sueddeutsche.de: Wie lerne ich, statt Eifersucht Mitfreude zu empfinden - muss ich dazu in Therapie?
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Bärlocher: Nein. Man kann sich erst einmal fragen: Wieso mache ich einen Unterschied zwischen Freunden und Liebespartner? Hier tritt das Kuchenmodell in Erscheinung: Wenn ich einen Bruder habe, verliere ich die Hälfte der Liebe meiner Mutter. Liebe ist aber unerschöpflich.
sueddeutsche.de: Das weiß ich auch - im Kopf. Dennoch würde ich lügen, wenn ich sage: Ich freu mich ja so für dich, dass du mit Helga eine Woche auf die Malediven fliegst.
Bärlocher: Also lügen und heucheln darf man in dieser Hinsicht keinesfalls. Da ist eine wichtige Regel: Immer ehrlich und offen sein - auch in Bezug auf Dinge, die mich verletzen. Sonst vergebe ich mir und der Beziehung eine Entwicklungschance.
sueddeutsche.de: Was verstehen Sie in einer polyamoren Beziehung unter Treue?
Bärlocher: Treue ist Beständigkeit, Dauer, Langfristigkeit, Ehrlichkeit, Offenheit. Mit anderen Worten: Den anderen verlässlich und verbindlich Liebe schenken. Treue bedeutet aber auch, sich selbst, seinen Gefühlen und Wünschen treu zu sein und diese mit seinem Partner zu teilen. Treue bedeutet Absprachen einzuhalten. In Poly-Beziehungen werden Dritte nicht ängstlich oder entrüstet ausgegrenzt, sondern freundschaftlich und liebevoll einbezogen.
sueddeutsche.de: Was erwarten Sie von ihrer Partnerin?
Bärlocher: Ich erwarte Ehrlichkeit. Ich erwarte nicht, dass sie ausschließlich mit mir eine Liebesbeziehung hat. Sondern dass sie treu im Sinne von verlässlich und verbindlich in der Liebe zu mir ist. Wenn eine neue Liebe dazukommt, verliert das Alte nicht plötzlich an Wert, sondern darf dauerhaft sein. Dazu gehört, dass ich mich bewusst für die Liebe öffne.
sueddeutsche.de: Hatten Sie schon eine Beziehung, in der Sie einer von beiden Männern waren?
Bärlocher: Selbstverständlich ...
sueddeutsche.de: Wie war es für Sie, als der andere ins Spiel kam?
Bärlocher: Im ersten Moment ist es immer ein doppeltes Gefühl - Mitfreude einerseits, unangenehme Gefühle andererseits. Ich dachte mir: Jetzt muss ich mich mit Neid, Konkurrenz auseinandersetzen, muss mich beweisen, fühle Angst, sie zu verlieren.
sueddeutsche.de: Und wenn man sich dann geeinigt hat - macht man alles zu dritt?
Bärlocher: Nein, natürlich nicht! Aber manche Polys leben auch miteinander. Und wenn sich so etwas wie "Dreieinigkeit" einstellt, ist es wunderschön.
sueddeutsche.de: Wo liegt für mich der Vorteil, wenn ich mir einen Menschen mit einem anderen teilen muss?
Bärlocher: Sie denken schon wieder im Kuchenmodell. Es entsteht ein qualitativer Gewinn, nicht ein quantitativer. Wenn ich jemanden liebe, freue ich mich, dass es ihm gutgeht. Menschen, die dafür offen sind, erkennen: Eigentlich ist es Quatsch, nicht zu teilen. Wir gewinnen mehr Liebe - alle drei!
sueddeutsche.de: Kann so eine Beziehung denn halten?
Bärlocher: Ich kenne Beziehungen, die halten 20, 30 Jahre. Neulich hatte ich einen Mann, der lebt mit der Mutter seiner Kinder und einer gemeinsamen Freundin. Die eine Frau hat einen zweiten Mann, die andere hat immer mal wieder einen Geliebten.
Wie Frauen auf die Botschaft reagieren, dass sie nicht die Einzige sind, lesen Sie auf der nächsten Seite ...
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Ja. Es gibt so verdammt viele Gründe, warum Beziehungen scheitern. Manchmal braucht es eine Weile, um festzustellen, dass die Chemie nicht stimmt. Manchmal sollte man seine Partnerwahlkriterien überdenken, indem man aus dem Scheitern lernt. Gehst Du vielleicht zu oberflächlich an die Sache ran? Und letztlich gibt es nirgendwo eine Garantie, dass es nach x Versuchen klappt.
Antwort c) kann nur dann in Frage kommen, wenn Du persönlich mit dem gängigen Konzept von Beziehungen ein Problem hast (und dann kannst auch nur Du persönlich für Dich diese Frage beantworten).
... ob Polyamorie die Antwort ist. Aber ich habe nunmal eine Frage, die mich bis heute umtreibt. In einem Satz und ganz persönlich:
Warum bin ich in meinen Beziehungen bislang immer gescheitert?
a) Ich bin das Problem.
b) Meine bisherigen Partnerinnen waren das Problem.
c) Das gängige Konzept von Beziehung ist das Problem.
Ist es so verwerflich, wenn ich mittlerweile Antwort c) ernsthaft in Betracht ziehe, bevor ich mich wieder in eine unglückliche Beziehung begebe?
Gelte ich jetzt als engstirnig und nicht wirklich liebesfähig, wenn ich bei der Beziehungsform Polyamory Magenkrämpfe bekomme? In unserem Kulturkreis sind Zweierbeziehungen nun mal die Grundbeziehungsform. Wenn ein Mann mehrere Frauen haben will, muß er schon in einem anderen Kulturkreis geboren werden. Und selbst bei solchen Formen kann ich mir nicht vorstellen, daß es keine Eifersucht gibt.
Und: Ich finde, es gibt starke Parallelen zwischen oben beschriebener Polyamory und einer Dreiecksbeziehung. Hierzu gibt es klare Ansagen: Nämlich, daß - wenn es plötzlich eine dritte Person gibt - etwas in der Paarbeziehung nicht stimmt (Einzelheiten hier: http://www.beratung-therapie.de/home/index_trennung_scheidung.html?/beziehungskonflikte/dreierbeziehung/dreierbeziehung.html). Wo ist jetzt der Unterschied? Vielleicht, daß alle Beteiligten polyamor leben wollen? Würde das nicht auch bedeuten, daß nicht nur 2 Männer eine Frau lieben, sondern auch einander? Und in der Konsequenz auch miteinander schlafen? Wenn, dann richtig.
sehr geehrter herr bärlocher
mir kamen fast tränen vor wut, als ich ihren superegoistischen beitrag gelesen habe,
wie unreif muss ein mann sein um derartiges zu vertreten .. gerade sie als psychologe,
sollten dazu ermutigen , dass man nur eine beziehung lebt. viele männer werden ihnen sehr
dankbar sein und sich bestätigt fühlen , aber nicht nur männer, auch die heutigen frauen ,
die so oft fremdgehen und dieses mit der emanzipation verwechseln.
ich will ihnen mal etwas sagen , egal ob trend oder dekadenz, egal was die menschheit
versucht , es wird in wirklichkeit niemals funktionieren , dass menschen bei solchen
ungesetzmässigkeiten glück empfinden und freude daran haben. die natur hat ihre rollen
klar verteilt und wir werden den kampf gegen die natur niemals gewinnen können..
deshalb gibt es nur eins um wirkliches glück zu erlangen , um glückliche liebe empfinden zu
können.. nämlich sich ihr hingeben , sie auskosten , sich an ihr erfreuen und zwar -
nur mit einem einzigen menschen , denn wenn man jemanden wirklich liebt, mit seele und
herz , den möchte man niemals teilen , egal in welcher weise, denn dieses gefühl,
kann nur zwischen zwei menschen entstehen.. so glaube ich herr bärlocher , respektive
bin davon überzeugt, dass sie noch niemals wirklich geliebt haben!!!!!!!!!!!!
es geht doch eben NICHT um das aufgeben von beziehungen zugunsten von neuen. das ist doch der springende punkt, wie können sie den übersehen?
Paging