Die Berlinerin begann als "Playgirl" im Kino, merkte dann aber, dass sie für den begehrlichen Blick der Kamera nicht wirklich geschaffen war. Am Dienstag ist sie 60-jährig gestorben.

Aufbauarbeit leistete sie in den Sechzigern, als sie die Hauptrolle übernahm in Will Trempers Film "Playgirl", als sie das Mädchen Alexandra verkörperte, das sich durch diverse Berliner Appartements und Betten hindurch bewegte - unter anderem das von Paul Hubschmid - als Erfolgsarchitekt - und von Harald Leipnitz - als sein Assistent.

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Architektur und Sex, das war eine grandiose Mischung fürs Wirtschaftswunderkino, und Will Tremper, der als Journalist begonnen hatte, zeigte auch in seiner Inszenierung einen ganz genauen Blick für die Realitäten - und die sinnliche, aber keusche Liebe des wahren Cineasten zu den Frauen vor seiner Kamera.

Eine Ahnung von Nouvelle Vague

Mit Eva Renzis Playgirl war eine Ahnung von Nouvelle Vague ins deutsche Kino gekommen, die aus Berlin zwar noch keine wirkliche Hauptstadt der erotischen Stimulation machte, aber die Enge beseitigte, für die Opas Kino verantwortlich war und danach jene, die Opas Kino für tot erklärt hatten.

Eva Renzi, geboren als Evelyn Renziehausen am 3. November 1944 in Berlin, heiratete nach dem Film Hubschmid - die beiden bildeten eins der merkwürdigen, für den Rest der Welt verlorenen Traumpaare der Sechziger und Siebziger - und drehte ein paar Jahre quer durch Europa.

Den Part als ein Bondgirl für Sean Connery lehnte sie ab, lieber ließ sie sich mit dem nicht ganz so glamourösen Harry Palmer ein - Michael Caine spielte den Agenten in "Entscheidung in Berlin".

Protest und politische Aktivität

Sehr schnell merkte Eva Renzi, dass sie für die Oberflächlichkeit des Kinos nicht wirklich geschaffen war, sie hatte Angst vor dem begehrlichen Blick der Kamera, wollte sich engagieren, wollte Protest und politische Aktivität.

1973 brach sie, zu Selbsterkenntniszwecken, nach Indien auf, mehrfach legte sie sich mit den Unbelehrbaren und Altnazis der Bundesrepublik an, immer wieder musste sie sich um die Tochter Anouchka sorgen. Sie machte Theatertourneen und landete schließlich in deutschen Fernsehserien, im "Waldhaus" und bei den "Guldenburgs". Am Dienstag ist sie im Alter von 60 Jahren in Berlin gestorben.

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(SZ vom 17.08.05)