Zu avantgardistisch für viele: Designer Bernhard Willhelm Foto: totemfashion.com
Bernhard Willhelm
"Für mich persönlich verspricht die Krise Entwicklung, nicht Stillstand. Sollte die Modebranche tatsächlich kollabieren, wäre ich endlich gezwungen, Künstler zu werden. Andererseits war ich noch nie wirklich von der Konjunktur abhängig, weil ich eine Nische bediene.
Für meine Männerkollektion, die ich heute Abend in Berlin zeige, habe ich mich beim Skifahren inspirieren lassen. Beim Entwerfen denke ich keine Sekunde an Produktionskosten oder Abverkäufe. Man könnte sagen, gerade diese Kollektion ist eine Art Hobby von mir. Ich selber zahle mir kein Gehalt aus, kann aber Klamotten tragen, die mir gefallen. Einige Boutiquen kaufen mich auch nur fürs Schaufenster ein, wohlwissend, dass ich für ihre Kunden zu avantgardistisch bin. Die Japaner lieben genau das an mir und subventionieren mich schon seit Jahren. Für Mykita entwerfe ich Sonnenbrille, für Uslu Airlines Nagellack und für Camper demnächst Schuhe. Reich wird man damit auch nicht, aber seit wann macht Geld schon frei? "
Bernhard Willhelm, 37, gründete sein Label 1999 in Antwerpen und lebt seit vier Jahren in Paris.
Weiter zu Kaviar Gauche: "Zur Zeit wollen alle Lieferanten - ob Stickerei oder Lederhersteller - Vorkasse."
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