Von Violetta Simon

Sie joggen nicht, sie musizieren nicht, sie stricken nicht. Womit beschäftigen sich die Deutschen eigentlich in ihrer Freizeit?

deutsche und ihre freizeit

Was tun, wenn man nicht musiziert, strickt und auch kein Fitnessstudio besucht? (Foto: iStockphoto)

Wenn man sich die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage anschaut, fragt man sich: Was tun die Deutschen eigentlich den lieben langen Tag – außer arbeiten?

Wie eine repräsentative Studie der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen ergeben hat, nimmt die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland - ob freiwillig oder unfreiwillig – an einer Vielzahl von Freizeitaktivitäten überhaupt nicht teil. So spielen der Umfrage zufolge 92 Prozent niemals Golf, 86 Prozent besuchen nie eine Spielhalle, und 78 Prozent musizieren nicht.

Jeweils drei von vier Befragten sind für Zukunftsfragen weder beim Camping noch im Fitnessstudio anzutreffen, für beinahe ebenso viele kommen Videospiele nicht als Zeitvertreib in Frage. 68 Prozent joggen niemals, 66 Prozent besuchen keinen Stammtisch, und 62 Prozent geben an, sich nie mit Handarbeiten zu befassen.

Wie die Befragung ferner ergab, besuchen etwa 60 Prozent keine Musikkonzerte. Ein ebenso hoher Anteil kauft nicht online ein. Auch Wellness-Angebote nimmt die Mehrheit (54 Prozent) nicht wahr. Laut BAT-Stiftung üben zudem fast zwei Drittel (62 Prozent) nie ein Ehrenamt aus, drei von vier Befragten engagieren sich niemals in einer Bürgerinitiative.

Die Stiftung befragte insgesamt 3000 Bürger im Alter ab 14 Jahren zu insgesamt 80 unterschiedlichen Freizeitaktivitäten.

Kein Budget für Freizeit

Dass die Mehrheit der Bevölkerung eine „Vielzahl von scheinbar beliebten Aktivitäten nicht ausübe, sei nur auf den ersten Blick überraschend, erklärte der Zukunftsforscher Horst Opaschowski, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung.

Die Überalterung der Gesellschaft und ungelöste wirtschaftliche Probleme schlügen sich zunehmend auch auf die Freizeitaktivitäten nieder. „Mit steigendem Alter nehmen außerhäusliche aktive Freizeitbeschäftigungen schrittweise ab und innerhäusliche passive Beschäftigungen zu.“ Zudem müssten immer mehr Bürger „am Freizeitbudget sparen“ und könnten sich viele Angebote nicht mehr leisten.

Was also tun die Deutschen in ihrer Freizeit? Laut einer repräsentativen Erhebung des Statistischen Bundesamtes greifen rund 75 Prozent der Bundesbürger am Feierabend gelegentlich oder regelmäßig zur Fernbedienung. Einer repräsentativen Statistik der Internetplattform "Statista" zufolge, sind es sogar 94 Prozent. An freien Tagen steht demnach bei 90 Prozent der Deutschen Shoppen auf dem Programm. Wenn sie nicht gerade fernsehen oder einkaufen, gehen 87 Prozent öfter mal essen.

Hört sich nicht gerade schmeichelhaft an. Man könnte die Zahlen der Studie natürlich auch aus anderer Perspektive interpretieren. Dann würde herauskommen, dass immerhin 22 Prozent der Bevölkerung ein Instrument spielen, 32 Prozent gelegentlich oder regelmäßig joggen, 38 Prozent ein Ehrenamt ausüben. Das klingt doch schon viel besser.

(sueddeutsche.de/AFP/imm)

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Leserkommentare (18)



31.07.2008 11:00:39

OnkelJoe: bevor ich es vergesse

Kulturkiller Nr 1 ist die GEMA danach kommt das Ordnungsamt macht nichts trägt nichts bei will aber Vergnügungssteuer. Und das Finanzamt Umsatzsteuer Mehrwertsteuer. somit wird bei allen öffentlichen Veranstaltungen die Preise hochgetrieben und die Sozialschwachen und geringverdiene haben nicht die geringste shanks teil zu nehmen weil der Eintritt zu Teuer Gedränge teurer sind als ein Lieder Benzin


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