Alkohol kann Kummer nicht ertränken. Im Gegenteil: Wer bei Frust zur Flasche greift, verschlimmert seine Lage.

Entgegen einer weit verbreiteten Überzeugung ist es offenbar nicht möglich, seinen Kummer in Alkohol zu ertränken. Der Rausch aus der Flasche verlängert im Gegenteil den Kummer, wie Wissenschaftler der Universität von Tokio in einer am Freitag veröffentlichten Studie berichteten.

Katerstimmung; iStockphotos

(© Foto: iStockphotos)

Anzeige

Für die Untersuchung versetzten die Forscher Ratten durch einen leichten Schock in Angst. Bei den Tieren, die anschließend Alkohol verabreicht bekamen, blieb die Angstreaktion länger haften als bei der Gruppe, die nüchtern blieb.

Auf den Menschen übertragen bedeutet dies nach Angaben der Wissenschaftler, dass die negativen Erinnerungen, die der Trinker loswerden will, stark im Gedächtnis bleiben, auch wenn im Moment des Rauschs die Stimmung zeitweise steigt. Um etwas Unangenehmes zu vergessen sei es besser, die negative Erinnerung rechtzeitig mit einer positiven zu "überschreiben" und das Trinken besser sein zu lassen, empfahlen die Forscher. Die Studie wurde im US-Fachmagazin "Neuropsychopharmacology" veröffentlicht.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Die Wüste bebt

Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...

(AFP/mmk)