Von Jürgen Schmieder

Es gibt nur zwei Arten, sich in den Vereinigten Staaten zu ernähren: kerngesund oder lebensgefährdend. Unser Autor hat beide Varianten versucht.

Ein echtes American Breakfast: herzhaft und schwer verdaulich.

Ein echtes American Breakfast: herzhaft und schwer verdaulich. (Foto: iStock)

In Amerika, so glaubt der Europäer zu wissen, gibt es nur zwei Sorten Menschen. Und damit meint er nicht die Anhänger von Präsident George W. Bush und seine Gegner. Es geht um das Körpervolumen der Bewohner. Entweder - so das Vorurteil - sehen die Menschen aus wie gestrandete Wale oder betreiben einen exzessiven Körperkult. Aus diesem Grund wurde ich vor meiner Reise nach Seattle auch von Kollegen gewarnt: "Morgens American Breakfast mit Speck und Eiern, mittags ein Hot Dog und am Abend ein Double-Bacon-Cheeseburger mit Pommes - Du wirst fünf Kilo zunehmen." Wie immer aufmunternde Worte.

Ich habe mich innerlich schon auf eine Gewichtszunahme eingestellt und stieg ohne Diätplan ins Flugzeug. Nun hat eine Reise an die Westküste der Vereinigten Staaten auch den Vorteil, dass sich der Reisende der Zweitverschiebung ausgesetzt sieht - ein Umstand, der meinen Körper in einen permanenten Zustand der Panik versetzt.

Als ich in Seattle ankam - im Flugzeug hatte ich zweimal den Cordon-Bleu-Bausatz und das Allwetter-Frühstück gegessen - war es 18.30 Uhr. Mein Gehirn signalisierte mir jedoch, dass es 3.30 Uhr sei und damit Zeit zum Schlafen. Mein Magen dagegen war ganz auf das Verdauen des Frühstücks eingestellt und teilte mir deutlich mit, dass es seiner Meinung nach höchstens 11 Uhr sein könnte. Ich war verwirrt - weshalb ich ein Bier trank und mich ins Bett legte.

In der Nacht hatten sich mein Gehirn und mein Magen darauf geeinigt, mich um vier Uhr morgens zu wecken und nicht mehr einschlafen zu lassen. Um diese Uhrzeit läuft selbst im amerikanischen Fernsehen kein anständiges Programm, eine Tageszeitung ist auch noch nicht aufzutreiben. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als in den hoteleigenen Fitnessraum zu schlurfen und sich auf das Fahrrad zu setzen.

Sagte ich Fahrrad? Das ist die größte Untertreibung seit Apples Ankündigung des iPod. Ich meine eher ein ultramodernes High-Tech-Tret-Gerät mit integriertem Fernseher und DVD-Player. Das bedeutet, man kann Football gucken oder einen Film oder eine neue Fernsehserie, während man sich abstrampelt. Ich wähle den "American Gladiators"-Marathon und trete los.

Nach einer Stunde - es ist nun fünf Uhr morgens - kommen zwei andere Hotelgäste in den Raum. Sie stellen sich auf die Laufbänder feuern sich gegenseitig an ("I'm gonna f..k you up!") und laufen los. Nach einer Weile stelle ich fest, dass die beiden Geräte miteinander verbunden sind und die Jungs ein Rennen gegeneinander bestreiten. Nach etwa 40 Minuten springt einer vom Band und schreit: "Fünf Meilen in 38 Minuten. Ich war schneller als Du." Ich merke - immer noch auf dem Fahhrad sitzend - an, dass ich nur 17 Minuten benötigt habe.

Ein Einwand, den der Mann nicht gelten lässt. Sein von Zorn geprägter Blick lässt mich aufstehen und aufs Zimmer verschwinden. Gibt ja auch gleich Frühstück.

Lesen Sie im zweiten Teil: Kuchen wie schwarze Löcher und der größte Burger der Welt.

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Leserkommentare (8)



13.10.2007 15:41:16

OttoChilli: Völlig sinnloser Artikel

Uninspiriert und falsch, habe selbst 2 Jahre in Los Angeles gelebt, und kann sagen, man bekommt im Zweifel überall fernöstliche, indische oder auch mexikanische - ja, z.T. Köstlichkeiten, gesund und gar nicht überteuert. Da kann man sich prima gesund ernähren, die Asia-Supermärkte sind voll mit Sojaprodukten, Meeresfrüchten, frischem Obst und Gemüse etc. - nein, die allgegenwärtigen Burgerbuden kann man getrost links liegen lassen. Und was war jetzt genau die Aussage des Autors?


3 Besucher haben diesen Kommentar bewertet




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