Beliebteste Kindernamen Marie und Maximilian sind am beliebtesten

Vornamen mit "M" sind nach wie vor sehr beliebt.

(Foto: Aditya Romansa/Unsplash; Bearbeitung SZ)

Die Gesellschaft für deutsche Sprache verkündet die am häufigsten gewählten Vornamen des vergangenen Jahres - und kann sich erstmals auf tatsächliche Vergabezahlen berufen.

Von Max Sprick

Man kann das schon so sagen: Für die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Sie selbst verkündet, sie habe eine "bahnbrechende Veränderung" erlebt.

Die GfdS hat gerade die beliebtesten Vornamen von Mädchen und Jungen aus dem vergangenen Jahr veröffentlicht. Das tut sie zwar schon seit 1977, aber jetzt auf eine neue Art und Weise: "Erstmals basieren unsere Daten nicht mehr auf Tendenzbefunden, sondern auf den tatsächlichen Vergabezahlen." Bislang konnten Standesämter die Namen von Neugeborenen nur ohne Angabe der Position übermitteln. Eine Überarbeitung der Software habe dazu geführt, dass die GfdS ihre Positionslisten auf eine wissenschaftliche und repräsentative Basis stellen könne.

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Besagte Positionslisten sind allerdings alles andere als bahnbrechend. Wie schon im Jahr zuvor ist auch 2017 der beliebteste Vorname für Mädchen: Marie. Erneut gefolgt von Sophie/Sofie. Auch die folgenden Plätze sind wenig überraschend, hier tauschen Maria und Sophia/Sofia ihre Ränge. Einziger Neuzugang in den Top Ten ist Luisa/Louisa, die einen Platz gutmacht und nun zehntbeliebtester Vorname ist. Bei den Jungs erobert sich Maximilian Platz eins zurück, der im Vorjahr nur Platz drei belegt hatte. Absteiger ist der letztjährige Sieger Elias, der auf Platz vier abrutscht. Alexander bleibt auf zwei, Paul steigt von vier auf drei. Auch die männliche Liste weist nur einen neuen unter den zehn beliebtesten Vornamen auf: Felix klettert von zwölf auf zehn.

Wichtig ist dabei zu wissen: In die Top-Ten-Listen der Mädchen- und Jungennamen fließen sowohl Erst- als auch Zweitnamen ein. Da die 700 teilnehmenden Standesämter nun aber auch die Position der jeweiligen Namen übermitteln, kann die GfdS auch angeben, welcher Name bevorzugt als Erstname vergeben wird, sowie die Namen, die an zweiter oder späterer Stelle ("Folgenamen") am beliebtesten sind.

Und hier wird es nun wirklich interessant - denn Marie und Maximilian mögen zwar insgesamt die beliebtesten Vornamen sein, sind es aber als Erstname ganz und gar nicht. Der am häufigsten gewählte Erstname für Mädchen lautet Emma (auf der Gesamtliste nur auf Platz sechs), der für Jungs lautet Ben (auf der Gesamtliste Fünfter). Marie und Maximilian landen beide jeweils nur auf Platz zehn der beliebtesten Erstnamen.

Auch 2017 gab es übrigens wieder einige kuriose Namensgebungen. Die GfdS erlaubte es so zum Beispiel, dass Eltern ihre Kinder "Cartier", "Pacino" oder "Chaplin" nennen. Abgelehnt wurden unter anderem "Lucifer", "Batman", "vom Meer" und "Pinocchio".