Immer mehr Paare entscheiden sich erst spät für die Elternschaft. Die schwarz-gelbe Koalition überlegt, auch älteren Menschen Adoptionen von Kindern zu ermöglichen.
Kinder mit 40 - heutzutage nichts Ungewöhnliches mehr. Immer mehr Paare entscheiden sich erst dann, Eltern zu werden, wenn ihre Karriere in trockenen Tüchern ist und sie sich die meisten Träume erfüllt haben.
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Wenn der Gesetzentwurf durchgeht, können künftig auch ältere Paare ein Kind adoptieren. (© ag.rtr)
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Die schwarz-gelbe Koalition hat diese gesellschaftliche Veränderung aufgegriffen und überlegt, auch älteren Menschen Adoptionen von Kindern zu ermöglichen. "Wir wollen, dass die starre Altersgrenze aufgehoben wird", sagte FDP-Fraktionsvize Miriam Gruß der Passauer Neuen Presse.
Bisher sei es in der Praxis so, dass die Jugendämter lediglich bei einem Altersabstand von weniger als 40 Jahren zwischen Kind und Adoptiveltern die Zustimmung geben. "Wir wollen gesetzlich festhalten, dass auch bei älteren Bewerbern eine Einzelfallprüfung durch die Jugendämter vorgenommen wird", sagte Gruß. Darauf hätten sich die Familienpolitiker von Union und FDP verständigt.
Die Idee ist aber nicht gänzlich neu: Bereits 2004 hatte die damalige Bundesregierung wegen des demographischen Wandels in Deutschland eine entsprechende Änderung der Adoptionsgesetze beschlossen. Wie die Berliner Zeitung damals berichtete, wollte auch schon Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) die Adoptionsrichtlinien den Gegebenheiten anpassen. In einem "Land des langen Lebens" gehöre es nun einmal dazu, dass es nicht nur junge Eltern gebe, zitierte das Blatt die Ministerin.
Ein gemeinsamer Antrag der Koalitionsfraktionen mit der Aufforderung an die Bundesregierung, einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen, soll nun kommende Woche auf den Weg gebracht werden. Entscheidend sei, dass auch über 40-jährige die Chance bekämen, Kinder zu adoptieren, sagte FDP-Fraktionsvize Miriam Gruß . "Die Gesellschaft hat sich weiter entwickelt. Die Tendenz nimmt zu, dass sich Paare auch noch im späteren Alter für Kinder entscheiden wollen".
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(dpa/vs)
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Manchmal wundert mich die fachöiche Inkompetenz von Politikern und die mangelnde Recherche der Presse.
Es gibt keine gesetzliche Obergrenz für Adoptiveltern und somit braucht diese auch nicht, wenn gewollt, hochgesetzt zu werden.
Die BAG der Landesjugendämter hat 2006 Empfehlungen zur Adoptionsvermittlung ausgesprochen, die zum Alter von Adoptionsbewerbern folgende Aussage trifft:
"Starre Altersgrenzen sind nur bedingt geeignet, den Erfolg einer Vermittlung sicherzustellen. Das Alter ist aber ein Indikator, der auf andere Merkmale (z.B. Gesundheit, Lebenserfahrung, Belastbarkeit, Flexibilität) verweist. Zu bedenken ist, dass das heranwachsende Kind belastbare Eltern benötigt. Insbesondere in der Phase der Pubertät und der beginnenden Auseinandersetzung mit der eigenen Identität können Eltern im fortgeschrittenen Lebensalter leichter an die Grenzen hinsichtlich ihrer Belastbarkeit gelangen. Dem Wohl des Kindes wird es daher in der Regel nicht dienen, wenn der Altersabstand größer als 40 Jahre ist. Oberhalb dieser Grenze wird eine Vermittlung daher nur in begründeten Ausnahmefällen in Betracht kommen. Auch die Rechtsprechung unterstreicht, dass ein großer Altersabstand gegen ein Eltern-Kind-Verhältnis spricht"
Die Praxis kennt durchaus Vermittlungen, die Paare berücksichtigt haben, bei denen einer oder beide mehr als 40 Jahre Altersabstand zum Kind haben. Der Punkt der Belastbarkeit von Eltern ist auf keinen Fall außer Acht zu lassen.
Zum Punkt, dass 10 Bewerberpaare auf ein Kind kommen, ist zu sagen, dass laut der letzten bekannten Statitikzahlen, bei Betrachtung der Inlandsfremdadoptionen ca. 5,5 Bewerberpaare auf ein Kind kommen.
Einzelfall prüfen - Gesetz so lassen, wie es ist. Unsere Politiker haben weiß Gott wichtigeres zu tun.
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Wäre dann Stufe 4.
Man streiche das Elterngeld für HartzIV-Empfänger ganz, kürze es in der Mittelschicht und päpple die Spitzenverdiener mit 1.800.€ weiterhin. So. Da die aber trotzdem nicht so recht wollen, sondern erst mal an ihrer Karriere interessiert sind, leite man Stufe 2 ein: Man erhöhe das Adoptionsalter und erhoffe sich, dass genau diese Klientel, nun gelangweilt von Geld und Aufstieg, irgendwann mal jenseits der Befruchtungsgrenze, der Wunsch nach einem Kind packt. So kann man prima das Geld sparen, dass man sonst für die Gebärstarken aus der Unterschicht zur Verfügung stellen musste und denkt wohl, dass einem Kind bei diesen Oberschichtseltern kaum was Schlimmes widerfahren könnte. - Bald wird der nächste Vorschlag kommen: Zwangsadoptionen zulasten der Unterschicht, zugunsten der über Vierzigjährigen. - Schließlich will man doch da oben zufriedene Leistungsträger haben, nicht wahr?
morigom schreibt @Aalglatt: Schwupps in die Falle getappt...
... bin ich auch mit einem Zahlendreher:
Der Schlüssel zur Verfügung stehende Kinder / Adoptierende liegt bei 1:10 oder drüber. Das heißt: für jedes zur Adoption gegebene Kind gibt es 10 oder mehr Bewerber. Propanganda für Kinderrettung durch Adoption ist absolut unnötig!
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