Wenn Ihnen dieser Tage ein Geschäftspartner den Handschlag versagen sollte, nehmen Sie es nicht übel: Der Mann hat Angst vor einer Erkältung. Die gesündere Alternative: das Bussi.

Höflichkeit oder Gesundheit - was wiegt schwerer? Vor diese Frage wird gestellt, wer in der virenreichen Winterzeit eine handfeste Erkältung vermeiden will. Denn Forscher haben herausgefunden, dass Händeschütteln deutlich mehr Bakterien überträgt als beispielsweise ein freundschaftliches Küsschen auf die Wange.

Virenübertragung per Handschlag, iStockphotos

Virenübertragung per Handschlag: Greifen Sie besser nicht nach jeder Hand, die Ihnen gereicht wird. (© Foto: iStockphotos)

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Geschäftspartner - sofern nicht französischer Nationalität - leben also in Grippezeiten gefährlicher als sich nahestehende Freunde. Die bekannte Warnung "Ich komme dir mal nicht zu Nahe, um dich nicht anzustecken" mache wenig Sinn, wenn sich die Betroffenen trotzdem die Hände reichen.

Zu diesem Fazit kamen amerikanische und britische Forscher in einer am Donnerstag im American Journal of Infection Control veröffentlichten Studie zur Handhygiene.

Danach werden die Erreger von Hand zu Hand weitergegeben. Wer sich anschließend an Mund, Nase oder Augen fasst, droht seinen Organismus mit den Krankheitskeimen zu infizieren.

Nicht nur Erkältungs- und Grippeviren würden öfter über die Hände als beim oberflächlichen Wangenkuss weitergereicht, sondern auch die Erreger von Magen- und Darminfektionen wie Salmonellen.

Deshalb sei insbesondere bei Epidemien von überragender Bedeutung, das Händeschütteln möglichst ganz einzustellen oder sich zumindest oft und sehr gründlich die Hände zu waschen. "Gerade angesichts der sich nähernden Grippesaison ist es besonders wichtig zu wissen, dass eine sorgfältige Hygiene der Hände die Risiken verringen kann", rät die Mitautorin der Studie, Professor Sally Bloomfield von der London School of Hygiene & Tropical Medicine.

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(AP/sueddeutsche.de/mmk)