Es kann sein, dass es noch 20 Jahre dauert, bis es eine Schutzimpfung gegen HIV gibt. Solange ist Prävention die effektivste Maßnahme gegen Aids. Zu dem üblichen Ratschlag "Safer Sex" gibt es einige Ergänzungen.
Kondome auch für Frauen
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Ein südafrikanischer Bettler warnt vor Aids. (© Foto: DPA)
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Präservative bieten derzeit den zuverlässigsten Schutz vor einer Übertragung der HI-Viren beim Sex. Es gibt auch Kondome für Frauen. Sie stellen die einzige Möglichkeit für Frauen dar, sich selbst aktiv vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen. Sie können allerdings nicht vor dem Mann verborgen werden. Bei einigen Modellen raschelt das Material beim Verkehr.
Virushemmende Gele
Mikrobizide Wirkstoffe sollen die Kontaktstellen zwischen HI-Viren und Körperzellen blockieren und so verhindern, dass die Krankheitserreger über die Schleimhäute der Geschlechtsorgane in den Körper gelangen. Sie könnten vaginal oder rektal angewendet werden.
Theoretisch könnten Mikrobizide das entscheidende Mittel sein, um Frauen unabhängig vom Verhalten der Männer zu machen. Zurzeit gibt es aber kein wirksames Präparat. Zuletzt musste die Weltgesundheitsorganisation WHO eine Studie mit einem vielversprechenden Mikrobizid abbrechen, weil es keinen positiven Effekt zeigte. Nach WHO-Angaben laufen zurzeit Untersuchungen mit drei weiteren Mitteln in Südafrika, Tansania und Uganda. Deren Ergebnisse sollen spätestens 2009 vorliegen. Die Deutsche Aids-Hilfe hält die Entwicklung eines wirksamen Mikrobizids in den nächsten zehn bis 15 Jahren für unwahrscheinlich.
Beschneidung
Einige Studien haben gezeigt, dass das Infektionsrisiko bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit HIV-infizierten Partnern für beschnittene Männer geringer sein soll als für unbeschnittene. Wie groß die Risikoverminderung ist, bleibt allerdings umstritten. Als sicher gilt, dass das Risiko keinesfalls auf Null fällt. Das operative Entfernen der männlichen Vorhaut ist kein Ersatz für den Gebrauch eines Kondoms.
Vorsorge mit Medikamenten
Es gibt Überlegungen auch in der Prävention auf das zu setzen, was wirkt: antivirale Medikamente. 2004 begann man mit Studien in Hochrisikogruppen, zum Beispiel Prostituierten, um zu prüfen, ob die tägliche Einnahme eines Medikaments vor einer HIV-Infektion schützt. Verglichen wird dieses Vorgehen oft mit der Malaria-Prophylaxe. Erfahrungen auf diesem Gebiet zeigen, dass der Malariaerreger bei häufiger Anwendung von Anti-Malaria-Medikamente für Präventionszwecke bald Resistenzen gegen die Wirkstoffe entwickelt. Dies könnte auch bei Anwendung von HIV-Medikamenten zur Verhinderung der HIV-Übertragung geschehen. Auch wird befürchtet, das unter dem vermeintlichen Schutz wieder vermehrt riskanter Sex praktiziert werden würde.
Nachsorge, wenn etwas passiert ist
Menschen, die - womöglich im Bereich offener Wunden - in Kontakt mit HIV-infiziertem Blut, Sperma oder Vaginalsekret gekommen sind, können mit Sofortmaßnahmen und einer Behandlung mit antiviralen Medikamenten eine Infektion weniger wahrscheinlich machen. Betroffene Hautstellen sollten unmittelbar nach dem Kontakt unter fließendem Wasser gereinigt und anschließend desinfiziert werden, um die Zahl der Viren in der Wunde zu verringern.
Sind Augen oder Mund mit infektiösen Flüssigkeiten in Berührung gekommen, sollten diese gründlich mit Wasser ausgespült werden. Eine vorbeugende Behandlung mit Medikamenten ist möglich, über ihre Wirksamkeit gibt es allerdings keine zuverlässigen Daten. Sie sollte schnellstmöglich unter ärztlicher Aufsicht begonnen werden. Wie bei der etablierten Aids-Therapie werden verschiedene Medikamente kombiniert. Ihr Ziel ist es, das Virus daran zu hindern, in seine Wirtszellen einzudringen; damit wird auch seine Vermehrung gehemmt.
Mutter-Kind-Übertragung verhindern
Einerseits muss die Gesundheit der Mutter bewahrt, andererseits das Kind vor einer Infektion geschützt werden, wenn eine Schwangere das HI-Virus in sich trägt. Es gibt zwei Strategien: Benötigt die werdende Mutter bereits eine Therapie, wird sie ganz normal behandelt. Da sich durch die Arzneien die Virenzahl im Blut der Mutter verringert, sinkt die Gefahr, dass die Erreger über die Plazenta zum Fötus gelangen. Im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte möglichst auf die Mittel verzichtet werden, weil sich schädliche Effekte auf den Embryo nicht gänzlich ausschließen lassen.
Besitzt die werdende Mutter noch ein gut funktionierendes Immunsystem und benötigt sie keine Aids-Mittel, dann führen die Ärzte erst vor der Geburt - wenn die Gefahr einer Übertragung steigt - eine so genannte Transmissions-Prophylaxe durch. Da die Geburtswehen das Übertragungsrisiko zu steigern scheinen, gilt der Kaiserschnitt als sicherste Entbindungsmethode. Zudem sollte das Baby nach der Geburt für einige Wochen mit antiviralen Medikamenten behandelt und wegen der Infektionsgefahr durch die Muttermilch möglichst nicht gestillt werden. Durch diese Maßnahmen ist die Übertragungsrate in Deutschland inzwischen auf weniger als ein Prozent gesunken.
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
(SZ vom 21.07.2007)
Voreiliges Buch "Der Pott ist dahoam"
AIDS in Deutschland ist ein Homosexuellen- und Fixerproblem und kommt in der heterosexuellen Welt praktisch nicht vor. Die Gefahr, sich durch ungeschützten heterosexuellen Verkehr mit AIDS zu infizieren, ist fast null. Vaginalverkehr mit einer infizierten Frau führt in weniger als 1 von 1000 Fällen zur Ansteckung (Quelle: Spiegel 1. Juliheft). Aber es gibt kaum infizierte Frauen. Die Wahrscheinlichkeit, sich bei einem One-Nightstand mit einer "nicht auffälligen Frau" (keine Fixerin oder Prostituierte) ohne Kondom mit Aids anzustecken, ist kleiner als 1:1 Million. Soviel zur völlig überzogenen Kondomkampagne, die ihre Berechtigung ausschließlich in der Homosexuellen- und Fixerszene hat.