Beate Klarsfeld über Stolz

Nazi hunter Beate Klarsfeld reacts after being awarded by German ambassador to France at her residence in Paris Nazi hunter Beate Klarsfeld reacts after being awarded by German ambassador to France at her residence in Paris, France, July 20, 2015. Beate and Serge Klarsfeld were awarded with the highest German distinction, the Federal Cross of Merit, for bringing war criminals to justice. The couple recently published their memoirs in France telling several decades spent hunting for perpetrators of Nazi crimes around the world. REUTERS/Charles Platiau

(Foto: REUTERS)

Sie hat Nazi-Größen aufgespürt und die NSDAP-Vergangenheit von Ex-Bundeskanzler Kiesinger angeprangert. Ein Gespräch mit Beate Klarsfeld über Rache, Recht und Stolz auf Deutschland.

Interview von Ronen Steinke

Eine Altbauwohnung in Paris. Perserteppiche, Bücherregale bis zur Decke. Neben dem Computer hat Beate Klarsfeld zwei Zeitungsausschnitte aufgehängt: Springers "B.Z." vom 8. November 1968 mit der Schlagzeile "Ohrfeige für Kanzler Kiesinger!" Und, 44 Jahre später: Springers "Welt", wie sie Klarsfelds Kandidatur für das Amt der Bundespräsidentin charmant begrüßt. Zum Gespräch reicht sie Kekse.

SZ: Frau Klarsfeld, wie fand es die Familie Ihres jüdischen, französischen Ehemannes, als er Sie zum ersten Mal mit nach Hause brachte - die Tochter eines Wehrmachtssoldaten? ...