Alte Frauen, junge Männer Kombination: guter Sex und Kommunikation

SZ: Ein junger Hausmann, der auch mal die Wohnung aufräumt, ist ja ganz okay, aber das kann doch unmöglich alles sein.

Dana Horáková; oh

Die Autorin Dana Horáková hat eigene Erfahrungen mit einem jüngeren Mann gemacht.

(Foto: Foto: oh)

Horáková: Ach, der Jüngere kann weit mehr, zum Beispiel zuhören. Die Kombination aus gutem Sex und intensiver Kommunikation, tollen Gesprächen tut den Frauen einfach gut, das hält jung.

SZ: Können Sie es nachvollziehen, was junge Frauen an älteren Männern attraktiv finden? Irgendwas muss da ja sein, sonst würden die Münteferings, die Wickerts, Beckenbauers und Burdas nicht ganze Generationen überspringen, um die passende Partnerin zu finden.

Horáková: Erfolgreiche Männer neigen dazu, eine Frau mit ihrer Persönlichkeit auch zu blenden. Und oft sind das ja auch faszinierende, medial höchst wirksame Figuren, die etwas im Leben erreicht haben. Das finde ich nicht unattraktiv. Andererseits begreife ich nicht, warum dieser Altersunterschied bei Männern als normal akzeptiert wird und bei Frauen nicht. Stellen Sie sich mal vor, Angela Merkel hätte eine Beziehung mit einem 20-jährigen Abiturienten. . .

SZ: Mamma mia!

Horáková: Sehen Sie. Frau Merkel müsste sofort auswandern. Möglichst auf den Mond.

SZ: Seit einigen Jahren hat die Unterhaltungsindustrie das Thema entdeckt. In Serien wie "Sex and the City" gibt es die starke ältere Frau mit dem attraktiven jüngeren Lover, der ihr aber immer ein wenig peinlich ist - außer im Bett.

Horáková: "Sex and the City" ist ein gutes Beispiel! Die Autorin Candace Bushnell, die ich im Buch porträtiere, hat ja auch einen Jüngeren. Und es stimmt ja: Ein gewisses Unbehagen bei gesellschaftlichen Auftritten bleibt. Wenn die ältere Partnerin um einiges jünger aussieht, lässt sich der Unterschied gut kaschieren. Sobald sie aber ihre Falten, ihr biologisches Alter nicht mehr verbergen kann, reagiert die Gesellschaft mit hämischen Blicken. Mir hat mal ein Freund ins Gesicht gesagt: Du hast es wohl dringend nötig. Er meinte den Sex. Umgekehrt werden ältere Männer bewundert, wenn sie sich als Zeichen ihres Erfolges mit einer Jüngeren belohnen - quasi mit einer blühenden Dividende.

SZ: In Ihrem Buch erzählen Sie von bekannten Frauen aus der Vergangenheit, die es mit jüngeren Männern probiert haben. Welches ist denn Ihr Lieblingspaar?

Horáková: Wunderbar war die Beziehung von Diana von Poitiers, die im 16.Jahrhundert lange die Geliebte des französischen Königs Heinrich II. war. Der König war 20 Jahre jünger und liebte sie abgöttisch bis zu seinem Tod, obwohl diese Beziehung aus gesellschaftlicher Sicht absolut unmöglich war.

SZ: Wie lange wird es noch dauern, bis die von Ihnen beschriebenen Beziehungen völlig akzeptiert sind?

Horáková: Ich glaube, das wird bald der Fall sein, weil die demographische Entwicklung dafür spricht. Frauen werden im Schnitt sieben Jahre älter als die Männer, sie bleiben vitaler und wünschen sich auch im Alter einen Partner - warum nicht einen jüngeren? Und eines kann ich Ihnen versichern: Eine Frau, die einmal mit einem jüngeren lebte, ist für immer "verdorben" - ich jedenfalls fand es unmöglich, danach wieder die kleine Maus zu sein, während der Ältere den Herrn im Haus gab.