Alleinerziehend, Patchwork oder klassisch: Familien sind vielfältig wie nie. Doch oft fehlt das Geld. Zwei Familienportraits.
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Familie Monat: Die Söhne Thomas (links) und Marcel, Mutter Gaby und die Töchter Melanie und Jessica mit Nichte Laura auf dem Schoß. Vater Markus ist bei der Arbeit, der kleine Devin schläft. Foto: Stephan Rumpf
Was nicht geht, geht nicht
Die achtköpfige Familie Monat lebt von 1500 Euro netto
Zwei Kinder-, ein Schlaf-, ein Wohnzimmer, Küche, Bad, Toilette - das ist die Wohnung der Familie Monat im Münchner Norden. Knapp 100 Quadratmeter für acht Personen und zwei Hunde. Die 23-jährige Melanie, älteste Tochter der Familie, hat vor fünf Wochen ihr zweites Kind zur Welt gebracht. Mit dem kleinen Devin, ihrer dreijährigen Tochter und ihrer 14-jährigen Schwester Jessica schläft sie zusammen in einem Zimmer. Ihre beiden Brüder, der 21-jährige Thomas und der 17-jährige Marcel teilen sich das andere Kinderzimmer. Gemeinsame Mahlzeiten gibt es nicht - für einen großen Tisch ist einfach kein Platz.
Bei so viel Enge sind Streit und Chaos programmiert. "Die Kinder gehen sich oft auf die Nerven", sagt Gaby Monat, 40. Eigentlich müsste Tochter Melanie mit ihren Kindern endlich ausziehen, doch die Suche nach einer Wohnung war bislang erfolglos. Am liebsten würde sie in die Nähe ziehen, denn trotz aller Streitereien ist ihr die Familie sehr wichtig. Ein eigenes Haus mit genügend Platz für alle - das wäre auch der große Traum von Gaby Monat, aber der ist derzeit noch in weiter Ferne.
Seit ihr Mann Markus, gelernter Dachspengler, seinen eigenen Onkel bei der Arbeit in den Tod stürzen sah, kann der 42-Jährige auf keine Dächer mehr steigen. Nach etwa acht Jahren Hartz IV bestreiten die Monats jetzt wieder ihr eigenes Einkommen. "Wir wollten nach so langer Zeit einfach nicht mehr von den Ämtern abhängig sein", sagt Gaby Monat. Seit Mai hat sie wieder einen Job. Etwa zwölf Stunden in der Woche arbeitet sie als Haushaltshilfe - mit großer Begeisterung: "Das ist ein sehr schöner Job, den gebe ich nicht mehr her!" Jeden Mittwoch hilft sie außerdem ehrenamtlich bei der Lebensmittelausgabe der Caritas. Abends darf sie etwas Essen mit nach Hause nehmen.
Ohne diese Spende käme die Großfamilie kaum über die Runden. Denn Vater Markus ist noch auf der Suche nach einer neuen Stelle und jobbt zurzeit auf 400-Euro-Basis auf dem Bau. Mit dem Gehalt des 17-jährigen Marcel, der als Maler noch etwas dazuverdient, hat die Familie im Monat 1500 Euro zur Verfügung. Allein 500 Euro gehen für die Miete weg. Geld für Kino, Zoo oder Klamotten bleibt da nur sehr selten, in Urlaub waren sie noch nie. "Wenn unser Thomas zum Beispiel eine neue Hose braucht, dann muss er warten, bis wir die 30 Euro gespart haben", sagt Gaby Monat. Ihren Kindern hat sie beigebracht: Was nicht geht, geht nicht - und viel Geduld. "Aber so oft es geht, versuchen wir, die Wünsche der Kinder irgendwie zu erfüllen." Es darf nur nichts Teures sein.
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