Warum Lisa Ortgies gehen musste, wird nun auf der "Emma"-Homepage ausgebreitet. Wer will das eigentlich wissen?
Für gewöhnlich muss man ja davon ausgehen, dass eine Chefredakteurin, bevor sie Chefredakteurin wird, sich qualifiziert hat, um als Chefredakteurin tätig werden zu können. Wie war das bei Lisa Ortgies, die seit dem Wochenende nicht mehr Chefredakteurin von Emma ist?
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Lisa Ortgies, 41, moderierte beim WDR "Frau TV", und wer so eine exponierte Position in einer Sendung von Frauen für Frauen einnimmt, wird wohl zwangsläufig Chefredakteurin von Emma und so Nachfolgerin von Alice Schwarzer.
Frau Schwarzer sprach von einem Generationswechsel, der ihrem Blatt ja auch gut zu Gesicht stünde. Nun ist es zwischen den bisher sich wohlgesinnten Frauen zum großen Streit gekommen darüber, ob Ortgies selbst bei Emma hinschmiss, wie sie mitteilen ließ, oder ob Schwarzer ihr das Amt nahm.
Mit einem Ablaufprotokoll auf der Emma-Homepage will die Redaktion nachweisen, wie wenig Ortgies befähigt war: keine Erfahrung als Chefredakteurin (das wusste man), offenbar zu oft nicht in der Redaktion aus familiären Gründen (Ortgies hatte eine 80-Prozent-Stelle, wegen der Familie), nicht in der Lage zu organisieren. Minutiös wird dargestellt, wie sich Ortgies und Schwarzer verhalten haben an jenem 29. Mai, ihrem Trennungstag.
Wer will das eigentlich alles so genau wissen? Ist das Protokoll die neue Waffe der Frau? Alice Schwarzer, 65, bleibt also, was sie ist: Emma.
(SZ vom 04.06.2008/rus)
Partyzone Flußufer
Da wäre nun eine Frau, die in den entscheidenden Fragen zuhause ist und bekannt für gründliche Recherche. Es wird immer ein Geheimnis von Frauen bleiben, wie schnell aus Unterschieden Gegnerschaft wird. Es ginge auch Austausch und Bereicherung. Der geschilderte Ablauf wirft kein gutes Licht auf die Ausdehnung des Spektrums der Redaktion, mit der sie so wichtige Fragen wie eine Nachfolge angehen. Nach meinem Verständniss kann eine Nachfolge auch eine Öffnung in einen neuen Horizont sein, statt einer Fortsetzung des status quo mit anderen Kostümen.
Schlusszitat von BDM-Online "EMMA wird zu dieser - in anderen Medien völlig üblichen
Angelegenheit des gescheiterten Versuchs einer neuen Chefredaktion ab jetzt
nicht mehr Stellung nehmen. Jedenfalls nicht bis zur nächsten Stellungnahme." Das ist ja eine ungemeine Lachnummer.
ein kündigungsgrund war also, dass sich frau ortgies zu sehr um ihre familie habe kümmern müssen...
liebe frau schwarzer: glauben sie nicht, wir gleiten da in gefährliches fahrwasser, wenn nicht einmal eine zeitschrift wie die ihre es propagiert und unterstützt, dass frau familie und beruf vereinbaren kann?
der Frauenbewegung, Frau Schwarzer, am besten in den Bücherschrank und ab und zu abstauben. Nach ihren jüngsten Äußerungen über den neuen Feminismus hat sie bewiesen, dass sie nicht in der Lage ist neue Bewegung aufzugreifen und sich produktiv an neueren Entwicklungen innerhalb des Feminismus zu beteiligen. Ganz abgesehen von ihrem Wasserbüffel Ausrutscher. Am besten Frau meidet diese Zeitschrift.