Filmdiva Ingrid van Bergen ist eine der Teilnehmerinnen der neuen Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" Sie ist damit am Ende des Star-Zyklus angekommen.
Gut gelaunt im Dschungel: die Moderatoren Dirk Back und Sonja Zietlow. Foto: dpa
In der Wirtschaft gibt es den sogenannten Hype Cycle, die Beratungsfirma Gartner hat ihn im Jahr 1995 eingeführt und erklärt anhand einer Kurve, wie Hypes funktionieren. Man kann diesen Zyklus nicht nur auf neue Technologien anwenden, sondern auch auf Menschen - vor allem dann, wenn sie berühmt sind. Am Ende dieser Kurve würde in diesem Fall die RTL-Sendung "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" stehen.
Wer hat sich nicht alles im Dschungel vergnügt während der ersten drei Staffeln, die Promi-Kategorien B bis Z wurden allesamt durchdekliniert, meist steht ein "ehemalig" vor der Berufsbezeichnung: die ehemalige Pornodarstellerin Dolly Buster, der ehemalige Fußballprofi Eike Immel, die ehemalige DSDS-Kandidatin Lisa Bund, die ehemalige Bohlen-Gespielin Nadja Abd el Farrag, der ehemalige Hochspringer Carlo Thränhardt. In den internationalen Ausgaben machen die ehemalige Tennisspielerin Martina Navratilova mit, dazu der ehemalige "Mr. Zulu" George Takei und das ehemalige Formel-1-Girl Katie Price.
Für die neue Staffel gibt es bereits zwei Kandidatinnen, die RTL rekrutieren konnte: die ehemalige "Mörtel"-Ehefrau Christina "Mausi" Lugner und die ehemalige Filmdiva Ingrid van Bergen. Es ist schwer zu glauben, dass die von RTL angestrebte Zielgruppe (14-49 Jahre) sich an einen Film mit van Bergen ("Des Teufels General", "Der alte Affe Angst") erinnert. Eher hat sie die Bilder einer schüchternen Frau auf der Anklagebank im Kopf - Ingrid van Bergen tötete im Jahr 1977 unter Alkoholeinfluss ihren Geliebten Klaus Knaths und musste fünf Jahre im Gefängnis verbringen.
Ingrid van Bergen: Teilnehmerin im "Dschungelcamp". Foto: dpa
Die Bild-Zeitung macht sich nun Sorgen, ob van Bergen den Strapazen im australischen Dschungel gewachsen ist. Sie ist mit 77 Jahren die älteste Teilnehmerin aller Zeiten. Dramatisch fragt Bild, ob die Hitze, die körperlichen Anstrengungen und der Psycho-Stress nicht zu viel sind für van Bergen. Sogar ein Internist kommt zu Wort. Martin Calvens sagt: "Wichtig ist, dass Frau van Bergen im Dschungel viel trinkt und sich Ruhephasen gönnt. Ansonsten ist unter diesen Umständen ein Schwächeanfall oder Ähnliches nicht auszuschließen."
Es scheint, als würde RTL in jeder Staffel bestimmte Prototypen casten, um eine ausgewogenen Teilnehmerschaft zu garantieren: irgendwas mit Sport, irgendwas mit erfolglosem Moderator, irgendwas mit Musik, irgendwas mit Körbchengröße D, irgendwas mit erfolglosem Schauspieler - und ein Mensch in gesetztem Alter, der im Dschungel körperliche Probleme bekommt. Das waren erst Werner Böhm, danach Harry Wijnvoord und Bata Ilic - und nun eben Ingrid van Bergen.
Nun muss RTL noch die anderen Kandidaten finden, im Januar soll die Sendung gedreht werden und über den Bildschirm flimmern. Da fragt man sich doch, was Boris Becker, Heidi Klum und Mark Terenzi in dieser Zeit machen. Der Gartner'sche Hype Cycle würde eine Teilnahme als ehemaliger Tennisprofi, ehemaliges Supermodel und ehemaliger Sängerinnen-Gatte rechtfertigen.










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