Die Deutschen greifen für ihre Gesundheit tief in die Tasche. 3000 Euro gibt jeder jährlich aus, dabei wird besonders viel Geld in die Apotheke getragen.
Für die Gesundheit werden in Deutschland fast 3.000 Euro pro Einwohner ausgegeben. Die Gesamtausgaben stiegen 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent auf 245 Milliarden Euro.
Arzt oder Apfel - vielen gesundheitlichen Beschwerden lässt sich bereits mit gesunder Ernährung vorbeugen. (© Foto: iStockphotos)
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Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging der Anteil der Gesundheitskosten aber leicht von 10,7 auf 10,6 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Pro Kopf der Bevölkerung ergaben sich daraus durchschnittliche Ausgaben von rund 2.970 Euro im Jahr 2006 nach rund 2.900 Euro 2005.
Der Vergleich mit dem BIP bedeutet aber nicht, dass die Bundesbürger rund jeden zehnten Euro für die Gesundheit ausgaben, wie Statistiker Michael Müller sagte. Denn das BIP beschreibt die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung und nicht nur die Ausgaben.
In Frankreich (11,1 Prozent), der Schweiz (11,6 Prozent) und den USA (15,3 Prozent) wurde 2006 deutlich mehr für die Gesundheit ausgegeben. Während in diesen Ländern der Anteil am BIP seit Jahren kontinuierlich steigt, stagniert er in Deutschland seit 2002.
Größter Ausgabenträger im deutschen Gesundheitswesen war auch 2006 die gesetzliche Krankenversicherung. Ihr Anteil am Gesamtaufkommen stieg leicht von 56,8 im Jahr 2005 auf 57 Prozent, nachdem er in den Jahren 1992 bis 2004 von 62,7 auf 56,3 Prozent rückläufig war.
Überproportionaler Anstieg bei Privathaushalten
Ihre Ausgaben nahmen überdurchschnittlich um 2,9 Prozent auf 139,8 Milliarden Euro zu. Der Anteil der privaten Krankenversicherung betrug 2006 mit 22,5 Milliarden Euro 9,2 Prozent. 1992 betrug er noch 7,2 Prozent.
Weitere Träger sind die soziale Pflegeversicherung mit 17,9 Milliarden Euro, die öffentlichen Haushalte mit 13,6 Milliarden Euro, die Arbeitgeber mit 10,4 Milliarden Euro sowie gesetzliche Unfall- beziehungsweise Rentenversicherung mit rund 4,0 und 3,6 Milliarden Euro.
Am stärksten stiegen die Ausgaben der privaten Haushalte oder privaten Organisationen ohne Erwerbszweck wie Wohlfahrtsverbände, nämlich um 3,4 Prozent auf 33,3 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Zuzahlungen für Medikamente oder Pflegeleistungen, nicht aber Beiträge. Ihr Ausgabenanteil an den Gesamtkosten blieb mit 13,6 Prozent gegenüber den beiden Vorjahren nahezu unverändert.
Während die Ausgaben für ärztliche Leistungen überdurchschnittlich, nämlich um 3,2 Prozent, zunahmen, stiegen diejenigen für Waren, also Arzneimittel, Hilfsmittel oder Material- und Laborkosten, nur um 2,0 Prozent. Mit plus 4,4 Prozent deutlich überproportional stiegen die Ausgaben für Prävention und Gesundheitsschutz, vor allem wegen der Zunahme der Ausgaben für Früherkennungsmaßnahmen.
Fast die Hälfte der gesamten Ausgaben ging an Einrichtungen der ambulanten Gesundheitsversorgung wie Arztpraxen oder Apotheken. Mit 118,6 Milliarden Euro waren es 2,8 Prozent mehr als 2005 und 48,4 Prozent der Gesamtausgaben. Im stationären und teilstationären Sektor mit Krankenhäusern, Pflege-, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen wurden mit 90,1 Milliarden rund 2,9 Prozent mehr als 2005 und 36,8 Prozent der Gesamtausgaben aufgewendet.
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(AP/mmk)
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