn etwas wirklich kontrolliert wird. Bei vergehen richtige Strafen drohen; Wenn Produkte dann auch generell aus dem Markt genommen werden müssen - egal ob eine Gesundheitsgefährdung davon ausgeht oder nicht. Wenn dann noch Roß und Reiter bei vergehen benannt werden.
Zu guter Letzt ist dann der Verbraucher gefragt, der solche Produkte dann nicht mehr kauft!!!
Doch etikettenschwindel wird bei uns ganz klein geschrieben. Somit taugt bio und sonstige Label nur dem Verkauf!!!
Meine Motive, aus denen ich biologisch erzeugte Lebensmittel kaufe, sind:
1. Artgerechtere Tierhaltung
2. weniger Belastung von Boden, Wasser (auch unser Trinkwasser!), Luft und Klima
3. mehr Artenvielfalt
4. grundsätzlich andere Einstellung vieler Biobauern zu Tier und Natur
5. Auch in verarbeiteten Lebensmitteln sind weniger und natürlichere Zusatzstoffe
6. Es werden viele Gifte erst gar nicht produziert, wenn Biobauern sie nicht kaufen. Also kommt weniger Gift in die Welt.
Das hält mich auch deshalb vielleicht gesünder, weil es mir ein gutes Gefühl gibt. Man braucht bloß mal chemisch gedüngte und gespritzte Felder mit Bio-Feldern zu vergleichen.
Leider werden in den letzten Jahren auch Bioprodukte immer mehr geschönt ("länger frische" Milch, Farbstoffe, Aromen usw.), so dass die größere "Ehrlichkeit" der Lebensmittel nicht mehr ganz gewährt ist. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob alle Biokühe auch auf die Weide dürfen. Das ärgert mich, und ich bin sicher, es wird der Biobranche auf Dauer eher schaden als nützen.
Das größte Argument gegen die Studie ist die Hybris der Forscher: Kein Mensch hat auch nur im Entferntesten einen Überblick, was wirklich bei der Nahrungsverarbeitung im Menschen vor sich geht, worauf es wirklich ankommt usw. Immer wieder kommen neue Erkenntnisse, die die vorherigen über den Haufen werfen. Wer sagt denn, dass es nur die paar Inhaltsstoffe sind, die hier getestet worden sind, auf die es ankommt? Vielleicht kommt es noch auf ganz andere Dinge an.
Ich habe gerade mal einen Blick in die Studie geworfen:
Das Alter der ausgewerteten Veröffentlichungen ist akzeptabel. Etwa 75% sind nicht älter als 10 Jahre und mehr als 90% stammen aus den letzten 20 Jahren. Hier führt der Artikel mit seinen "vergangenen 50 Jahren veröffentlicht" etwas in die Irre. Aber die Qualität der Studien läßt sehr zu Wünschen übrig. Nur 1/3 der Studien beziehen sich wirklich auf einen Feldversuch, der Rest analysierte Material aus Märkten und von verschiedenen Erzeugern. Das kann nicht funktionieren! Außerdem bemängeln die Autoren der Studie selbst, daß nur etwa 1/3 der ausgewerteten Veröffentlichungen wissenschaftlich nachvollziehbar bearbeitet wurden.
Zurück zu den Versuchen:
Bio-Betriebe verwenden in der Regel andere Sorten, als konventionell arbeitende. Wenn das Analysematerial vom Biomarkt oder von verschiedenen Erzeugern geholt wird, vergleicht man automatisch Äpfel mit Birnen. Erschwerend kommt hinzu, daß die Produkte unter nicht identischen Bedingungen(Bodenstruktur und -qualität, lokales Klima, Vorkultur...) produziert wurden. Damit wird die Zahl der unbekannten Einflußgrößen aber so hoch, daß eigentlich keine Aussage getroffen werden kann. Selbst ein direkter Vergleich in einem Feldversuch ist schwierig. Dazu müssen "beide" Sorten parallel in beiden Produktionssystemen angebaut werden. Bio muß aber deutlich von konventionell getrennt sein und dadurch hat man wiederum die Problematik der identischen Rahmenbedingungen. Allein aus diesem Grund ist die Studie stark anzuzweifeln. Abgesehen davon unterliegen die meisten der untersuchten Kriterien mehr dem Einfluß der Sortenwahl, des Bodens und der klimatischen Bedingungen, als dem Produktionssystem. Überraschend finde ich an den Ergebnissen nur, daß zwar bei den konventionellen Produkten der Gesamt-Stickstoffgehalt höher ist, nicht aber die Nitratwerte. Der höhere Gehalt an Phenolen und Flavonoiden bei Bioprodukten war zu erwarten, da diese Substanzen das "Immunsystem" der Pflanzen darstellen und die Biosorten in den meisten Fällen Resistenzen gegen wichtige Pathogene aufweisen. Aber bezüglich des ernährungsphysiologischen und/oder medizinischen Wert dieser Substanzen gibt es bisher auch immer nur Einzelfall-Studien ("Rotwein ist gesund"!).
Gifte wurden nicht berücksichtigt, aha.
Vitamine sind genau so viel drin, aha.
Mir schmeckt vieles der Industrieware nicht mehr,
ob Tomaten mit Haut so fest daß man sie nicht zerschneiden kann,
ob Möhren so hart, daß man nicht meh reinbeissen kann,
ob Pfirsiche so unreif, daß sie noch grün sind,
ob Mandarinen/Clementinen die ausgetrocknet beim Kunden ankommen
oder Melonen ohne jeden Geschmack.
Und merkwürdigerweise ist das bei den Früchten aus meinem Garten
alles anders, da sind die Tomaten lecker, die Erdbeeren fruchtig,
die Kartotten süß, und alles ohne Gifte.
Paging